Klares Bekenntnis zum Standort Kelberg: US-Konzern investiert zehn Millionen Euro

Wirtschaft : Klares Bekenntnis zum Eifeler Standort

Die Arbeit der „Rowianer“ wird geschätzt: Der amerikanische Eigentümer will mit der Erweiterung der Kelberger Firma den 1996 begonnenen Erfolgskurs fortführen. Die Gemeinde investiert in die Infrastruktur.

Wenn über die Entwicklung der Firma Rowa berichtet wird, darf die Begegnung, die Rolf Wagner, damals Chef einer Kelberger Maschinenbau-Firma, 1996 mit einem Apotheker-Ehepaar während einer Zugfahrt von Köln nach Hamburg hatte, nicht fehlen. Denn aus einem Austausch über Möglichkeiten, den Arbeitsprozess in Apotheken zu verbessern, resultierte eine Idee, die Keimzelle eines erfolgreichen Unternehmens wurde. Wagner gründete es 1996 mit seinem Kompagnon,  dem Dauner Markus Willems, 1997 wurde der erste Automat an eine Apotheke in Dresden verkauft. Wagner und Willems führten das Unternehmen bis 2011, mittlerweile gehört es zum US-Medizintechnik-Konzern Becton Dickinson (BD). Rowa hat sich zu den weltweit führenden Anbietern für Automatisierungslösungen für Apotheken mit heute rund 850 Mitarbeitern entwickelt.

Für den seit dem vergangenen Jahr amtierenden Geschäftsführer Antonios Vonofakos sind die vergangenen 23 Jahre „eine großartige Geschichte“, die auch der Konzern mit einem klaren Bekenntnis zum Standort in der Eifel würdige. Mehr als 9000 Apotheken in 40 Ländern gehörten zu den Kunden, im laufenden Jahr würden 1000 Anlagen produziert, erklärte Vonofakos. Auch auf dem Krankenhaus-Sektor ist Rowa unterwegs: Vor vier Jahren hat die Uni-Klinik in Mainz ein System aus Kelberg in Betrieb genommen, in dem mehr als 50 000 Medikamentenpackungen Platz haben.

Folge des stetigen Wachstums: einer aus allen Nähten platzender Firmensitz. Eine Erweiterung in unmittelbarer Nähe zum Stammsitz am Ortsrand von Kelberg war schon länger ins Auge gefasst worden, am Ende dauerte es laut Geschäftsführer Antonios Vonofakos mehr als vier Jahre, „bis alle erforderlichen 16 Unterschriften zusammen waren und ein nun wohl geplantes Projekt umgesetzt wird.“ Die neue Zentrale wird um ein knapp 2500 Quadratmeter großes Gebäude erweitert. 200 Büroarbeitsplätze für Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Projektmanagement  entstehen hier. Gleichzeitig bietet das neue Gebäude Platz für einen sogenannten Showroom für Kunden und ein Mitarbeiterrestaurant mit täglich frischem Speiseangebot.

Bei der Umsetzung des Vorhabens, in das die Firma gut zehn Millionen Euro investiert, hat man sich einen ambitionierten Zeitplan auferlegt: „Mitte 2020 soll alles fertig sein“, erklärt Betriebsleiter Matthias Kreling. Er freut sich, dass dann alle Abteilungen unter einem Dach – dem des Rowa Campus – sein werden. Kreling: „Gute Arbeits- und Rahmenbedingungen sind unverzichtbar, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen.“ Es herrsche ein „strammer Wettbewerb“ um qualifizierte Leute. Deshalb  müssten alle Anstrengungen unternommen werden, damit die Eifel attraktiver Arbeits- und Lebensort bleibe. Von der Erfolgsgeschichte hat auch die Gemeinde Kelberg profitiert: Viele Millionen Euro Gewerbesteuer sind geflossen, und dank Rowa hat sie einen guten Namen als Wirtschaftsstandort. „Früher war es ja eher die Regel, dass Leute von Kelberg beispielsweise nach Trier zur Arbeit fuhren, heute fahren Rowa-Mitarbeiter genau andersrum“, sagt Ortsbürgermeister Willi Jonas. „Es ist bewundernswert, was schon geschaffen worden ist und was nun entsteht.“ Eine seiner ersten Amtshandlungen als Ortsbürgermeister sei 2008 der Kauf des Geländes gewesen, auf dem nun die neue Zentrale gebaut wird. Damit auch die Infrastruktur stimmt, investiert die Gemeinde rund 1,2 Millionen in Kanal, Wasser und Straßenbau. Für Jonas „richtig gut angelegtes Geld.“

Mehr von Volksfreund