Länder machen gemeinsame Sache bei der A 1

Länder machen gemeinsame Sache bei der A 1

Dauerbrenner A-1-Lückenschluss: Der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) hat sich beim Besuch in der Eifel mehr Tempo in der Planung ausgesprochen. Eine Prognose, wann das Projekt realisiert wird, wagte er nicht.

Daun/Mainz/Düsseldorf. An der Unterstützung der Bevölkerung scheitert es nicht, dass der Lückenschluss der Autobahn (A) 1 zwischen Tondorf-Blankenheim und Dreis-Brück noch nicht vollzogen ist. Gut 36 000 Bürger haben vor zwei Jahren mit ihrer Unterschrift die Vollendung des Vorhabens gefordert. Aber nach wie vor ist es eine schwere Geburt, und auch der in der rheinland-pfälzischen Landesregierung zuständige Minister Roger Lewentz (SPD) ließ sich bei einer Stippvisite am Autobahnende auf dem Radersberg bei Dreis-Brück keine Prognose entlocken, wann die Lücke tatsächlich geschlossen werden kann. Die Botschaft seines Besuchs: Es gilt, bei der Planung der drei ausstehenden Teilstücke aufs Tempo zu drücken, damit "wir ein Stück vom Kuchen" für den Lückenschluss abbekommen. Der Kuchen ist das von der Großen Koalition beschlossene und mit fünf Milliarden Euro ausgestatteten Infrastrukturbeschleunigungsprogramm. "Wir", das sind Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Lewentz versicherte, im Nachbarland habe das Vorhaben eine genauso hohe Priorität wie in Mainz. Er äußerte sich optimistisch, bei der Bundesregierung Gehör zu finden für die Bedeutung des Lückenschlusses, wenn sich die beiden Länder gemeinsam für das Projekt einsetzten. Die Naturschutzfachbehörden des Bundes haben sich zwischenzeitlich mit dem Vorhaben befasst, deren Stellungnahme wird derzeit im Verkehrsministerium in Berlin geprüft.
Lewentz verwies noch einmal darauf, dass die Schließung der Lücke nicht billig wird. Allein das zehn Kilometer lange Teilstück von der Anschlussstelle Kelberg bis Adenau koste 152 Millionen Euro, für die beiden übrigen würden jeweils knapp über 80 Millionen Euro fällig. Im vergangenen Jahr hat Rheinland-Pfalz sein Teilstück (Kelberg bis Adenau) zum Weiterbau für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Nur wenn das Vorhaben in diesem Plan steht, gibt es eine Chance auf Umsetzung. Voraussichtlich im kommenden Jahr wird der Plan neu aufgestellt. Lewentz appellierte, in der Wahlperiode des Bundestags bis 2017 so viel wie möglich voranzubringen, damit "auch endlich wieder ein Spaten" für den A-1-Weiterbau in die Hand genommen werde könne.
Wann wird das sein? Lewentz: "Nein, von mir wird keine Jahreszahl hören."
Trotz der Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung gibt es auch Gegner des Lückenschlusses. So habe der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und weitere Umweltverbände in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Widerstand gegen den Weiterbau angekündigt. Durch ihn würde "die einzigartige Eifellandschaft irreversibel zerstört."Extra

Die Lücke in der Eifel auf der A 1 zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und der Anschlussstelle (AS) Kelberg ist noch rund 25 Kilometer lang. Zuletzt wurde 2012 das 2,2 Kilometer lange Teilstück zwischen der AS Gerolstein und der AS Kelberg eröffnet. Die Kosten für den Lückenschluss werden vom rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium auf etwa 320 Millionen Euro geschätzt. sts