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Kneippbad Daun: Dicht, weil es nicht dicht ist

Kneippbad Daun: Dicht, weil es nicht dicht ist

Das Bad im Kurmittelhaus in Daun ist seit Kurzem wieder geschlossen. Der Kneippverein hat für die Kurse, die wegen der Schließung ausfallen, Ausweichmöglichkeiten gefunden. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist offen.

Daun. Der Geschäftsführer des Dauner Kneippvereins ist nicht zu beneiden: Wolfgang von Wendt muss wieder mal Ausweichquartiere besorgen. Denn das Kneippbad im alten Kurmittelhaus, wo der Großteil der Kurse des Vereins stattfindet, ist zum wiederholten Mal geschlossen worden. Vor einigen Wochen war Wasserverlust festgestellt worden; wo das Leck im Bad ist, konnte aber nicht ermittelt werden.
Alternative im Seniorenhaus


Das Gebäude befindet sich in der Heilquellenschutzzone rund um den Dauner Sprudel, deshalb war eine Gefährdung des wertvollen Wassers durch Chlor nicht auszuschließen. Vorsichtshalber wurde das Bad geschlossen, denn es nicht zu verantworten, den Betrieb weiterlaufen zu lassen, "wenn wir nicht wissen, wo das Wasser hinläuft", sagt Stadtbürgermeister Martin Robrecht. Immerhin: "Eine Belastung des Heilwassers ist nicht festgestellt worden." Aber wie geht es weiter? Der Kneippverein will sein Kursangebot auf jeden Fall aufrechterhalten. Deshalb freut sich der Geschäftsführer, dass es möglich sein wird, das Warmbad im Regina-Protmann-Seniorenhaus zu nutzen. "Wir werden nun alle bisherigen Teilnehmer informieren, dass es weitergeht. Ziel ist, Mitte Februar mit den Kursen wieder zu beginnen", kündigt Wolfgang von Wendt an. Sein Wunsch ist, so bald wie möglich wieder ins angestammte Bad im Kurmittelhaus zurückkehren zu können. Aber wann das sein wird, ist offen.
Zunächst wird untersucht, was die Ursache für den Wasserverlust ist. Offizielles Ziel der Stadt als Eigentümerin des Gebäudekomplexes: "Wiederinbetriebnahme des Bads bis zur Realisierung einer ,tragfähigen\' Weiternutzung oder Alternativlösung."
Das alte Kurmittelhaus ist seit Jahren ein Sorgenkind der Stadt. Verschiedene Nutzungskonzepte wurden durchgespielt, Hoffnungen auf Zuschüsse für eine Sanierung zerschlugen sich. Mittlerweile steht aber fest: Das seit 2010 im Besitz der Stadt befindliche Gebäude ist nicht sanierungsfähig. Das hat ein vom Stadtbürgermeister beauftragter Experte festgestellt. Angesichts des Zustands hatte Robrecht vor einigen Wochen erklärt: "Ich habe keine große Hoffnung, dass das Bad auf lange Sicht Bestand haben wird."
Deshalb wird eine Option wieder aktuell, die schon vom Tisch war. Im Untergeschoss des Dauner Hallenbads gibt es ein Warmwasserbad, das aber schon seit 2007 nicht mehr genutzt wird. 2009 wurde dann überlegt, ob Stadt und Kreis das Bad gemeinsam nutzen. Warum der Kreis? Er ist Träger des Laurentius-Förderzentrums in Daun. Zu einer solchen Schule gehört normalerweise ein Warmbad für pädagogische Arbeit mit Kindern mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen.
Darauf wurde beim Neubau der Schule Anfang 2000 aus Kostengründen und mit Blick darauf, dass es ein geeignetes Bad in der Stadt gibt, verzichtet. "Dieses Thema sollten wir noch wieder in Angriff nehmen", kündigt Robrecht an.
Mit dem Kreis hat er schon gesprochen, konkrete Ergebnisse gibt es aber noch nicht.