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Kyllumbau erhitzt weiter die Gemüter

Kyllumbau erhitzt weiter die Gemüter

Der in Kürze startende Umbau der Kyll in Gerolstein sorgte erneut für heftige Diskussionen im Stadtrat. Wegen der Ungereimtheiten bei der Vergabe der Planungsleistungen, auf die die Grünen mehrfach hinwiesen, sind inzwischen auch die Kommunalaufsicht und das Ministerium eingeschaltet.

Gerolstein. "Ich lasse mir von niemandem sagen, wie ich mit meinem Personal umzugehen habe - von keiner Fraktion und von keiner Presse." Mit diesen Worten reagierte Rathauschef Matthias Pauly (CDU) auf die massive und wiederholte Kritik der Gerolsteiner Grünen in Bezug auf vermeintliche Ungereimtheiten bei der Auftragsvergabe der Planungsleistungen an das Büro Reihsner aus Wittlich für den Kyllumbau in Gerolstein.
Gesamtumfang schätzungsweise 500 000 Euro. Davon hat die Stadt aber lediglich zehn Prozent zu tragen - wie überhaupt beim gesamten Kyllumbau, der mit drei Millionen Euro veranschlagt ist.
Und weil die Kritik am Tag der Stadtratssitzung im TV veröffentlicht war, bezog Pauly diesen dann gleich in seine Schelte mit ein. Unter anderem hatten die Grünen wegen der ihrer Ansicht nach schlechten Arbeit der Gerolsteiner Bauverwaltung personelle Konsequenzen gefordert. Im TV lautete dementsprechend die Schlagzeile: "Grüne fordern, dass in Bauverwaltung Köpfe rollen".
Nachdem Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz, Rathauschef Pauly und auch Fraktionsvorsitzender Helmut Hauth (alle CDU) die Art und Weise von Tim Steens (Grüne) Kritik missbilligten und darüber ihrem Unmut Luft machten, wurde dieser nochmals deutlich.
Dem Stadtrat sei vom damaligen Stadtbürgermeister Bernd May und dem damaligen Bauamtsleiter Klaus Jansen ein Beschluss untergeschoben worden, der die Stadt viel Geld koste, sie an ein Planungsbüro binde und somit keinen Wettbewerb ermögliche.

Deutliche Worte


"Und wenn wir dann darauf hinweisen, bekommen wir stets die stereotype Antwort der Verwaltung: Es ist alles in Ordnung. Ist es aus unserer Sicht aber eben nicht. Dann muss sich auch keiner wundern, wenn dann die Worte etwas deutlicher ausfallen", rechtfertigte sich Steen.
Und er wiederholte seine Auffassung: "Wir haben seit Jahren ein Problem mit der Bauverwaltung, und trotz des Wechsels an der Spitze funktioniert es nicht. Da ist der Chef der Verwaltung gefragt. Unser Vertrauen ist jedenfalls nachhaltig erschüttert."
Der angesprochene Rathauschef Matthias Pauly informierte darüber, dass Steen inzwischen auch die Kommunalaufsicht eingeschaltet und er selbst wegen der Vertragsangelegenheiten demnächst im Umweltministerium in Mainz ein Gespräch habe. Das bezuschusst das Vorhaben mit 90 Prozent. Pauly ließ auch durchblicken: "Es gibt möglicherweise einen Verfahrensfehler. Aber das kann jedem passieren." Sein Antrag, das Thema zu vertagen bis die Stellungnahme der Kommunalaufsicht vorliegt und er das Gespräch mit dem Ministerium geführt hat, wurde einstimmig beschlossen.
Auch Steen stimmte dafür - er sagte abschließend: "Ich erkenne an, dass der Wille aller Fraktionen da ist, das Thema nicht unter den Tisch zu kehren." Übrigens: Kommenden Montag soll der Umbau endlich starten.