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Kleine Wehr mit langer Geschichte

Kleine Wehr mit langer Geschichte

WIESBAUM-MIRBACH. Der 100-Seelen-Gemeinde Mirbach steht ein turbulentes Wochenende ins Haus: Die Feuerwehr feiert drei Tage lang ihren 100. Geburtstag. Zeitgleich findet in Mirbach der Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Hillesheim statt.

"Es ist erfreulich, was hier auf die Beine gestellt wird", sagt Christoph Bach. Der gebürtige Mirbacher ist als Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) der ranghöchste Feuerwehrmann im Kreis Daun. Getreu seiner Herkunft beobachte er als KFI "immer auch die Geschicke der kleineren Wehren". Neben Basberg und Loogh ist die Mirbacher Wehr mit 14 aktiven Mitgliedern eine der kleinsten in der Verbandsgemeinde Hillesheim. Trotz Eingemeindung nach Wiesbaum blieb die Feuerwehr eigenständig. "Das Fest ist nur mit Hilfe der Bevölkerung und den befreundeten Wehren aus Wiesbaum und Dollendorf zu leisten", erklärt Wehrführer Willi Kaufmann. Auch die Jugendlichen haben sich eingebracht. In Eigenleistung gestalteten sie die drei Quadratmeter großen Schilder mit der Festankündigung, die an den Ortseingängen stehen. Nach den Kommers- und Tanzabenden bildet der Sonntag mit dem Umzug der 25 Gastwehren den finalen Höhepunkt des Festes. Schon einmal, 1979 hatte Mirbach ein derart gigantisches Fest gestemmt. So steht auch 25 Jahre später - zum 100. Geburtstag - ein Rückblick ins Haus. Jedoch mit anderen Rahmenbedingungen. Grund: 1992 wurde das neue Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht. Da es keine Kneipe mehr im Ort gibt, veranstaltet die Feuerwehr dort die sonntäglichen Frühschoppen. Auch die Pflege des Brauchtums wie Ausrichten der Kirmes oder Aufstellen des Maibaumes ist in Mirbach Sache der Feuerwehrmänner. In den vergangenen zehn Jahren wurde die technische Ausstattung der Mirbacher Wehr aufgerüstet. "Nicht nur mit Fahrzeugen, sondern auch mit Funk und der Spezialausbildung von sieben Atemschutzträgern", sagt Kaufmann. 1994 schaffte die Mirbacher Wehr auf eigene Rechnung ein gebrauchtes Löschfahrzeug von der Nachbarwehr Hüngersdorf an. 2001 bekam sie zusätzlich ein neues Einsatzfahrzeug mit einem 750 Liter Tank und einer Hochdruckanlage. An den Kosten von 80 000 Euro beteiligt sich die Mirbacher Wehr mit 35 000 Euro. "Das Fahrzeug wurde nur bewilligt, weil wir den Brandschutz im Higis-Gründerzentrum und Gewerbepark zwischen Mirbach und Wiesbaum gewährleisten müssen", erklärt der Wehrführer. Auch für hohen Wasserbedarf außerhalb des Erschließungsgebiets, beispielsweise bei Waldbränden, ist die Mirbacher Wehr gerüstet. Kaufmann: "Wir haben die Landwirte eingebunden und Adapter für Jauchefässer, die bis zu 10 000 Liter fassen können, angeschafft." Ein Großbrand im Februar 1971 ist der Dorfbevölkerung noch in Erinnerung. Das Gehöft "Klausen" von Nikolaus Schmitz fiel den Flammen zum Opfer und das Feuer drohte aufs Gehöft "Maase" überzugreifen. Willi Hoffmann, 79 Jahre alt und heute einer der fünf inaktiven Feuerwehrmitglieder, berichtet: "Mensch, was haben wir damals mit einer erbärmlichen Spritze da gestanden. Das ist kein Vergleich zur heutigen technischen Ausstattung." Damals war Bernhard Mastiaux Brandmeister. Auf Mastiaux (1946 bis 1974) folgten Klaus Kaufmann (bis 1980), Christoph Bach (bis 1994) und Willi Kaufmann (ab 1994) als Wehrführer. 1987 legten zwölf Feuerwehrmänner die Leistungsabzeichen in Bronze ab. Neben Brandeinsätzen wird die Feuerwehr Mirbach bei Unfällen auf der L 26, dem Autobahnzubringer, gerufen. "So etwa 20 mal seit 1985", zählt Kaufmann auf. Seit der Erneuerung des Straßenbelags hätten die Unfälle drastisch abgenommen.