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Kyllumbau vorm Bahnhof Gerolstein ist gestartet

Bauvorhaben : Tack, tack, tack – an der Kyll geht’s ab

Die Stadt Gerolstein lässt das Kyllufer zwischen Bahnhof und Post für rund 1,1 Millionen Euro umgestalten.

Tack, Tack, Tack, Tack. Das aktuelle Getöse im Bereich des Bahnhofs fällt gar nicht weiter auf, denn die Station wird bereits seit Monaten umfangreich umgebaut. Der Lärm rührt aber von einer weiteren Baustelle, auf die die Gerolsteiner schon lange gewartet haben und die nun begonnen wurde: der Umbau der Kyll zwischen Bahnhof und Post.

Tack, Tack, Tack, Tack. Der Bagger rammt die drei Meter langen Spundwände ins Kyllufer. Eine nach der anderen. Entlang der mit Neonfarbe gezogenen Linie. So entsteht Stück für Stück die Wand, die die eigentlichen Arbeiten an der gut drei Meter hohen Böschung erst ermöglicht, da sie das Wasser fernhält.

Wo jetzt noch eine Betonmauer und unwegsame Böschungen liegen, sollen Stufen vom Niveau des Bahnhofs bis runter zum Fluss gebaut werden. Sie sollen zum Entspannen bis zur Abfahrt des Zuges einladen. „Die Aufenthaltsqualität in dem Bereich wird deutlich erhöht. Das kommt vor allem um Reisenden zugute“, sagt Stadtbürgermeister Uwe Schneider (SPD).

Bis zur gestrigen Stadtratssitzung war quasi zentraler Aspekt der Baumaßnahme der Erhalt der alten Linde in der Mitte des Areals. Es sollte drumherum gebaut werden. Für Polier Heinrich Klein von der Firma Klein aus Jünkerath, die den Auftrag für den Kyll-Umbau vorm Bahnhof bekommen hat, stellt dies die größte Herausforderung dar. Er sagt: „Das bedeutet besondere Vorsicht und sehr viel Handarbeit. Zunächst einmal müssen wir das komplette  Wurzelwerk freilegen, damit wir sehen wie weit es reicht.“ Das ist nun teilweise geschehen. Und auch beim Setzen der Spundwände haben die Arbeiter bislang viel Vorsicht walten lassen, schließlich durfte der große Bagger beim Rangieren und Schwenken der Eisenplatten den Baum nicht rammen.

Jetzt, fünf Jahre nach der ursprünglichen Planung, ist es also soweit: Die Stadt Gerolstein lässt das Kyllufer zwischen Bahnhof und Post für rund 1,1 Millionen Euro umgestalten. Zu den Verzögerungen ist vor allem deshalb gekommen, weil es bei der ursprüngliche Planung zu einer Kostenexplosion gekommen war, die eine abgespeckte Planung samt neuer Zuschussverhandlungen mit dem Umweltministerium in Mainz erforderte. Das alles zog sich lange hin. Im Herbst vergangenen Jahres, als dann ein Baustart möglich erschien, wurde dann aber lieber auf die Bremse getreten als überhastet loszulegen. „Wir starten im März 2021, weil wir uns ab dann stabiles Wetter erwarten. Und wir gehen davon aus, dass wir bis November, Dezember 2021 das Projekt abgeschlossen haben“, sagte seinerzeit Stefan Kaspari vom Planungsbüro Reihsner.

Norbert Lenz von der ausführenden Baufirma Klein aus Jünkerath, die den Zuschlag zum Angebotspreis von 841 000 Euro erhalten hat, meint: „Das ist ein sehr schönes Projekt.“ Die Firma werde durchschnittlich mit drei bis fünf Leuten auf der Baustelle tätig sein, kündigte er an. Und nun ist die Mannschaft vor Ort und arbeitet.

Das ist viel Geld, für Gerolsteins Stadtbürgermeister Uwe Schneider  aber gut angelegt. Er sagte: „Hier entsteht etwas ganz Besonderes: Gemeinsam mit dem Umbau der Bahnstation, den die Deutsche Bahn vornimmt, wird hier ein ganz neues Eingangstor von Gerolstein geschaffen.“

Geplant ist, dass die Begrenzungsmauer zum Bahnhof abgerissen und durch eine ebenerdige Tritt- und Sitzstufen-Anlage bis runter zur Kyll ersetzt wird. Dadurch soll der Fluss „erlebbar“ gemacht und eine „hohe Aufenthaltsqualität“ geschaffen werden. Die alte, mächtige Linde spielte bei der Planung stets eine zentrale Rolle: Sie sollte erhalten bleiben und in das Ensemble integriert werden. Lenz versprach: „Wir werden beim Umbau sensibel vorgehen und aufpassen, dass dem Baum nichts passiert.“

Auch in Höhe des bisherigen Parkplatzes zwischen Bahnhof und Postgebäude wird die Kyll zugänglich gemacht. Der Bereich bis zum Bahnhofsgebäude, über den die Bahnhofstraße führt, wird ebenerdig gestaltet, verkehrsberuhigt und optisch hervorgehoben. Kaspari: „Das Areal bekommt einen Platzcharakter.“