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Künstlergruppe zeigt Werke in der Gerolsteiner Fußgängerzone

Kunst : Die Kunst zieht ein in Gerolstein

Die „Gruppe Feldkunst“ eröffnet ihr Studio in der Hauptstraße der Brunnenstadt. Ausstellungen und Workshops sollen die Einkaufsmeile beleben.

Die Gruppe Feldkunst setzt seit langen Jahren eigene und Werke anderer Mitstreiter an ungewöhnlichen Orten in Szene. Die sogenannten „Feldversuche“ waren oftmals in einer Umgebung zu sehen, die artfremder nicht sein könnte: unter anderem in der Gerolsteiner Drahtfabrik in Oos oder im alten Pferdestall des Prümer Konvikts.
Nun hat sich die Künstlergruppe um Fritz Thiel, Rolf Simmerer, Lydia Albersmann, Lydia Schend und Paulus Remmers dazu entschlossen, auch konventionelle Räume für die Ausstellung ihrer Arbeiten zu nutzen: In die Hauptstraße 55 zieht die Kunst ein - unter tatkräftiger Mithilfe des Gerolsteiner Gewerbevereins Gero-Team.
„Kunst ist gut, Kunst belebt“, begründet der erste Vorsitzende Hans Hermann Grewe die Unterstützung der Gruppe.

Das Gero-Team fungiert als Scharnier zwischen dem Vermieter und den Künstlern. „Das Ladenlokal stand lange Zeit leer“, erzählt Grewe. „Unser Plan: Sobald sich ein Interessent findet, versuchen wir, für das Studio Feldkunst andere leerstehende Geschäftsräume aufzutun.“
Das Künstlerteam ist mit dieser Vorgehensweise einverstanden. „Wir haben hier vorübergehend einen Platz gefunden, um unsere Arbeiten auszustellen, Seminare und Workshops zu veranstalten“, sagen Fritz Thiel und Rolf Simmerer. Die Gruppe hat ein Konzept im Sinn, das andernorts bereits half, Leerstände in Innenstädten zu beseitigen. „Kunstausstellungen in zeitweise nicht genutzten Ladenlokalen haben beispielsweise in Kyllburg und Blankenheim geholfen, die Stadtzentren wieder zu beleben“, berichtet Thiel.

„Das Studio soll als kultureller Treffpunkt, Anlaufstelle für Künstler und Kunstbegeisterte und als
Kommunikationszentrum dienen und kreative Impulse liefern.“ Auf längere Sicht wolle die Gruppe ein Umfeld schaffen, das Besuchern und Einwohnern der Stadt eine weitere Attraktion biete. „Zumal es solch ein Angebot in und um Gerolstein in dieser Form nicht gibt“, sagt Simmerer.
Wann immer es sich ergebe, könnten von der Basis in der Hauptstraße 55 aus auch weitere Leerstände  bespielt  werden und Kunst in den brach liegenden Schaufenstern gezeigt werden. „Anfragen dazu gibt es
bereits“, sagen die Künstler.
Erhöhten Bedarf dazu scheint es im Gerolsteiner Stadtzentrum zurzeit
nicht zu geben. „Aktuell gibt es dort vier Leerstände, aber auch
bereits Interessenten für den einen oder anderen Laden“, sagt Hans-Herman Grewe, der Vorsitzende der Gerolsteiner Gewerbetreibenden.
Das könne sich natürlich schnell ändern: „Doch wenn plötzlich zehn
Geschäfte schließen und überall Kunst ausgestellt ist, wäre das auch
kontraproduktiv.“
Das Studio Feldkunst sei ein Non-Profit-Unternehmen, sagen Thiel und Simmerer: „Die ausgestellten Werke werden hier nicht verkauft, doch Interessenten können Kontakt zu den Künstlern aufnehmen.“