Kurze Gespräche, überraschendes Aus

Kurze Gespräche, überraschendes Aus

Frühe Aufgabe: Bereits kurz nach Aufnahme der Verhandlungen ist die Fusion der Volksbank (Voba) Rhein-Ahr-Eifel mit der wesentlich kleineren VR-Bank Nordeifel gescheitert. Als Grund werden unterschiedliche Auffassungen über die künftige Steuerung des Unternehmens genannt.

Daun/Bad Neuenahr-Ahrweiler/Schleiden. "Nach eingehender Prüfung hat sich gezeigt, dass beide Partner in Kernfragen der künftigen Steuerung des fusionierten Unternehmens, also in strategischen Dingen, keine Übereinstimmung erzielen konnten. Unsere Gespräche betreffend einer Fusion sind an dieser Stelle beendet", begründete Bernhard Kaiser, Vorstandsvorsitzender der Voba Rhein-Ahr-Eifel. Der kleinere Partner hatte keine Angst

Nähere Angaben zu den Gründen des Scheiterns wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht machen, da zuerst noch der Aufsichtsrat und die Regionalbeiräte informiert werden sollten. Die Frage, ob der kleinere Partner Angst hatte, im neuen Verbund "unterzugehen", verneinte Kaiser aber deutlich. Er sagte: "Wir hätten auch im Bereich Nordeifel einen Regionalmarkt mit eigenen Kompetenzen gebildet. Und die beiden Vorstände wären auch im Amt geblieben." Die Voba Rhein-Ahr-Eifel spielt mit einer Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro, 76 000 Mitgliedern, 135 000 Kunden sowie 42 Filialen, neun zusätzlichen Automaten-Standorten und knapp 600 Mitarbeitern eine bedeutende Rolle in der Bankenlandschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz. Vom Rhein bis an die Südgrenze des Kreises Vulkaneifel reicht ihr Geschäftsgebiet, zu dem annähernd die ganze Verbandsgemeinde Daun und die komplette Verbandsgemeinde Kelberg gehören. Die VR-Bank Nordeifel, die ihren Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Schleiden (Kreis Euskirchen) hat, ist mit einer Bilanzsumme von 440 000 Euro, 17 000 Mitgliedern, 36 000 Kunden, zwölf Filialen und 136 Mitarbeitern wesentlich kleiner. Erst Mitte März hatten die beiden Banken die Gespräche aufgenommen, bereits in diesem Sommer hätte die Fusion vollzogen werden sollen. Ziel war es, "unsere Position in der Region durch einen gemeinsamen Vertrieb zu stärken", hatte Kaiser gesagt. Dabei hätte das Filial-Netz beibehalten werden sollen (der TV berichtete). Nun das rasche Ende. Und das war laut Kaiser ebenfalls gewollt: "Es war klar, dass wir sofort einen Schlussstrich ziehen, falls wir merken, dass es nicht klappt. Denn Fusionsverhandlungen unnötig in die Länge zu ziehen, bringt nur Unruhe in die Häuser und verunsichert die Mitarbeiter." "Wir gehen nicht von einer Fusion in die andere"

Karl Goertz, Vorstand der VR-Bank Nordeifel, wollte sich ebenfalls nicht zu Details äußern, er verneinte aber die Frage nach anderen Fusionsbestrebungen: "Wir gehen doch nicht von einer Fusion in die andere. Es sind derzeit definitiv keine anderen Partner im Gespräch." In die gleiche Kerbe schlug auch Kaiser. Die Frage, ob nun Gespräche mit anderen potenziellen Partnern, beispielsweise der Voba Eifel-Mitte mit Hauptsitz in Gerolstein geführt würden, verneinte der Vorstandvorsitzende: "Das ist kein Thema, und es gibt auch keine Gespräche." Auch ohne Fusion hätte sein Haus in diesem Jahr genug zu tun, "um gegen die Kampfkonditionen der Global Player in der Heimat zu bestehen".

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