1. Region
  2. Vulkaneifel

Kommunalreform: Umzugskartons sind derzeit sehr gefragt

Kommunalreform : Umzugskartons sind derzeit sehr gefragt

Noch bis Mitte Februar richten sich rund 100 Mitarbeiter der neu strukturierten Verbandsgemeindeverwaltung Gerolstein ihre Büros an ihrer neuen Arbeitsstätte ein. Die Bürger werden ab 29. Januar wieder komplett bedient.

Da geht es dem ehemaligen Beauftragten im Rang eines Bürgermeisters und nun stellvertretenden Büroleiter genauso wie dem kleinen Angestellten: Er muss seine Siebensachen packen und umziehen. Uns deshalb sagt Arno Fasen: „Ich habe mir glücklicherweise einige der letzten Umzugskartons sichern können.“

Seit Anfang des Jahres ist die neue Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein, die sich aus den drei alten VGen Gerolstein, Hillesheim und Obere Kyll zusammensetzt, am Start. Und seither läuft der Umzug, der Wochen und Monate zuvor vorbereitet wurde, indem beispielsweise die gesamte Telefonanlage und Internettechnik umgestellt und auf Vordermann gebracht und die künftige Aufgabenverteilung vorgenommen wurde – für jeden einzelnen der rund 150 Mitarbeiter (inklusive der Touristiker und der VG-Werke).

Inzwischen hat auch Fasen sein Büro – das ehemalige Bürgermeisterbüro – im Rathaus in Jünkerath ausgeräumt und mitsamt seinen persönlichen Dingen und Arbeitsunterlagen verlassen und sein neues Büro bezogen. Das befindet sich im Rathaus Gerolstein direkt neben dem Büro des Büroleiters Hans-Josef Hunz, dessen rechte Hand er nun ist – und den er vermutlich mal beerben wird.

Bis Anfang Februar soll jeder Mitarbeiter der drei Verwaltungsstandorte Gerolstein, Hillesheim und Jünkerath sein neues Büro bezogen haben – und das liegt in der Regel nicht mehr dort, wo es zuvor lag (siehe Info). Was sich trotzdem relativ problemlos anhört, ist im Detail oftmals verzwickt, denn: „Wir sind mit Ausnahme von zweieinhalb Wochen, an denen wir komplett schließen, weiterhin erreichbar.“

Der Umzug ist also einer OP mit Minimalnarkose vergleichbar. Und, so betont Fasen: „Man weiß ja, was ein privater Umzug ausmacht. Nur dass wir das hier mal Faktor 100 haben.“

Denn in etwa so viele Mitarbeiter ziehen von Arbeitsplatz A zu B um. Und das gehe auch nicht auf einen Schlag, denn erst wenn ein Büro frei werde, könnten die Nachfolger einziehen. Und in deren ehemalige Büros dann eben deren Nachfolger. Daher würden auch keine großen Renovierungen vorgenommen, sondern maximal „ein alter Teppich rausgeworfen und neuer Boden verlegt, und es kommt etwas Farbe an die Wände“, sagt Fasen.

Alles in allem seien die Mitarbeiter, die sich ja auf Jobs bewerben und drei Favoriten nennen konnten, zufrieden mit der neuen Arbeitsaufteilung. „Großartig geknatscht hat meines Wissens nach keiner, wenngleich wir beispielsweise von der Belegschaft in Jünkerath schon zwei Kolleginnen von außerhalb des Kreises haben, die bislang 20 Minuten zur Arbeit gefahren sind, und künftig sind es nach Gerolstein dann bis zu 45 Minuten“, sagt Fasen, der künftig auch nicht mehr zum Mittagessen nach Hause in Stadtkyll fahren könne, aber das sei dann eben so. Und die jungen Kolleginnen würden den Mehraufwand auch wegen der Aufstiegsperspektiven bewusst in Kauf nehmen.

Entscheidend für die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird nach Ansicht von Arno Fasen aber nicht die Fahrtstrecke sein, sondern das künftige Klima auf der Arbeit. Also, wie einem das neue Büro gefalle und vor allem wie man mit den (neuen) Kollegen und dem Chef zurechtkomme.

Im Rathaus in Jünkerath, das laut Fusionsvereinbarung so lange genutzt wird, bis es eine Regelung für ein zentrales Rathaus in Gerolstein gibt (Fasen: „Also noch mindestens fünf Jahre.“), werden künftig noch 30 Mitarbeiter beschäftigt sein. Bislang waren es 42. Drei bis vier Büros bleiben leer.

Untergebracht werden künftig im Erdgeschoss ein großes Bürgerbüro, die KfZ-Zulassungsstelle, das Büro für den Ortsbürgermeister von Jünkerath, den Bezirksbeamten der Polizei, ein Tourismusbüro, ein Büro für Bürgermeister Hans Peter Böffgen sowie drei Büros, in die sich die Mitarbeiter mal zurückziehen können – zum Beispiel für Besprechungen.

Im ersten Geschoss werden die Mitarbeiter sitzen, die sich um das gesamte Gebäude- und Liegenschaftsmanagement (ein Teil der Bauabteilung) in der neuen VG kümmern. „Und ins zweite Obergeschoss zieht zentral die Verbandsgemeinde-Kasse ein“, sagt Fasen, der sich danach weiter um seinen eigenen Umzug kümmert und Utensilien stapelt – so auch die Mappe mit der Aufschrift  Bürgermeister, in der er bislang wichtige Papiere zur täglichen Bearbeitung gesammelt hat.