Küche in den Container: Sanierungsarbeiten im Hotel Augustinerkloster in Hillesheim geplant

Kostenpflichtiger Inhalt: Infrastruktur : Wenn der Koch im Container kocht: Sanierungsarbeiten im Hillesheimer Augustinerkloster

Im Augustiner-Kloster in Hillesheim müssen laut Gesundheitsamt Küchendecke samt Lüftung saniert werden. Doch weil wegen der guten Belegung niemand das Haus schließen will, wird nun an einer Containerlösung gearbeitet.

68 Prozent Auslastung im November, der generell als umsatzschwacher Monat in der Hotellerie gilt, übers Jahr gesehen mehr als 70 Prozent. Das sind laut Ruud Zillig, Direktor des stadteigenen und seit zwölf Jahren von der gleichnamigen GmbH gepachteten Hotels Augustinerkloster, die derzeitigen Zahlen für die Vorzeigeherberge. Was durchweg als erfreuliche Botschaft für den Betreiber, die Stadt und Hillesheims Gastronomen und Einzelhändler aufgefasst wird (da die Hotelgäste für mächtig Umsatz in der Stadt sorgen), birgt nun aber ungeahnte Probleme: Denn laut Gesundheitsamt müssen Decke und Lüftung der Küche erneuert werden, da sie nicht mehr den aktuellen Hygienevorschriften entsprechen.

„Wir stehen vor der Frage, wann wir die Sanierung vornehmen und wie“, sagte Hillesheims Erster Beigeordneter Gerald Schmitz (CDU), der für Bauangelegenheiten in der Stadt zuständig ist. Denn das bereits seit geraumer Zeit bestehende Problem ist bislang nicht angepackt worden, da kein Zeitpunkt zu passen schien. Der erste Termin dieses Jahr im Mai wurde ebenso verworfen, wie einer diesen November, 2020 soll beziehungsweise muss das Vorhaben nun aber definitiv in Angriff genommen werden.

Drei Alternativen zur Art der Sanierung gibt es. Alternative 1: Die Küche schließen, was die Arbeit erleichtern würde, die Stadt als Auftraggeber wohl am günstigsten käme und wohl am schnellsten ginge – was aber auch zu hohen Umsatzeinbußen fürs Hotel führen würde. Alternative 2: Die Küche während des laufenden Betriebs stückweise sanieren. Während also auf der einen Seite gekocht und gebraten würde, würden auf der anderen Seite die Arbeiter Decke und Lüftung erneuern. Das Problem ist, dass beide Bereiche hermetisch voneinander getrennt werden müssten. Diese Variante erscheint jedoch aufwändig und wenig praktikabel. Zudem ist fraglich, ob sie von der Behörde akzeptiert würde.

Die vom Bauausschuss der Stadt favorisierte Alternative 3 sieht vor, die jetzige Küche komplett zu schließen und binnen maximal 14 Tagen zu sanieren. Der Betrieb würde parallel dazu in Containern aufrechterhalten. Das Problem dabei: Es ist die mit Abstand teuerste Variante für die Stadt, da neben einem Koch-, auch ein Spül- und ein Kühl-Container angemietet werden müssten.

Und auch für das Hotelpersonal würde dies längere Wege sowie aufwändige Ein- und Ausräumarbeiten bedeuten, was aber laut Bernd Gutjahr, Mitgesellschafter des Pächters, der Augustinerkloster GmbH, in Kauf genommen würde und auch zu bewältigen sei. Er betonte inständig: „Bitte, bitte, nicht das Hotel für zwei Wochen vom Netz nehmen!“ Denn das würde nicht nur „richtig viel Umsatz kosten“, sondern weitreichendere Verluste mit sich bringen, wie Hoteldirektor Ruud Zillig sagte: „Wir haben hier Firmen, die bei uns Tagungsreihen buchen. Wenn ich denen sagen muss, dass die vierte Tagung nicht stattfinden kann, suchen die sich ein anderes Haus – und sind für immer weg.“ Sein Appell: „Der Betrieb muss aufrechterhalten werden – soweit nur irgendwie möglich.“ Denn eine passende Zeit für die Sanierung, also einen richtig umsatzschwachen Monat, gebe es einfach nicht mehr.

Auf diese Argumente ging der Bauausschuss auch ein und empfahl daher dem Stadtrat, für die Sanierungsarbeiten 40 000 Euro in den Stadtetat für 2020 einzustellen. Parallel dazu soll der Weg für die Containerlösung freigemacht werden.

Ruud Zillig, Direktor des Hotels Augustinerkloster, drückt mit einem Kochlöffel an die Küchendecke, die saniert werden muss. Foto: TV/Mario Hübner

Doch diese birgt ebenfalls Probleme, wie FWG-Sprecher und Architekt Dieter Bernardy, der sich um die Angelegenheit bereits gekümmert hat, ausführte: „Die kleine Brücke, über die man in den Hof des Hotels gelangt, kann nicht von schweren LKW befahren werden, mit denen Container normalerweise transportiert werden. Wir denken daher bereits darüber nach, diese per Kran übers Haus hieven zu lassen.“ Die Kosten für diese Varian­te summieren sich laut Bernardy auf annähernd 40 000 Euro: 20 000 Euro für die neue Decke, die neue Lüftung und eine neue Beleuchtung mit LEDs, weitere 20 000 Euro für die Miete der Container, des Krans, den Versorgungsleitungen und der Nebenkosten.

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