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Kreis gibt vorerst keine weiteren Straßen auf

Kreis gibt vorerst keine weiteren Straßen auf

Der Kreistag wird künftig weniger Geld für Straßen ausgeben. In seiner Sitzung hat er gestern das Kreisstraßenbauprogramm für die nächsten Jahre beschlossen. Zu einer Aufgabe weiterer Straßen hat sich der Kreis aber nicht durchgerungen.

Der Landkreis Vulkaneifel hat aktuell 354 Kilometer Kreisstraßen in seiner Obhut. Deren Unterhaltung und Ausbau hat in den vergangenen Jahren einen Schwerpunkt der Investitionstätigkeit des Kreises ausgemacht. Beispielsweise hat der Kreis in den vergangenen fünf Jahren jährlich 800 000 bis 850 000 Euro in den Ausbau der Kreisstraßen gesteckt - bei Gesamtinvestitionen von jährlich 2,6 Millionen Euro.

Wegen der Finanzmisere soll das weniger werden. Künftig will der Kreis noch 700 000 bis 750 000 Euro in Straßenbau und -unterhaltung investieren. Damit würden sich die Gesamtinvestitionen in diesem Bereich auf 1,8 bis zwei Millionen Euro verringern.

Das hat der Kreistag gestern Abend mit der Absegnung des Kreisstraßenbauprogramms 2011 bis 2015 beschlossen. Lediglich Ulli Meyer (Linke) und Eckard Wiendl (Bündnis 90/Grüne) stimmten gegen das Programm, dessen Sparbemühungen ihnen nicht weit genug gingen. Wiendl störte vor allem, dass sich der Kreistag nicht zur Abstufung oder gar Aufgabe wenig befahrener Kreisstraßen durchringen wollte. Er sagte: "Kreisstraßen sind keine heiligen Kühe." Dennoch zog er seinen Antrag zurück, die K 77 zwischen Birresborn und Salm aufzugeben.

Landrat Heinz Onnertz merkte zwar an, dass es sich um eine "interessante Straße" im Hinblick auf eine mögliche Aufgabe handele. Und es sei ja auch bereits ein "deutlicher Fingerzeig", dass deren für 2011 geplanter Ausbau zwischenzeitlich zurückgestellt worden sei. Doch dabei blieb es gestern Abend.

Die Straße wird täglich von nur 126 Fahrzeugen befahren, ihr Ausbau würde aber mit rund 900 000 Euro zu Buche schlagen.

Landesbetrieb überprüft aktuell mehrere Straßen



Aktuell ist der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein im Auftrag des Kreises dabei, einige Straßen auf deren grundsätzliche Notwendigkeit zu überprüfen. Mit dabei sind neben der K 77 auch die K 40 in Sarmersbach, die K 73 bei Wiesbaum sowie die K 89 in Welcherath und Meuspath. Bei ihnen steht eine Abstufung zur Gemeindestraße im Raum. Dann wäre nicht mehr der Kreis, sondern die betreffende Gemeinde für die Unterhaltung zuständig. Kommt es gar zur Aufgabe, wäre die Durchfahrt dort schlichtweg verboten.

Bei einigen Ausbauvorhaben, die für dieses Jahr geplant waren, kam es - wegen schwieriger Grunderwerbsverhandlungen und Baurechtsproblemen - zu Verzögerungen. Daher sollen diese Straßen 2011 an die Reihe kommen. Es handelt sich um die K 35 zwischen Berlingen und Hohenfels-Essingen, die K 35 zwischen Hinterweiler und der B 410, die K 36 zwischen Kirchweiler und der B 410, die K 50/K 52 von Steffeln nach Auel und weiter bis zur L 10 sowie die K 51 von Scheuern bis zur K 52 bei Basberg.

Lediglich ausgebessert und in den nächsten Jahren nicht ausgebaut werden nach dem jüngsten Kreistagsbeschluss: die K 14 und die K 25 in Gillenfeld, K 32 in Gerolstein, K 33 in Neroth, die K 33 zwischen Scheuern und Duppach, die K 38 in Kradenbach, die K 40 zwischen Sarmersbach und Neichen, die K 48 von Müllenborn nach Roth, die K 74 in Niederehe, die K 94 in Kaperich und die K 95 in Höchstberg.

EXTRA
Diese Vorhaben umfasst das Straßenbauprogramm: 2011 K 36 in Kirchweiler (Gesamtbaukosten 550 000 Euro, Kreisnettoanteil 122 500 Euro), K 16 in Schalkenmehren (450 000 Euro, 132 000 Euro), K 29 zwischen Michelbach und Birresborn (900 000 Euro, 189 000 Euro), K 54 von Jünkerath nach Gönnersdorf (600 000 Euro, 174 000 Euro). 2012 K 5: Erneuerung der Brücke in Weidenbach (310 000 Euro, 62 000 Euro), K 14 in Niederwinkel (800 000 Euro/212 000 Euro), K 33 in Gees (600 000 Euro/174 000 Euro), K 40 in Sarmersbach (275 000 Euro/79 500 Euro), K 59 - Ausbau in Üxheim-Niederehe (800 000 Euro/232 500 Euro), K 84 in und um Oos (130 000 Euro/32 500 Euro). (mh)