1. Region
  2. Vulkaneifel

Künstlergruppe SternwARTe zeigt Ausstellung in Dauner Volksbank

Kunst : Künstlergruppe SternwARTe zeigt Zwischentöne auf Leinwand

Mit einem Sprechgesang im Walzertakt startete die dritte Jahresausstellung der Künstlergruppe SternwARTe. Das Motto der Kunstwerke aus verschiedenen Sparten – Textilkunst, Malerei, Grafik, Lyrik oder Skulptur – hat passend dazu einen musikalischen Anklang: „Zwischentöne“ heißt sie.

Michael Frangen, Leiter der Musikschule Vulkaneifel, gab den Chorleiter und hatte zuvor Zettel ans Publikum verteilt mit Worten, die im Rhythmus zu Cello und Piccoloflöte gesprochen wurden. „Treue, ehrlich, hilfsbereit“, lautete eine Phrase, „Friede, Freude, Frohsinn, Mut“ eine andere. Der improvisierte Kanon spiegelte die Werte, welche die SternwARTe bei ihrem jahrelangen Kampf gegen die Bürokratiemühlen gut gebrauchen kann. Denn es war und ist nicht leicht, das große Ziel zu erreichen: das einst von der Uni Bonn genutzte und leerstehende Observatorium Hoher List zu einem Begegnungs- und Atelierzentrum für Bildende Künste, Musik und Literatur zu machen.

In seiner kurzen Einführungsrede verriet Voba-Regionalmarktleiter Thomas Klassmann, dass im Hinblick auf dieses Großprojekt bald eine wesentliche Hürde genommen sein könnte. Und noch inoffiziell hieß es, dass der seit langer Zeit vorbereitete Kaufvertrag, dessen Abschluss bislang an diffizilen Details scheiterte, nun endlich unter Dach und Fach komme. Noch allerdings dienen also andere Räume den Kunstschaffenden als Ausstellungsort für ihre dritte Gemeinschaftsausstellung: das Foyer und die oberen Geschosse der Dauner Volksbankfiliale.

Zwanzig Mitglieder der Künstlergruppe haben sich der gemeinsamen Idee gestellt, zu „Zwischentönen“ zu arbeiten. „Ganz schön schwierig“, meint Georg Wittwer, Objektkünstler aus Bereborn, „gerade weil das Thema so wenig festlegt und vorgibt.“ Einer seiner Beiträge besteht aus zwei miteinander verwobenen Schreibmaschinen, auf denen der Titel des Kunstwerks „Do you hear the whistleblower?“ in die Tasten gehämmert ist.

Wuchtig auch wirken die Ton-Plastiken von Renate Wittkuhn-Ring – zum Beispiel der Luftsprung eines massiven Körpers, zugleich voller Glück in seinem Schwung. Ganz zart hingegen kommt die Textilkunst von Gabriele Schulz daher, in Nunotechnik mit Wolle und Maulbeerseide. Und verspielt ist das Gemälde „Billie Eilish“ von Mara Tombers, in dem feurige Erde und rosa Wolken einander begegnen.

Manfred Etten, im Vorstand der Künstlergruppe, betont in seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog: „Zwischentöne sind nicht zu verwechseln mit Wischiwaschi.“ Zwischentöne markieren keinen Punkt, sondern eine Strecke. „Das Dazwischen hat eine zeitliche Dimension, ist Prozess, Fortgang, Genese und ‚Geschichte‘.“ Etten schildert, dass menschliches Leben in und mit Grenzen und Gegensätzen stattfindet, Traum und Wachen, Gefühl und Verstand, Tag und Nacht. „Erst mithilfe der Zwischenräume erkennen wir bestimmte Konstellationen, Muster, Figuren und Verbindungen. Ohne dieses Dazwischen können wir wahrscheinlich überhaupt nichts sehen, begreifen, denken, formulieren und mitteilen.“

Die Künstlergruppe SternwARTe stellt in der Dauner Volksbank aus. Foto: TV/Angelika Koch

Die Ausstellung „Zwischentöne in Wort und Klang“ ist noch bis zum 14. Februar in der Dauner Niederlassung der Volksbank RheinAhrEifel zu sehen.