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Klaus Lage gastierte in Daun

Musik : Und es hat wieder Zoom gemacht

Viel Herz, viel Humor: Gut 500 Fans feiern Klaus Lage im ausverkauften Forum in Daun.

Auch wenn seine Lieder wie einst in den 1980er Jahren im Radio nicht mehr rauf und runter gespielt werden und manch Jüngerer mit dem Namen nicht mehr viel anfangen kann: Klaus Lage hat treue Fans und braucht keine Band, um einen Veranstaltungsort zu füllen.

So wie in Daun, wo gut 500 Zuhörer für volles Haus im Forum sorgten. Großes Bühnenbild? Aufwendige Technik? Nicht für das Solo-Programm „Ich bin viele“ des 68-Jährigen. Ihm reichen die Gitarre und natürlich seine Stimme – sofort wiedererkannt, auch wenn man sie lange nicht mehr gehört hat. Und nun ein Hit nach dem anderem? Von wegen. Lage nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise, erzählt von seinen Jahren im geteilten Berlin.

Und da ist es nicht schlecht, wenn das Dauner Publikum etwas fortgeschrittenen Alters ist und mit dem besonderen „Charme“ einer DDR-Grenzkontrolle noch etwas anfangen kann. Bei den Auftritten in der Clubszene in Berlin ist die Bezahlung für ihn zunächst doch sehr überschaubar: „Zwei Bier, zwei Schmalzstullen“, erinnert sich Lage.

Humorvoll streift er durch sein Leben, erzählt von den Umzügen mit seinen Eltern, von den Stationen Lüneburger Heide und Düsseldorf und der ersten großen Liebe. Immer wieder sucht er den Dialog mit dem Publikum, das er am Ende des äußerst kurzweiligen ersten Teils des Konzerts mit einbindet.

Er hat ein Lied für die Seenotretter geschrieben, denn er ist Botschafter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. „Volle Kraft voraus“, heißt es da. Und Lage nimmt die Gäste mit ins Boot: „Ich gründe jetzt den Shanty-Chor Daun.“ Kein Problem, kurz geübt, die Zuhörer machen gern mit – und das offenbar gut, denn es gibt Lob vom „Dirigenten“: „Ihr wart besser als Remscheid – oder war es Wunsiedel?“ Im zweiten Teil des Konzerts kommt dann auch der textsichere Teil des Publikums (gefühlte 99  Prozent) auf seine Kosten. Lage spielt seine 1980er-Jahre-Kulthits „1000 und 1 Nacht“ und „Monopoli“, der Saal singt mit. Es ist alles nicht mehr so laut wie einst, aber immer noch mit jeder Menge Gefühl. „1000 und 1 Nacht  (Zoom!)“ erschien 1984 auf dem Album „Schweißperlen“ und bescherte Lage große Bekanntheit als deutschsprachiger Rockmusiker. Er erzählt, wie er zum Auftrag für den Titelsong zum Schimanski-Kinofilm „Zahn um Zahn“ mit Götz George als Hauptdarsteller kam. Von Filmmusik eigentlich keine Ahnung, kurz überlegt  – „abgemacht!“. Heraus kommt mit „Faust auf Faust“ ein weiterer Klassiker.

Alte Bekannte: Klaus Lage trifft die Dauner Eva Richter, mit der ihn eine langjährige Freundschaft verbindet. Beim Konzert in Daun hat er einen Song von ihr gesungen. Foto: TV/Stephan Sartoris

Mit viel Herz und viel Humor führt er durch die zwei Stunden, drei Zugaben gibt es noch, stehend applaudieren die Gäste und bedanken sich für den gelungenen Abend. Vielleicht sieht man ihn ja noch mal wieder in Daun – bei Klassiker auf dem Vulkan?