Kosten sparen mit Teer

Auf zur letzten Etappe: Mit der Auftragsvergabe für die Brücke im Steinbruch Ahütte hat die Ortsgemeinde Üxheim den Weg frei gemacht für die Fertigstellung des Kalkeifel-Radwegs. Wegen Lieferschwierigkeiten wird das Aluminium-Bauwerk aber voraussichtlich erst im Oktober errichtet.

Üxheim. Die letzte Teer-Kolonne ist abgerückt, der mit vielen Hoffnungen verbundene Kalk-eifel-Radweg zwischen Bolsdorf und Ahrdorf, der die Lücke zwischen Kylltal-Radweg und Ahrtal-Radweg schließt, fast fertiggestellt. Wäre da nicht noch eine Großbaustelle, die Radweg-Brücke im Steinbruch Ahütte.Doch auch dabei gibt es Fortschritte zu vermelden, wie Üxheims Ortsbürgermeister Alois Reinarz weiß: "Der Ortsgemeinderat hat dieser Tage den Auftrag mit einem Gesamtvolumen von rund 150 000 Euro vergeben." Dabei entfallen 42 000 Euro auf die Tiefbauarbeiten, der Rest auf die eigentliche Aluminium-Brückenkonstruktion. Der Haken: "Wegen Lieferengpässen für das Metall kann die Brücke vermutlich erst im Oktober errichtet werden", berichtet Reinarz.

Schon früher wird allerdings die Tiefbau-Firma anrücken, um die Podeste für die 6,50 Meter hohe und 15 Meter lange Brücke mit einer Fahrbahnbreite von 2,5 Metern zu bauen. Das Bauwerk ist so groß bemessen, weil es einerseits die Radler sicher über die von Schwerlastern stark frequentierte Werksstraße im Steinbruch führen, andererseits aber eben jenen Verkehr auch nicht behindern soll. Das wurde in Verhandlungen zwischen der Ortsgemeinde, der Verbandsgemeinde als Bauträger und den Eigentümern des Werks Wotan Zement und Müller Kalk vereinbart; ebenso wie die Regelung, dass die Gemeinde die Verkehrssicherungpflicht für den Radweg habe. "Aus diesem Grund haben wir uns auch für einen anderen Fahrbahnbelag auf der Brücke entschieden - nämlich ein Gitter-Rost. Denn durch die Staubentwicklung kann es bei Regen rasch schmierig auf der Brücke werden", begründet Reinarz die Umplanung. Ansonsten ist der Radweg aber so gut wie fertig gestellt. Er waurde auch mehr geteert als ursprünglich geplant, weil dadurch der Unterhaltungsaufwand für die Ortsgemeinde wesentlich geringer ausfällt. Zur Erklärung: Der Radweg verläuft weit gehend auf der ehemaligen Trasse der Eifelquerbahn von Lissendorf nach Remagen, die Fahrbahn auf dem Bahndamm ist aus Kostengründen mit mineralischer Deckschicht hergestellt worden, lediglich an den Steigungen wurde geteert. Ansonsten wird der Radweg über Feldwege geführt.

Insgesamt schlägt die Herstellung des Üxheimer Radweg-Teilstücks mit 365 000 Euro zu Buche. Zwar schießt das Land wie bei den anderen Teilstücken auch 70 Prozent der Kosten (hier 255 500 Euro) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises weitere zehn Prozent (36 500 Euro) zu. Die Ortsgemeinde muss dennoch 73 000 Euro (20 Prozent) beisteuern.

Meinung

Herausforderung und Chance

Der (fast fertig gestellte) Kalk-eifel-Radweg, der den mittlerweile renommierten Kylltal-Radweg mit dem noch weitaus bekannteren Ahrtal-Radweg verbindet, bietet für das Hillesheimer Land großes touristisches Potenzial. Eine Ahnung davon, was alles möglich ist, hat der rege Betrieb während der Tour de Ahrtal gebracht, als dutzende Radler sich von Hillesheim gen Norden aufmachten. Die Herausforderung der hiesigen Touristiker wird es sein, die Werbetrommel für den Radweg und das Hillesheimer Land zu rühren und über die neue Trasse Gäste anzulocken. Erste Kontakte wurden bereits geknüpft, und darf man den Ausführungen der Verantwortlichen Glauben schenken, ist das Interesse der NRW-Touristiker am Kalkeifel-Radweg ebenfalls groß. Denn durch ihn sind attraktive Rundfahrten zwischen Mosel, Ahr und Rhein erst möglich. Die öffentliche Hand hat durch ihre Investitionen ein schönes Stück Infrastruktur geschaffen. Nun ist es an Privaten, dies zu nutzen und durch gastronomische Angebote weiter aufzuwerten - zum eigenen Nutzen und dem der Region. m.huebner@volksfreund.deHINTERGRUND Der rund 22,5 Kilometer lange Kalkeifel-Radweg von Bolsdorf bis Ahrdorf schließt die Lücke zwischen Kylltal- und Ahrtal-Radweg. Nach Abschluss aller Arbeiten im Herbst dieses Jahres wird der seit 2001 in vier Bauabschnitten (Walsdorf, Kerpen, Niederehe/Nohn und Üxheim-Ahütte) realisierte Radweg rund 950 000 Euro gekostet haben. Die Kosten teilen sich das Land (70 Prozent), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (20 Prozent) und die beteiligten Ortsgemeinden (10 Prozent). Bereits zuvor wurden die Teilstücke von Bolsdorf nach Hillesheim (1998) und von Hillesheim nach Walsdorf gebaut (2000/2001). Die Einweihungsfeier mit offizieller Verkehrsübergabe des gesamten Radwegs ist nach Angaben des zuständigen Bauingenieurs in der Verbandsgemeindeverwaltung Hillesheim, Jürgen Mathar, im Frühsommer 2008 geplant. (mh)