Kreative Ideen für Gesundheitsbewusste

Kreative Ideen für Gesundheitsbewusste

Im Rittersaal der Blankenheimer Burg ist mit "Eifel präventiv" ein anspruchsvolles Projekt gestartet worden. Man will versuchen, die bisher getrennt voneinander existierenden Welten von Tourismus und Gesundheitsfürsorge miteinander zu kombinieren.

Blankenheim. Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht will Ergebnisse sehen: "Wenn sich aus diesem Projekt nicht etwas Nachhaltiges entwickeln lässt, haben wir versagt." Im Rittersaal der Blankenheimer Burg wurde jetzt mit "Eifel präventiv" ein anspruchsvolles Projekt gestartet, an dem die Gemeinden Blankenheim, Nettersheim, Dahlem und die Stadt Bad Münstereifel beteiligt sind. Man will versuchen, die bisher getrennt voneinander existierenden Welten von Tourismus und Gesundheitsfürsorge miteinander zu kombinieren.
Mit ins Boot werden dabei 42 Betriebe genommen, die Angebote aus den beiden Bereichen offerieren. Dem von auswärts kommenden Gast sollen in der Eifel neue Möglichkeiten geboten werden, etwas für sich und seine Gesundheit zu tun.
Angeschoben werden soll der Gesundheitstourismus, insbesondere für die Generation 50 plus. Dafür sollen marktfähige Angebote entwickelt werden. Zu diesem Zweck ist eine enge Zusammenarbeit mit Eifel Tourismus GmbH und Nordeifel Tourismus GmbH geplant.
Zum Start stellte sich der eigens eingestellte Projektmanager Sven Zürneck vor. Der 44-Jährige stammt aus dem hessischen Hanau, ist Reiseverkehrskaufmann und studierter Kulturwissenschaftler. Erfahrungen hat er als Fachbereichsleiter der Elb Schloss Bleckede GmbH (Niedersachsen) und als Projektassistent im Bereich Ideenmanagement der Lufthansa AG in Hamburg und Frankfurt gesammelt. Außerdem war er Geschäftsführer der Nordfriesland Tourismus GmbH in Dagebül und stellvertretender Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte in Fulda. Jan F. Kobernuß von der Freizeit- und Tourismusberatung Köln GmbH (ift) sagte, es habe eine ganze Reihe von Bewerbungen für "diese interessante Aufgabe" gegeben. Man habe sich schließlich einmütig für Zürneck entschieden, der nun sein Büro in der Nettersheimer Gemeindeverwaltung hat.
Zürneck erläuterte, man werde natürlich auch das Wander- und Fahrradwege-Netz in die Planung mit einbeziehen. Besonders wichtig sei es nun, einen entsprechenden Internet-Auftritt zu kreieren und eine Marke mit einem Logo aufzubauen. Bis zur Jahresmitte wolle er die Themen bündeln, im Juni werde dann eine Veranstaltung mit den ersten Ergebnissen folgen. Mitte 2012 soll es auch eine Kundenbefragung geben, für den Herbst sei eine Gesundheitsmesse oder etwas Ähnliches geplant. Zürneck will aktiv auf die beteiligten Betriebe zugehen, hofft auf deren Kreativität und auf ungewöhnliche Angebote.
Alle Arten von Bewegung


Bad Münstereifels Bürgermeister Alexander Büttner sagte, seine Stadt werde den Kneipp-Gedanken, der ja auch Spaß machen könne, in das Projekt mit einbringen. Alle Arten von Bewegung, Gymnastik, Nordic Walking, Wandern, Schwimmen - das sei Kneipp im 21. Jahrhundert, aktuell und nicht verstaubt. Auch die heilende Kraft der Pflanzen könne genutzt werden, wie bereits bestehende Kräuterpfade oder Angebote von Kräuterpädagogen. Das ganzheitliche Gesundheitskonzept von Pfarrer Kneipp sei aktueller denn je. Durch Prävention könne außerdem das Gesundheitssystem von Kosten entlastet werden. Er erinnerte daran, dass früher die durchschnittliche Verweildauer von Gästen der Eifel bei acht Tagen und mehr gelegen habe. Heute liege sie jedoch bei unter drei Tagen. Man habe nun eine Marktchance, die genutzt werden müsse.
Zum Start war auch Klaus Schäfer, der Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, gekommen. Er gratulierte zum Projekt, warnte aber, dass es keine einfache Aufgabe sei, die beiden Welten Tourismus und Gesundheitswesen miteinander zu verbinden.
Jan F. Kobernuß sagte der Rundschau, Gesundheit sei derzeit "ein Boom-Thema". Mit der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen könne man auch medizinische Kompetenz in das Angebot einbringen. Er sah sehr gute Möglichkeiten für die Region, die ja städtische Ballungsräume vor der Haustür habe, sich in diesem Bereich zu positionieren.
Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht betonte, dass das Thema Bewegung in freier Natur eine große Rolle spielen werde. Dabei werde sich auch die Sporthochschule Köln als dauerhafter Partner mit einbringen.
Erfolgreich beworben für das Projekt im Bereich Erlebnis, Erholung und Tourismus hatten sich Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem und Nettersheim bereits im Jahr 2010. Eine Jury des Landes befand das Eifeler Projekt für förderungswürdig. Ende 2011 gab es die endgültige Förderzusage seitens des Landes. Insgesamt stehen nun 400 000 Euro für die Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung. Die Kommunen zahlen davon einen Anteil von 20 Prozent.