Kleines Dorf mit großer Zukunft

102 Menschen leben in Heyroth, einem Ortsteil der Großgemeinde Üxheim. Das kleine Dorf ist wegen der besonderen Struktur für die kommenden sechs Jahre Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung geworden. Demografischer Wandel, Leerstände im Ortskern, Umbau des Gemeindehauses, Vermarktung der Baugrundstücke und ein schnellerer Internetanschluss stehen auf der Agenda.

Heyroth. "Wir sind ein typisches Drei-Generationen-Dorf und stehen in der Altersstruktur noch ganz gut da", erklärt Wolfgang Heinrichs. Der technische Angestellte ist seit 14 Jahren Ortsvorsteher. Er sagt mit Blick auf die Statistik: "In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Einwohnerzahl fast nicht verändert."

Viele Häuser werden von Älteren allein bewohnt



30 der 102 Bürger sind jünger als 18 Jahre, 16 älter als 60 Jahre. Das "Mittelalter" (19 bis 60 Jahre) macht mit 56 Bürgern den Löwenanteil aus.

Gemeinsam mit Wallenborn und Ellscheid wurde Heyroth im Landkreis Vulkaneifel ausgewählt, zusätzlich Schwerpunktgemeinden in der Dorferneuerung (DE) zu werden. Heinrichs: "Der demografische Wandel spielte dabei eine besondere Rolle. Es geht darum, wie wir in 20 Jahren dastehen werden."

Momentan steht nur ein Haus in der Ortsmitte leer. Allerdings werden viele von älteren Bürgern alleine bewohnt.

Im Neubaugebiet "In der Gruf" sind bereits drei der sieben erschlossenen Grundstücke bebaut, zwei davon von Einheimischen. Heinrichs sagt: "Viele junge Leute wollen bleiben. Gerade haben vier Jugendliche in der näheren Umgebung eine Ausbildung begonnen." Die Dorfgemeinschaft und das aktive Vereinsleben mit Jugendgruppe, Feuerwehr und Musikverein sprechen für Heyroth.

Für den anstehenden Umbau des Gemeindehauses sind 25 000 Euro an Eigenleistung eingeplant. 68 500 Euro steuern das Land und die EU für das 138 000 Euro teure Projekt bei. Die Großgemeinde übernimmt den Rest.

Heinrichs ist beim Start der Arbeiten aufgefallen, dass von den sechs ehrenamtlichen Helfern fünf "Zugezogene" waren. Auf die Schlussfolgerung, dass die Heyrother Frauen wohl eine starke Anziehungskraft haben, meint er grinsend: "Ja, ein Großteil der Bürger sind Zugezogene."

Mit einer Busunternehmung, einem Weinhändler, drei Vollerwerbs- und einem Nebenerwerbslandwirt ist Heyroth auch wirtschaftlich gut aufgestellt. Im Zuge der Dorferneuerung sollen nach dem Umbau des Bürgerhauses ein Wirtschaftsweg saniert sowie für einen besseren Internetanschluss gesorgt werden.

Heinrichs: "Wir wollen da was anstoßen. Das Land hat ja ein besonderes Projekt aufgelegt, wonach die Übertragungsrate unter 1000 sein muss. Wir liegen gerade mal bei 384."

Ausgeruht bis zum DE-Start haben sich die Heyrother nicht. In den vergangenen Jahren wurden der Spielplatz sowie die Brücke über den Stillbach saniert und die Kapelle neu angestrichen.

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