Künstlerin und Gestalterin Lydia Schend aus Daun stellt in der Galerie Pi in Weißenseifen aus

Kunst : Liebe zu Kunst und Natur erschließt neue Welten

„Wesensart“ ist der Titel der Schau der Künstlerin und Gestalterin Lydia Schend (Daun) in der Galerie Pi in Weißenseifen. Bis zum 14. Juli sind ihre Malerei, Skulpturen und Holzschnitte dort ausgestellt.

(bb) Keinen besseren Ort, um ihre Arbeiten erstmals in einer großen Einzelausstellung in der Eifel zu zeigen, könne es für sie geben als diese Galerie in Weißenseifen – „meines Erachtens der am meisten inspirierende Ort weit und breit“, sagt Lydia Schend. Tatsächlich scheinen die Bilder auf leichten Tüchern oder auf Rückwänden von ausrangierten Möbelstücken, die Skulpturen aus Ton und Holz und all die weiteren Beispiele ihres Könnens wie für den markanten Galerieraum mit seinem Holzscheiben-Fußboden und seinen wandelbaren Möglichkeiten der Präsentation gemacht zu sein.

  Immerzu, neben Studium und Beruf, hat die aus Daun stammende Künstlerin (siehe Info) gemalt, installiert, modelliert.

Lydia Schend deutet auf ein im Englischen Garten in Berlin entstandenes Gemälde mit einem weißen Wisent in Öl auf Sperrholz. Und erklärt mit Blick auf ihre Liebe zu Kunst und Natur gleichermaßen:  „Damit ging es richtig los.“

Wie es weiterging, ist nun hier in Weißenseifen zu sehen: mit Pastellkreide gezeichnete Tiere, die an Höhlenmalerei erinnern; in Öl gemalte, durchaus realistische Darstellungen von Hirschen und Echsen und Bären; mit Kohlestift festgehaltene Wisente auf den Börsentabellen einer Tageszeitung.

Mit Pflanzenfarben (Brombeeren, Butterblumen, Holunder, Rosenblätter) auf Karton, Tapete und Papier gibt sie Menschen, Tieren und Mischwesen Gesichter, die an „Veronikas Schweißtuch“ erinnern. Oder vereinigt in einer Tonskulptur die Köpfe der vier Paradieswächter („Cherub“).

In mehreren Bildern der Ausstellung erinnert sie an den Künstler Joseph Beuys, der – so beschreibt es Lydia Schend – „an alten Mythen und ihrer Transformation zur Überwindung des Materialismus anknüpfte und selbst zum Mythos wurde“.

  Gewidmet sind Ausstellung und Katalog Christoph Schend, dem verstorbenen Vater der Künstlerin. Er habe ihr schon als Kind mit seiner Liebe zur Kunst und zur Natur andere Welten erschlossen, erklärt sie. Und ihr wohl auch sein künstlerisches Talent vererbt, meint sie. Die Galeristin Christiane Hamann bezeichnet im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund Lydia Schends aktuelle Ausstellung als „eine qualitative Stufe in ihrem Leben und Werk“.

Die Ausstellung „Lydia Schend - Wesensart“ ist bis zum 14. Juli (Finissage um 16 Uhr) in der Galerie Pi in Weißenseifen zu sehen. Und zwar von freitags bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.