Küster kümmert sich seit 65 Jahren um Kirchengerät und Kerzen

Küster kümmert sich seit 65 Jahren um Kirchengerät und Kerzen

Gregor Jaax ist seit 65 Jahren Küster der St. Apollinaris-Kirche in Brück. Seither sorgt der 82-Jährige für Kirchengerät, legt die Gewänder bereit, öffnet und schließt das Gotteshaus und verrichtet weitere Dienste. In der Messe am Samstag, 17. September, 19 Uhr wird ihm dafür gedankt.

Dreis-Brück. Küster zu sein hält offenbar fit. Dafür ist Gregor Jaax das beste Beispiel. Zeitlebens sei er zu Fuß zur Kirche gegangen, erzählt er im TV-Gespräch. In den ersten Jahren seines Küsterdienstes, den er als 17-Jähriger von seinem Vater übernommen hatte, war das keine große Kunst. Wohnte die Familie doch gleich neben der Kirche. Doch längst ist er mit seiner Familie "Im Sittert" am Ortsrand von Brück zu Hause. Gregor Jaax war Landwirt und Hausschlächter, er ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter und vier Enkelkinder.
Überhaupt sei am Anfang alles anders gewesen, erinnert er sich. Da wurde noch von Hand geläutet, morgens um sechs, mittags um halb zwölf, abends um halb sieben. Da wurden noch zwei Werktagsmessen pro Woche gefeiert, und jeden Sonntag war in der Brücker Kirche Frühmesse. Und bevor es die Ölheizung gab, musste im Winter im Kirchenkeller der Holzofen angemacht und in Gang gehalten werden. "Wenn es besonders kalt war, bin ich in der Nacht vor der Frühmesse ein oder zwei Mal zum Holznachlegen in die Kirche gegangen", sagt Gregor Jaax.
Heute ist ein Mal im Monat eine Werktagsmesse und ein Mal im Monat eine Sonntagsmesse in der St.-Apollinaris-Kirche; hinzu kommen die Gottesdienste bei Sterbefällen. Eine Stunde vor Beginn findet er sich in der Kirche ein, legt im Altarraum Kissen, Klingel und Gebetbücher für die Messdiener bereit, richtet Wein und Wasser, legt in der Sakristei das Messgewand für den Priester aus und wählt die Kutten für die Messdiener aus. Kurz vor Beginn des Gottesdienstes zündet Jaax die Kerzen auf den Altären an. "Und dann setze ich mich zu den anderen in das Kirchenschiff." Doch nicht irgendwohin, sondern an den Platz, an dem ein Kästchen mit einem Knopf befestigt ist. Diesen Knopf betätigt der Küster während der Wandlung zwei Mal, um die Glocke schlagen zu lassen. "Das ist praktisch", findet er. Und so wie er bei Gottesdiensten der Erste in der Kirche ist, geht er schließlich auch als Letzter nach Hause.
Längst hat die Brücker Kirche ein elektrisches Geläut. Das Auf- und Zuschließen am Morgen und am Abend ist geblieben. Dass Gregor Jaax noch so gut zu Fuß ist, hat einen weiteren Grund: Er ist ein leidenschaftlicher Pilger. Seine liebsten Wallfahrten sind die dreitägige Maria-Hilf-Prozession von Hillesheim nach Koblenz und die Fußwallfahrt nach Barweiler. Den Küsterdienst aufgeben? Gregor Jaax schaut erstaunt. "Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen", sagt er lachend. Der Gottesdienst, in dem er geehrt wird, ist am Samstag, 17. September, um 19 Uhr. bb