Konsul und Turner

DAUN. Nur die wenigsten wissen, was sich hinter den Straßennamen einer Stadt oder eines Dorfs verbirgt. In loser Folge wird im Rahmen der "Stadt-/Dorfgeschichte(n)" erläutert, wie Straßen zu ihrem Namen gekommen sind. Heute geht es wieder um Straßennamen in Daun.

Josef Maria Leopold , geboren am 25. September 1705, gestorben am 5. Februar 1766, war Dauner Graf und der jüngste Sohn von Wirich Philipp Lorenz. Er trat in österreichische Dienste ein, wo er sich bald als glänzender Feldherr einen Namen machte. Besonderen Ruhm errang er im Siebenjährigen Krieg, wo er für Maria Theresia gegen Friedrich den Großen kämpfte und diesen 1757 bei Kollin und 1758 bei Hochkirch besiegte. Als Dank zeichnete ihn die österreichische Kaiserin als ersten mit dem neu gestifteten Maria-Theresia-Orden aus. Nach seinem Tode ließ sie ihm auch ein herrliches Grabmonument in der Augustiner-Hofkirche zu Wien erbauen. Konsul Max Grünbaum , geboren 1874, ließ sich 1909 in Daun nieder. Im Philosophenweg erbaute er ein Ferienhaus für seine Familie. Als Direktor der Firma Tietz (heute Kaufhof) ließ er 1910/11 für die Angestellten und Mitarbeiter dieser Firma das Eifel-Erholungswerk errichten. 1929 gründete er auch das Kohlensäurewerk "Dauner Burgbrunnen GmbH". Als Bürger jüdischen Glaubens musste er 1933 vor dem Naziterror flüchten. Jahrelang versteckte er sich in Brüssel in einem Keller. Nach dem Tode seiner Frau kehrte er 1949 nach Daun zurück. Seiner großen Verdienste um Daun wegen, wurde er am 17. Mai 1949 zum Ehrenbürger ernannt. Gestorben ist er in Daun am 5. Dezember 1952. Die Michel-Reineke-Straße sollte zuerst "Ringstraße" genannt werden, erhielt aber durch Stadtratsbeschluss 1962 den jetzigen Namen. Michel Reineke war ein Dauner Bürger (1886-1951), der sich um die Belange der Stadt Daun sehr verdient gemacht hat. In großzügiger Weise stellte er in den Aufbaujahren nach dem letzten Krieg Gelände am Rosenberg und an der Bitburger Straße zu äußerst sozialen Preisen für Privatleute und für die Verwaltung zur Verfügung; ein großer Park- und Busplatz an der Trierer Straße trägt ebenfalls den Namen "Michel-Reineke-Platz", der aber von vielen fälschlicherweise "Hemmerlingsplatz" genannt wird. Die Jahnstraße, die entlang der ältesten Dauner "Schul"-Turnhalle der Grundschule führt, ist nach dem "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852) benannt, der als der Vertreter einer nationalen Erziehung und körperlichen Ertüchtigung gilt. Er erfand viele Sportgeräte selbst.Fotos (4): Stephan Sartoris

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