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Lärm und die Hoffnung auf mehr Grün

Lärm und die Hoffnung auf mehr Grün

Die Sanierung der Hauptstraße in Gerolstein geht in die zweite Runde. Von der Kreissparkasse bis zum Rondell wird zunächst der Fahrbahnbelag erneuert. Auch im Bereich des Brunnens wird sich einiges verändern. Nur einer der Gastronomiebetriebe hat sich bisher entschlossen, eine Terrasse bauen zu lassen.

Gerolstein. Bagger, Schaufeln und Rüttelplatten beherrschen derzeit das Bild in der Hauptstraße in Gerolstein. Neun Bauarbeiter der Firma Wadle aus Bitburg erneuern dort seit Montag die Fahrbahndecke und das Pflaster an der Seite. Georg Domin fährt einen kleineren Bagger, der mit einem Abbruchhammer, also einer Art Riesenbohrer, ausgestattet ist. Er lockert das Pflaster an den Geschäften auf, bevor sie der größere Bagger aufnimmt und auf einen Lastwagen zum Abtransport lädt.

Alter Brunnen wird abgerissen



Der Bauabschnitt mit einer Länge von 100 Metern wird die Arbeiter noch bis in den Sommer beschäftigen. Das Gesamtprojekt ist mit 545 000 Euro veranschlagt. Die Kosen für die Bauarbeiten schätzt die Stadt auf etwa 376 000 Euro. Die Differenz machen Bauleitung, Pflanzen, Beleuchtung, Planungs- und Materialkosten aus. 30 Prozent der Kosten bezahlt die Stadt, 70 Prozent werden auf die Gerolsteiner durch wiederkehrende Beiträge umgelegt (siehe Extra).

Zunächst widmen sich die Bauarbeiter der Fahrbahn und der Erneuerung der Wasserleitungen. Zudem wird die Fahrbahn an zwei Stellen um etwa sechs Zentimeter erhöht, damit Autofahrer ihr Tempo verringern müssen. Wenn die Straße saniert ist, sind Brunnen und Rondellvorplatz an der Reihe. Anstelle des alten Brunnens, der abgerissen wird, entsteht ein neuer, der nicht mehr in den Fahrbahnverlauf integriert sein wird, sondern zwei Meter in Richtung Rondell versetzt stehen wird.

Ob die vor Gastronomiebetrieben geplanten vier Terrassen entstehen, ist fraglich. Restaurantpächter oder Hausbesitzer müssten sich mit 33 000 Euro an den Kosten beteiligen. Bisher hat nur der Besitzer der Eisdiele der Stadt zugesagt.

Der Abschnitt zwischen Sparkasse und Rondell soll begrünt werden. "Wir wollen keine Steinwüste", betont Volker Simon, Beigeordneter der Stadt Gerolstein. Stattdessen denkt man an immergrüne Hecken. "So bleibt die Helligkeit für die Straße erhalten", erklärt Simon. Zudem hofft er, dass sich die Anlieger miteinbringen. Dies sei bereits an anderen Stellen in der Stadt erfolgreich geschehen.

Der Baulärm wird Kunden und Geschäftsleute an der Hauptstraße den ganzen Sommer über begleiten. "Wir haben unser Augenmerk darauf gelegt, dass zügig gearbeitet wird, um die Gewerbetreibenden nicht zu sehr zu belasten. Bis zum Stadtfest in der zweiten Augustwoche wollen wir fertig sein", sagt Simon.

Dennoch befürchten die Anlieger wie Francesco Maglio, Inhaber der Pizzeria Piccolo Mondo, Umsatzeinbußen. Doch er ist nicht allein mit diesem Problem. Ein Gastronom in der Hauptstraße hat bereits reagiert. Er bietet zehn Prozent Baustellenrabatt auf alle Hauptgerichte.

EXTRA

FINANZIERUNG



Bei den wiederkehrenden Beiträgen handelt es sich um eine Zahlung, die die Stadt ein Mal jährlich von ihren Bewohnern verlangt. Damit werden Bauarbeiten wie in der Hauptstraße in Gerolstein finanziert. Die Summe berechnet sich pro Quadratmeter entsprechend der Grundstücksgröße. Die Stadt hat die maximal anfallenden Kosten jedoch mit 26 Cent pro Quadratmeter gedeckelt. Das bedeutet: Sollten höhere Kosten anfallen, werden sie auf das darauf folgende Jahr verschoben. In diesem Jahr müssen die Gerolsteiner 25 Cent pro Quadratmeter bezahlen. Den nächsten Bauabschnitt nimmt Gerolstein im Jahr 2013 in Angriff. jur