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Kreisverband Vulkaneifel des DRK hat Hebammenzentrale ins Leben gerufen

Medizin : Welche Angebote es für Schwangere in der Vulkaneifel gibt

Aus der Not eine Tugend gemacht: Nach dem Aus der Geburtshilfestation am Dauner Krankenhaus hat der Kreisverband Vulkaneifel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im vorigen Jahr eine Hebammenzentrale ins Leben gerufen. Und die wird gut angenommen. Hebamme Denise Schneiders hat uns davon erzählt.

Denise Schneiders ist Hebamme seit ihrem 21. Lebensjahr. „Es ist immer noch mein Traumberuf“, sagt die 42-Jährige. Bis zum letzten Tag des Jahres 2018 war sie am Maria-Hilf-Krankenhaus in Daun angestellt, 18 Jahre lang. Dann wurde die Geburtshilfeabteilung geschlossen - eine Entscheidung, die für viel Unmut und Protest sorgte (der TV berichtete mehrfach) und ein Schritt, der nach den Worten von Denise Schneiders „den Frauen in der Vulkaneifel und mir viel genommen hat“.

Denise Schneiders hat längst ein neues Aufgabenfeld. Sie leistet einerseits im Rahmen von Hausbesuchen freiberuflich Vor- und Nachsorge und gibt Kurse in Geburtsvorbereitung sowie Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik. Und wenn sie sagt: „Wir bringen Menschen zusammen“, meint sie ihre Tätigkeit in der DRK-Hebammenzentrale Vulkaneifel, einer Einrichtung, die in Folge der Schließung der Dauner Geburtshilfeabteilung im Mai 2019 eröffnet wurde.

Die Frauen (um die 150 waren es allein im ersten Jahr des Bestehens der Hebammenzentrale) nähmen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft Kontakt auf, um sich etwa nach Hebammen, Geburtskliniken, Kinderärzten und sonstigen Hilfs- und Unterstützungsangeboten zu erkundigen, erzählt Denise Schneiders. Primär werde den Schwangeren eine wohnortnahe Hebamme für die ambulante Versorgung Zuhause vermittelt. Die Zentrale verfüge über ein Netzwerk von etwa zwei Dutzend Hebammen in den Landkreisen Vulkaneifel, Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Mayen und Ahrweiler und von Krankenhäusern mit Geburtshilfestationen in Mayen, Wittlich, Bitburg, Bonn, Koblenz und Trier. Mit Blick auf die Kliniken nennt sie eine Hauptsorge der Schwangeren: „Die Wege sind so weit geworden.“

Wer sich bei der DRK-Hebammenzentrale über Themen wie Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit und Beikost und das gesamte erste Lebensjahr des Kindes informieren möchte, kann sich telefonisch oder persönlich während der Öffnungszeiten (siehe Info) an Denise Schneiders und ihre Kollegin Lydia Dill wenden. „Viele Fragen lassen sich während eines Telefonats klären.“

„Aber natürlich sind auch ambulante Untersuchungen möglich, und bei Bedarf können die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit der Mutter gemessen werden“, beschreibt Denise Schneiders das Leistungsspektrum der Hebammenzentrale. Sie betont: „Dies geschieht unverbindlich und kostenlos.“

So wie der Besuch des „Milchcafés“, das an jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 15.30 bis 17 Uhr im DRK-Haus geöffnet hat und von einer professionellen Stillberaterin geleitet wird. Die Arbeit sei vielfältig, sagt Denise Schneiders, räumt aber ein: „Mir fehlt die Geburtshilfe als das Herzstück meines Berufs.“

In diesem Augenblick klingelt es an der Tür der Hebammenzentrale. Die Besucherin ist Vanessa Füten aus Schalkenmehren mit ihrem 13 Wochen alten Sohn Jonah. Sie sagt noch Ja zum Foto für den TV. Dann schließt sich die Tür des Besprechungszimmers hinter der Rat suchenden Mutter und ihrem Baby und der Hebamme Denise Schneiders.