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Künstlergruppe bei Daun organisiert Veranstaltungen auf Observatoriumsgelände

Künstlergruppe bei Daun organisiert Veranstaltungen auf Observatoriumsgelände

Künstler, Bildhauer, Musiker, Wissenschaftler präsentieren sich im Rahmen des "Kleinen Sternensommers des Vergnügens" auf dem Hohen List bei Schalkenmehren. Die Organisatoren wollen damit zeigen, was auf dem Gelände des früheren Observatoriums möglich ist, dessen künftige Nutzung noch nicht geklärt ist.

Wer sich für eine langfristige und tragfähige Nutzung des früheren Observatoriums der Universität Bonn auf dem Hohen List bei Schalkenmehren einsetzt, braucht Geduld. Ganz viel Geduld. Denn auch vier Jahre nach Beendigung der wissenschaftlichen Arbeit ist immer noch nicht geklärt, was auf dem Areal mit den markanten Kuppeln wird.

Der Vorschlag der im vergangenen Jahr gegründeten Künstlergruppe Sternwarte Vulkaneifel: Das Observatorium zu einem Ort für Astronomie, Kunst, Kultur und Bildung machen und so den "besonderen Berg mit Leben zu erfüllen", sagt die Vorsitzende Jutta Schulte-Gräfen. Und für Leben ist gesorgt:

Am Sonntag startet der "Kleine Sternensommer des Vergnügens" (siehe Extra). Für eine Woche kommen auf dem Hohen List Künstler, Bildhauer, Musiker und Wissenschaftler zusammen. Das Ziel: "In Workshops kann die Freude am eigenen kreativen Arbeiten ausgelebt, in Konzerten, Vorträgen, Lesungen und Präsentationen der besondere Geist dieses wunderbaren Orts erfahren werden", sagt die Malerin Jutta Schulte-Gräfen. Bei einem großen Abschlussfest am 28. August können sich dann alle Interessierten ein Bild des kreativen Schaffens machen.
Einnahmen durch Vermietung


Der Öffentlichkeit zu zeigen, was auf dem Kultur- und Bildungsort Sternwarte möglich ist, bedeutet für die Künstlergruppe auch ein "ganz großes und sichtbares Lebenszeichen", erklärt der zweite Vorsitzende Tim Becker.
Ein Zeichen, das möglichst bis nach Nordrhein-Westfalen (NRW) reichen soll, denn dort wird maßgeblich über die Zukunft der Sternwarte entschieden. Das Areal gehört dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Nordrhein-Westfalen. Mit dem hätte die Künstlergruppe gern einen Mietvertrag für das ehemalige Hauptgebäude und das benachbarte frühere Wohnhaus geschlossen, was aber bislang nicht gelungen ist. "Dort wollen wir Ateliers an Künstler vermieten, um so die Unterhaltungskosten von gut 30 000 Euro pro Jahr zu decken", sagt Jutta Schulte-Gräfen.

Das Land Rheinland-Pfalz hat zwischenzeitlich mitgeteilt, das Areal nicht übernehmen zu wollen. Bleibt nur ein ernsthafter Interessent: Die Verbandsgemeinde Daun hat dem BLB das Angebot gemacht, Gebäude und Gelände für einen symbolischen Euro zu kaufen, hat aber bislang noch keine Antwort bekommen.Mietvertrag bis September


Großes Interesse daran, dass NRW endlich über die Zukunft der Sternwarte entscheidet, hat auch die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel (AVV). Sie hat eine Kuppel noch von der Uni Bonn gemietet und nutzt sie für Führungen und Vorträge.

Gut 7000 Euro Miete werden jährlich fällig, der Vertrag ist jeweils um ein Jahr verlängert. Er laufe im September aus, demgemäß bestehe "Handlungsbedarf", sagt Wilhelm Seggewiß (Daun), Vorsitzender der AVV und früherer Leiter des Observatoriums. "Wir haben wie die Künstlergruppe nach wie vor großes Interesse daran, die Immobilie zu erhalten."Extra

Künstlergruppe bei Daun organisiert Veranstaltungen auf Observatoriumsgelände
Foto: (e_daun )

Sonntag, 21. August: Auftaktveranstaltung Sternstunden und Klangwelten, ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen, Führungen der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel und der Künstlergruppe, 17 Uhr Kuppelkonzert mit dem Quartett Saxoforte. Mittwoch, 24. August: Kurzvorträge aus Astronomie, Kunst und Mythen zur Einstimmung auf die Kunst-Workshops. Donnerstag, 25. August, bis Samstag, 27. August: Workshops "Maare, Mythen und Legenden: Vom mystischen Wesen bis zum vergnügten Vulkanier" (Workshop Ton und Keramik mit Melanie Ziemons-Mörsch), "Wir holen uns die Sterne vom Himmel: Sterne und Sternzeichen" (Workshop Bildhauerei und Skulptur mit Georg Wittwer, Workshop Malerei mit Jutta Schulte-Gräfen). Sonntag, 28. August: Abschlusspräsentation und großes Sternenfest, 12 Uhr Frühstück mit Künstlern, 14 Uhr Kaffee und Kuchen, Begehung des Kunstparcours und der Kolloquien, Musik und Vergnügen. Zum Kindermalkurs am 28. August zwischen 14 und 16 Uhr sind alle Kinder eingeladen, Bilder zum Motto "Sonne, Mond und Sterne" zu malen, zu präsentieren und mit nach Hause zu nehmen. Malutensilien sind vor Ort vorhanden.sts