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Kontroverse Debatte zur 24-Stunden-Kita

Bitburg. Die Pläne der Stiftung des Beda-Instituts, in der alten Kaserne ab Sommer einen Hort zu eröffnen, in dem Kinder rund um die Uhr betreut werden können, wird im Internet kontrovers diskutiert - nachdem eine Leserin die Frage aufwarf, warum man dann überhaupt noch Kinder bekommt.

Bitburg. Wenn es um Kinderbetreuung geht, scheiden sich die Geister, wie auch überregional geführte Diskussionen um die "Herdprämie" zeigen - eine Bezeichnung, die 2007 zum Unwort des Jahres gekürt wurde, weil sie Frauen, die den Beruf zugunsten des Familienlebens unterbrechen, zum "Heimchen am Herd" degradieren. Auf der anderen Seite stehen die vermeintlichen Rabenväter und -mütter, denen die eigenen Kinder - so der Vorwurf - offenbar egal sind, nur weil sie arbeiten, ob sie nun wollen oder müssen. Diese Diskussion flammt nun im Zusammenhang mit der 24-Stunden-Kita, die die Stiftung des Beda-Instituts in der alten Kaserne einrichten will, auf. Das Konzept: Dort soll ein Hort eröffnen, der sieben Tage die Woche rund um die Uhr Betreuung für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren bietet (der TV berichtete).
Ausschnitte aus der Debatte, die auf unserer Facebook-Seite Volksfreund Bitburg geführt wird, nachdem Patricia Meier dort die Frage aufwarf: "Wozu bringt man dann überhaupt noch Kinder zur Welt?"
Eine Frage, die für die Mutter Tanja Goenen eine Zumutung ist: "Ich hab ganz sicher nicht eingeplant, alleinerziehend zu sein, und es gibt auch keine Großeltern mehr, die mich unterstützen könnten", schreibt sie zurück und erklärt, dass sie im Drei-Schicht-Betrieb arbeite: "Ich würde alles dafür tun, wenn ich mehr Zeit für meinen Jungen hätte. Aber es geht nicht anders."
Verständnis hat Simone Beuren, auch wenn sie selbst keine Kinder hat. Sie findet, dass ein solches Angebot "längst überfällig" ist: "Kitas, die um 16 Uhr schließen, sind doch ein Witz."
Auch Sebastian Steffes bewertet die Pläne für die 24-Stunden-Kita mit Daumen hoch und erklärt: "Ich liebe meine Kinder. Aber bei Schichtarbeit wie auch für Alleinerziehende ist eine solche Einrichtung eine perfekte Lösung." Ähnlich argumentiert Michael Theis: "Eine tolle Idee und ein längst überfälliges Angebot. Es geht nicht darum, Kinder abschieben zu wollen, sondern eine Betreuungsmöglichkeit zu haben, wenn es nicht anders geht. Und hier reichen die oft tollen Einzelinitiativen vor Ort nicht. Wir benötigen verlässliche Betreuungsmöglichkeiten für alle."
Susi Speer hingegen findet es "traurig, dass man solche Einrichtungen braucht, weil die meisten Mütter arbeiten gehen müssen, manche sogar zwei Jobs haben und die Kinder darunter leiden, weil die Zeit fehlt." scho
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