Klassik auf dem Vulkan: Qualität statt Masse
Daun · Auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, fällt das Fazit der Macher von Klassik auf dem Vulkan für 2014 positiv aus. An der Mischung von Theater- und Konzertaufführungen will man fürs kommende Jahr nichts ändern.
Daun. Nach einem Jahr "Zwangspause" wegen des Umbaus des Freibads am Gemündener Maar ist Klassik auf dem Vulkan zurückgekehrt zu den Wurzeln. Denn dort auf der Bühne am Maar fing 2005 alles an mit der Theater- und Konzertveranstaltungsreihe der Stadt Daun.
Die Rückkehr in der zehnten Spielzeit allein war schon ein Grund zur Freude für die Organisatoren (und mutmaßlich auch für die treuen Fans), denn die Atmosphäre im Maarkessel ist "sicher eine ganz besondere, viele sagen sogar, eine einmalige", sagt Thomas Räthlein, der Leiter der Kur- und Freizeitbetriebe der Stadt Daun.
Dann hat im Jubiläumsjahr das Wetter gepasst bei den Konzerten unter freiem Himmel am Maar. Hinzu kommt, dass erstmals eine vierstellige Besucherzahl bei einem Konzert erreicht wurde. 1000 Zuschauer bei der Abba-Gold-Konzert-Show: "Das war schon ein besonderes Gefühl für alle Beteiligten, erstmals verkünden zu können, eine Veranstaltung sei ausverkauft", sagt Räthlein. Etwas mulmig war ihm schon angesichts der Zuschauerzahl, "deshalb haben wir es auch bei 1000 Karten belassen. Aber es ist alles gut gelaufen und wir sind um eine Erfahrung reicher: dass es durchaus möglich ist, 200 Karten mehr zu verkaufen."
550 Zuschauer waren es beim Gastspiel von Giora Feidman, und eine größere Resonanz hätten sich die Organisatoren gewünscht. Aber Räthlein will bei diesem Konzert nicht über Zahlen sprechen, sondern über die großen Emotionen. "Ich denke, es hat niemand kalt gelassen, wie der Israeli Giora Feidman seine Sehnsucht nach Frieden in seinem Land in Worten und Musik ausgedrückt hat."
Unter dem Strich zieht er eine positive Bilanz für Klassik auf dem Vulkan 2014. "Die Mischung von Konzerten und Theateraufführungen stimmt, daran wollen wir nichts ändern fürs nächste Jahr." Die Aufführung des Shakespeare-Stücks "Der Widerspenstigen Zähmung" stand allerdings unter keinem guten Stern. Es sollte unter freiem Himmel gespielt werden - dann kam der große Regen und der Umzug ins Forum. "Das hat natürlich mächtig ins Kontor geschlagen, es sind doch deutlich weniger Zuschauer gekommen als in den Vorjahren."
Etwas mehr als 2000 Zuschauer haben die fünf Aufführungen und Konzerte an drei Veranstaltungsorten gesehen. "Das ist in Ordnung. Wir haben von Anfang an, seit 2005, nicht auf Masse gesetzt, sondern auf Qualität. Daran wird sich auch nichts ändern", sagt Räthlein. Deshalb bleibt es nach derzeitigem Stand dabei, dass es 2015 wieder fünf Veranstaltungen geben wird.
Ist wieder ein großer Name wie Giora Feidman zu erwarten? "Das lässt sich jetzt noch nicht sagen. Wir werden nun detailliert Bilanz ziehen und uns dann an die Vorbereitungen fürs nächste Jahr machen." Dabei hofft er, dass er auf bewährte Mitstreiter bauen kann. "Ohne den Seniorenbeirat der Stadt, die örtliche Feuerwehr sowie die Mitarbeiter von Bauhof und Freibad wäre Klassik auf dem Vulkan nicht möglich. Nicht zu vergessen das Forum-Team, das mit viel Herzblut bei der Organisation der Veranstaltungsreihe dabei ist."
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Die zehnte Auflage von Klassik auf dem Vulkan war wieder Bestandteil des Kultursommers des Landes Rheinland-Pfalz, was auch mit einer finanziellen Unterstützung verbunden ist. Die Organisatoren hatten 2014 ein Budget von 87 000 Euro zur Verfügung, einen Großteil davon steuern Sponsoren bei, von denen einige schon viele Jahre Unterstützer von Klassik auf dem Vulkan sind. Gut 20 000 Besucher haben seit 2005 die Veranstaltungen des Festivals besucht. sts