Kreis Vulkaneifel feiert 200-jähriges Bestehen

Kreis Vulkaneifel feiert 200-jähriges Bestehen

Entstanden ist er zwar schon 1816, gefeiert wird aber erst in diesem Jahr. Warum? Die Kreisverwaltung hat sich eine Expertenmeinung aus dem Landeshauptarchiv Koblenz eingeholt. Von dort heißt es: Handlungsfähig war der Kreis erst mit Amtsantritt des ersten Landrats im August 1817.

Daun. "200 Jahre Landkreis Vulkaneifel - das bedeutet auch eine gewachsene Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat Vulkaneifel und eine Region mit bundesweitem Wiedererkennungswert", heißt es im Begleittext zur vor einigen Wochen gestarteten Bürgerbefragung. Aber wie lange werden sich die Bürger mit dem Kreis Vulkaneifel noch identifizieren können? Diese Frage wird drängender denn je gestellt, auch wenn eine Kreisreform erst für 2021/2022 erwartet wird.
Eins ist aber jedenfalls sicher: Das 200-jährige Bestehen des Kreises wird auf jeden Fall gefeiert, denn das steht 2017 an. Aber so mancher heimatgeschichtlich Bewanderte wird fragen: Warum haben viele andere Kreise, die 1816 entstanden sind, schon gefeiert und nicht auch der Vulkaneifelkreis? War die Geburtsstunde des früheren Kreises Daun und heutigen Kreises Vulkaneifel 1816 oder 1817?
Die Preußen übernehmen


Diese Frage hat die Kreisverwaltung 2015 vom Landeshauptarchiv prüfen lassen. Ergebnis: "Der Tag, an dem Landrat Avenarius die Dienstgeschäfte übergeben wurden, am 17. August 1817, ist das Datum, an dem der Kreis Daun eine Führungsspitze bekam und insofern erst im verfassungsrechtlichen Sinn handlungsfähig wurde und als Gebietskörperschaft nach außen in Erscheinung getreten ist", heißt es in einem Schreiben aus Koblenz. Was Bestätigung war für das bisherige Vorgehen, denn auch der 175. Geburtstag wurde 1992 und nicht 1991 gefeiert.
Ein Blick in die Geschichte: Gut zwei Jahrzehnte waren die Eifeler "Franzosen", und kaum war diese Besatzungszeit vorbei, waren sie plötzlich "Preußen" - als Ergebnis des Wiener Kongresses (1814/1815). Am 5. April 1815 übernahm Preußen die Gebiete im Rheinland. Am 30. April 1815 teilte die Regierung ihr Königreich in zehn Provinzen, fünf Militär- und 25 Regierungsbezirke ein, die wiederum in Kreise untergliedert wurden, an deren Spitze ein Landrat stehen sollte. Im Zuge dieser Verwaltungseinteilung entstand ein Jahr später, im April 1816, auch der Kreis Daun im Regierungsbezirk Aachen.
Von Prüm verwaltet


Diese Zuordnung änderte sich allerdings schnell, und der Kreis kam zur ebenfalls neu gebildeten Bezirksregierung Trier. Damals setzte sich der Kreis aus den Bürgermeistereien Daun, Dockweiler, Gerolstein, Gillenfeld, Hillesheim, Kerpen, Lissendorf, Rockeskyll, Sarmersbach, Strohn, Üdersdorf und Weidenbach zusammen. Allerdings saß in der Kreisstadt noch kein Landrat, das Gebiet wurde zunächst noch vom Kreis Prüm mitverwaltet. Am 25. April 1817 wurde dann der 40 Jahre alte Ernst Avenarius zum Landrat ernannt. Vermutlich am 29. August 1817 wurde er öffentlich ins Amt eingeführt, das er bis 1839 innehatte.
Und noch ein Grund zu feiern: Der Kreis Daun ist am 1. Januar 2007 in den Kreis Vulkaneifel umbenannt worden.
Der Fotowettbewerb "200 Jahre, 200 Fotos" ist bereits ausgeschrieben worden, daraus soll eine große Ausstellung werden, die für den Herbst im Kreishaus in Daun geplant ist. Einiges ist laut Kreis-Pressesprecher Thorsten Wirtz noch in der Planung, fest steht aber, dass "es mehrere Veranstaltungen im Lauf des Jahres gibt, die mit einzelnen Facetten des Kreises zu tun haben werden". Im April wird eine Art Geburtstagsbuch präsentiert, im Juni zeigt der Kreis Flagge beim Fest "Daun spielt". "In diesem Rahmen wird es einen Band- Wettbewerb geben", sagt Wirtz.