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Krieg und Materialknappheit: Der Kreisstraßenbau wird deutlich teurer

Verkehr : Straßenausbau im Landkreis Vulkaneifel verzögert sich und wird teurer

Wegen Krieg und Materialknappheit: Der Ausbau der Kreisstraßen im Landkreis Vulkaneifel wird deutlich teurer. Zudem werden einige Vorhaben aufgeschoben.

Die aktuelle geopolitische Lage mit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden Lieferengpässe sowie die bereits zuvor zu verzeichnenden und sich weiter verschärfenden massiven Preissteigerungen bei wichtigen Baumaterialien wirken sich auch auf den Kreisstraßenbau negativ aus.

Zum einen wurden daher Aufträge für im Jahr 2022 geplante Straßenbaumaßnahmen nicht vergeben, sodass die Umsetzung weiter auf sich warten lässt. Zum anderen kommen auf den Kreis erhebliche Mehrkosten zu, die aber noch nicht genau beziffert werden können. Immerhin hat das Land nach Auskunft der Kreisverwaltung inzwischen zugesagt, dass es für die Mehrkosten auch höhere Zuschüsse zur Vefügung stellt.

Zehn Bauvorhaben für 2022 Auf der Projektliste für 2022 stehen zehn Bauvorhaben: die Kreuzung Brockscheid (Kreisstraße 18), der Ausbau der Strecken Strohn-Strotzbüsch (K 26), Neunkirchen-Neroth (K 33), Mosbruch-Hörschhausen (K 89), von Borler bis zur L 70 (K 86), die Beseitigung der Hangrutschung bei Niederbettingen K 47, die Erneuerung Stützmauer in Arbach (K 97) sowie der Ausbau der Ortsdurchfahrten von Kerschenbach (K 64), Kaperich (K 94) und Uersfeld (K 96). Bislang wurden dafür noch keine Aufträge vergeben. Inzwischen wurde festgelegt, dass sogenannte Preisgleitklauseln in die Ausschreibungen aufgenommen  werden.

Kreissprecherin Verena Bernardy sagt: „Entsprechende Regelungen bestehen bereits bei Bundes- und Landesstraßen – der Landkreis schließt sich grundsätzlich diesen Regelungen bezogen auf die Kreisstraßen an.“ Diese Klauseln sehen vor, dass, wenn es zwischen dem Zeitpunkt der Ausschreibung und dem tatsächlichen Baubeginn zu einer Preissteigerung von bestimmten Materialien (Beton, Stahl, Asphalt aber auch Benzin und Diesel) gekommen ist, diese neuen Preise vom Auftraggeber auch übernommen werden. Wenn also ein Kubikmeter Beton zum Zeitpunkt der Ausschreibung 100 Euro gekostet hat, beim Baubeginn aber 150 Euro, so wird der höhere Preis auch vom Auftraggeber (in diesem Fall dem Kreis) bezahlt.

In drei Fällen fehlt noch Baurecht Von der Zehner-Liste werden drei Vorhaben definitiv nicht mehr in diesem Jahr begonnen, weil aktuell noch das Baurecht fehlt: der Ausbau Neunkirchen-Neroth (K 33), die Beseitigung der Hangrutschung bei Niederbettingen (K 47) sowie der Ausbau K 86 – Ausbau von Borler zur L 70 (K 86). Und auch die Ortsdurchfahrten von Kerschenbach, Kaperich und Uersfeld werden frühestens 2023 erneuert, weil mit der Ausschreibung bislang nicht begonnen wurde. Demnach könnte eine Submission erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgen, womit ein Baubeginn in 2022 realistisch ausscheidet. Dennoch werden mehrere Kreisstraßen auch in diesem Jahr auf Vordermann gebracht: die K 95 bei den Kölnischen Höfen sowie die K 39 in Höhe der Kreuzung Boxberg. Bereits fertiggestellt ist zudem der Bau des neuen Kreisverkehrsplatzes am Industrie- und Gewerbepark in Wiesbaum. Darüber hinaus befinden sich fünf weitere Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von mehr als 3,5 Millionen Euro in der Umsetzung, die bereits in Vorjahren beauftragt wurden. Dabei handelt es sich um der Ausbau der K 5 zwischen Weidenbach und Schutz (Auftragsvolumen: 1,137 Millionen Euro), den Ausbau der Ortsdurchfahrt von Brück (Auftragsvolumen des ersten Bauabschnitts: 1,36 Millionen Euro), den Ausbau der K 67 zwischen Jünkerath und Schüller (300.000 Euro), die Fahrbahnerneuerung der K 57 in Höhe „Altenhof“ (190.000 Euro) sowie den Ausbau der Kreuzung der K 50 bei Oberbettingen (100.000 Euro).

Zwei Projekte in Ausschreibung Noch nicht ganz so weit ist man bei einer Reihe weiterer Vorhaben, wenngleich auch hier die Ausschreibung bereits erfolgt und ein Baubeginn für 2022 geplant ist: Es handelt sich neben dem Ausbau der Ortsdurchfahrt von Mückeln (K 27) mit einem Auftragsvolumen von 830.000 Euro um reine Fahrbahnsanierungen – und zwar die Ortsdurchfahrten von Michelbach (mit Beseitigung von Hochwasserschäden), Bolsdorf, Zilsdorf und Stadtkyll sowie auf den freien Strecken der K 63 am Bahnübergang in Richtung Betteldorf und von Stadtkyll in Richtung Schüller. Insgesamt schlägt dies mit einer guten Million Euro zu Buche.  

Aktuell in der Ausschreibung befinden sich zwei Vorhaben, die gegebenenfalls auch noch dieses Jahr begonnen werden: der Ausbau der K 89 zwischen Mosbruch und Hörschhausen sowie der Bestandsausbau der K 74 zwischen Kerpen und Loogh. Auf das Ausschreibungsergebnis ist man in der Kreisverwaltung derzeit sehr gespannt.