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Komplettabriss in Gerolstein ist noch nicht klar

Komplettabriss in Gerolstein ist noch nicht klar

Die Peschenbach-Renaturierung in Gerolstein soll noch dieses Jahr starten. Wie viel der alten Drahtfabrik zuvor beseitigt wird, unter der das Gewässer hindurchfließt, ist nicht entschieden.

Die Stadt Gerolstein macht, was den Umbau des Peschenbachs und den Abriss der Drahtfabrik betrifft, Nägel mit Köpfen: Nachdem im Februar bereits der große Auftrag für die Planung des Umbaus an die Firma Reihsner aus Wittlich vergeben worden war, folgten nun weitere Vergaben für besondere Leistungen. Dabei handelt es sich vor allem um Vermessungen und das Erstellen sogenannter hydraulischer Rechenmodelle, anhand derer vorausgesagt werden kann, mit welchen Eingriffen die Gewässerökologie und der Hochwasserschutz wie verbessert werden können.

Ein besonderes Augenmerk muss auf den Bereich der ehemaligen Drahtwarenfabrik gelegt werden. Dort ist der Peschenbach auf einer Länge von 75 Metern verrohrt und wird zum Teil unter den Gebäuden durchgeführt. Das soll alles geändert werden: Erstens soll der Bach wieder offengelegt und zweitens dessen Trasse verlegt werden, da das Areal zum Baugebiet umfunktioniert werden soll (der TV berichtete mehrmals).
Drittens sollen Fabrikgebäude abgerissen und viertens der mutmaßlich kontaminierte Boden ausgetauscht und entsorgt werden, so Winfried Schegner, stellvertretender Bauamtsleiter im Gerolsteiner Rathaus.

Schegner sagt: "Es liegen ja bereits zwei ältere Bodenuntersuchungen vor, die aber aktualisiert werden müssen. Der Auftrag dazu ist aber noch nicht raus." Zum Thema Gebäudeabriss sagt er: "Der Teil der Gebäude, wo der Bach überbaut ist, wird zurückgebaut." Dies wird auch im Rahmen des Gewässerrenaturierungsprogramms Blau plus zu 90 Prozent vom Land gefördert. "Und was mit den anderen Gebäudeteilen passiert, ist noch nicht entschieden. Das muss politisch, also vom Stadtrat, beschlossen werden", sagt Bauamtsleiter Carsten Schneider. Ob der künftige Eigentümer des Areals dann den Abriss der restlichen Gebäudeteile übernehmen muss oder gar ein Teil der Bausubstanz stehen bleiben soll, ist damit weiterhin offen.

Im Planungskonzept von Reihsner heißt es allerdings: "Bevor das Gewässer umverlegt werden kann, müssen alle auf dem Gewässer befindlichen Gebäude abgerissen werden. Bei dem kontrollierten Rückbau müssen zunächst alle schadstoffhaltigen Materialien sowie alle kontaminierten Bauteile gesondert demontiert und entsorgt werden."
Gebäudeabriss und Dekontamination des Bodens auf dem Areal machen mit veranschlagt 85 000 Euro einen dicken Batzen des gesamten Projekts aus, der laut Kostenschätzung insgesamt mit 525 000 Euro zu Buche schlagen und in diesem Jahr in Angriff genommen werden soll. Davon übernimmt das Land im Rahmen des Projekts Blau plus 90 Prozent (472 500 Euro), die Stadt Gerolstein die restlichen zehn Prozent (52 5000 Euro). Für das Aufbrechen der Verrohrung im Bereich der ehemaligen Drahtwarenfabrik und andernorts sind weitere 77 000 Euro veranschlagt.
Wann mit Gebäudeabriss sowie Gewässerumbau begonnen wird, hängt vom Startsignal aus Mainz ab. Schegner sagt: "Wir warten auf den Bewilligungsbescheid, erst danach können wir starten."

Die Stadt Gerolstein hat im Sommer 2009 bei einer Zwangsversteigerung das Areal der ehemaligen Drahtwarenfabrik gekauft. Auf Wunsch der Stadt Gerolstein soll das etwa 1,8 Kilometer lange Gewässer wieder in seinen ursprünglichen, natürlichen Zustand zurückversetzt werden.