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Kyll-Renaturierung soll im Ortskern von Stadtkyll im Juli fertig sein

Renaturierung der Kyll : Brücken, Stege und ein neues Flussbett in Stadtkyll

Die Renaturierung der Kyll im Ortskern von Stadtkyll wird Ende Juli voraussichtlich abgeschlossen sein. Hinter den Hausfassaden an der Bundesstraße 421 wird die Landschaft für 1,5 Millionen Euro völlig neu gestaltet.

„Von der Kyll war auf dem innerörtlichen Abschnitt kaum etwas zu sehen, sie floss durch eine Art Kanal“, sagt Annabell Klar, Bio- und Geowissenschaftlerin beim Planungsbüro Hömme. Steile und dicht bewachsene Böschungen und ein beengter Flussverlauf machten es bisher unmöglich, sich auf dem Areal des Kyllparks und der „Kirmeswiese“ am Gewässer aufzuhalten. Doch die im September des vergangenen Jahres begonnen Arbeiten zur Renaturierung der Kyll geben dem Fluss und der Landschaft jetzt ein ganz neues Gesicht.

„Insgesamt haben wir einen 800 Meter langen Flussabschnitt bearbeitet“, erzählt Frank Hömme, Chef des Planungsbüros. „Dabei haben wir Wert darauf gelegt das Flussbett zu erweitern, die Uferböschungen abzuflachen und und neue Fußwege anzulegen, beziehungsweise bestehende zu verbreitern.“

Dabei gelte es eine Faustregel zu beachten, sagt der Planer: „Wir wollen der Natur Möglichkeiten geben, sie gestaltet selbst.“ Dass Mutter Natur bereits mit der Arbeit begonnen habe, ließe sich in dem nun sanft geschwungenen Flussverlauf an einigen Stellen gut beobachten.

„An einigen Stellen sammelt sich Material an, es entstehen kleine Inseln und Biotope, weil das Wasser in dem breiteren Flussbett die Möglichkeit hat, unterschiedlich schnell zu fließen“, erklärt Hömme. In der Flussbiegung am Ende der renaturierten Strecke, unmittelbar an der „Kirmeswiese“, wurde eine künstliche Insel aufgeschüttet.

„Der neue Badestrand Stadtkylls“, sagt Frank Hömme halb im Scherz. Aber nur halb, denn die letzte Kurve der im Sommer träge dahinfließenden Kyll sieht aus, wie das Kinderparadies schlechthin.

Auch für ältere Generationen hat der Kyllpark, der laut Annabell Klar voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August eröffnet werden kann, einiges zu bieten. Zurzeit entstehen grill- und Aufenthaltsplätze unmittelbar am Gewässer - das gesamte, rund drei Hektar große Gelände wird eine Perle der

Naherholung. Um nachvollziehen zu können, was auf dem Areal bisher seit September geschehen ist, müssen Zahlen her: „Insgesamt wurden 11 195 Kubikmeter Erde bewegt und 3 470 Tonnen Natursteine verbaut“, berichtet Annabell Klar vom Planungsbüro. Und darüber hinaus erhält der Kyllpark nagelneue Brücken.

„Wegen der Abflachungen der Uferböschungen waren neue Brücken notwendig, zudem hatte der Übergang zur Festwiese einen Mittelpfeiler, der vor allem bei Hochwasser den Abflussquerschnitt stark einschränkte“, sagt Klar.

Als die erste der Brücken, die in Niedersachsen von der Firma Schmees & Lühn vormontiert und im Laufe der Nacht nach Stadtkyll transportiert wurden, montiert ist, darf Bürgermeister Harald Schmitz sie als erster Stadtkyller überqueren. „Die neue Brücke an dieser Stelle kann mit einem Rettungswagen befahren werden, die Zweite, eine Radbrücke in einer Breite von zwei Metern ersetzt den maroden Übergang, der ohnehin seit vier Jahren gesperrt war“, sagt Schmitz.

 „Das gesamte Projekt wird im Rahmen der Aktion Blau Plus durch das Umweltministerium des Landes mit 90 Prozent der Kosten von 1,55 Millionen Euro gefördert“, sagt Edgar Steffes von der Baubehörde der Verbandsgemeinde Gerolstein.

Die renaturierte Fläche ist kaum wiederzuerkennen. Foto: TV/Schramm, Johannes

Die Kosten für die Herstellung, den Transport und die Montage der Brücken in Höhe von rund 170♦000 Euro seinen in den Kosten des gesamten Projektes inbegriffen.