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LAG Vulkaneifel fördert aktuell 14 Leader-Projekte

Regionalentwicklung : Klettern ist der letzte Schrei

„Wir gestalten gemeinsam die Zukunft“ lautet das Motto der laufenden Leader-Förderung in der Vulkaneifel.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Vulkaneifel ist zuständig für die Vergabe der Fördermittel in ihrer Leader-Region (siehe Seite 9). Anders als im benachbarten Eifelkreis Bitburg-Prüm, in dem sich die Leader-Region auf das Kreisgebiet beschränkt, reicht die Fläche der LAG Vulkaneifel über die Kreisgrenzen hinweg. Das Gebiet umfasst neben dem Vulkaneifelkreis auch die Verbandsgemeinden Traben-Trabach und Wittlich-Land (Landkreis Bernkastel-Kues) sowie die Verbandsgemeinden Cochem, Kaisersesch und Ulmen.

Doch genauso wie in ihren Nachbar LAGen befasst sich eine Jury aus Vertretern von Stiftungen, Verbänden, Schulen und Kommunen mit den die Förderanträgen, die nach regelmäßigen Projektaufrufen vorgelegt werden. Der Jury gehören aktuell 56 Mitglieder an. Die Anträge werden nach den Grundsätzen der sogenannten „Lokalen integrierten ländlichen Entwicklungsstrategie“ (LILE) bewertet und beurteilt.

Klingt bürokratisch sperrig und ist es auch ein kleines bisschen, doch  der mit der LILE definierte Spielraum, ist groß, ziemlich groß sogar und so flexibel auslegbar, dass die Bandbreite der aktuell geförderten Projekte sich sehen lassen kann. Überschrieben ist die Strategie nämlich mit dem Leitbild „Vulkaneifel: Wir gestalten gemeinsam Zukunft“.

Passend dazu hat die LAG Vulkaneifel vier Handlungsfelder definiert, in der sie gern aktiv sein möchte: „Vitale Dörfer und Gemeinden“, „Profilierung der regionalen Wirtschaft“, „Schutz und Weiterentwicklung der einzigartigen Landschaft“ sowie „Attraktive und liebenswerte Gastgeber-Region“. Sie wiederum sind weiter unterteilt in Entwicklungsziele und einzelne Maßnahmenbereiche.

Den jüngsten und damit fünften Aufruf hat die LAG Vulkaneifel Ende November beschlossen. Bis vorigen Montag konnten dafür Projektanträge eingereicht werden. Stolze 900♦000 Euro stehen als EU-Mittel in diesem Durchgang zur Verfügung, hinzu kommen 100♦000 Euro an Landesmitteln.

Ausschlaggebend für die Bewilligung ist allein der innovative Ansatz der Projekte sowie die formale Erfüllung aller Förderkriterien. Dabei ist es unerheblich, ob ein Antrag von privat oder von einer öffentlichen Einrichtung gestellt wird und auch die Höhe der Förderung ist flexibel. So lange es die Region nach vorne bringt, ist im Prinzip alles möglich.

In der laufenden Förderperiode wurden bisher sowohl kleine Projekte mit vierstelligen Beträgen unterstützt, als auch Initiativen mit großen sechsstelligen Zuwendungen bedacht. Heimlicher Spitzenreiter in Sachen Förderanträge ist dabei übrigens das Jugendzentrum Steineberg. Gleich beim ersten Förderaufruf reichte man einen Antrag ein, scheiterte aber zunächst am bereits ausgereizten Budget. Auch der zweite Versuch war nicht von Erfolg gekrönt, doch beim dritten Mal kam endlich der Zuschlag über eine Unterstützung. Zum Aufbau einer Kletterwand erhält das Jugendzentrum nun 26♦470,50 Euro an EU-Mitteln sowie 8823,50 Euro von Seiten des Landes.

Übrigens ist Klettern anscheinend eines der Lieblingsthemen, mit dem sich Leader-Antragsteller befassen. Nicht nur das Jugendzentrum Steineberg fragte nach Unterstützung beim Aufbau einer solchen Wand, auch die Verbandsgemeinde Daun beantragte eine ähnliche Unterstützung  für eine Indoor-Kletterwand in Gillenfeld, allerdings ohne Erfolg.

Ganz anders die Ortsgemeinde Salmtal: Ihr wurden 25♦090 Euro für den Umbau eines alten Brückenpfeilers zu einem Kletterturm bewilligt. Die Förderung kommt in diesem Fall aber nicht aus Brüssel sondern aus Mainz – in den Kletterturm werden nur Landesmittel fließen.

Das wohl kurioseste und auch ambitionierteste Vorhaben hat die Ortsgemeinde Bergweiler eingereicht. Der einstige Pfarrer Gerhard Wax, hat über Jahre im Pfarrhaus, in Anbauten und auf dem Außengelände eine riesige Sammlung unterschiedlichster Gegenstände aus der Region zusammengetragen und sie der Gemeinde vermacht: etwa 60♦000 Exponate. Zwar hängen die Bergweiler an ihrem „Wax-Kabinett“ doch so richtig weiß niemand, was man damit anstellen könnte. Die LAG Vulkaneifel hat nun entschieden, dass sie helfen möchte und bewilligte 14♦875 Euro zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines multifunktionalen Museums.

Anders als beim Nachbarn im Eifelkreis unterscheidet die LAG Vulkaneifel zwischen „normalen“ Förderanträgen und denen von  ehrenamtlichen Bürgerprojekten. Für sie wurde zweimal ein eigener Projektaufruf gestartet: Dreizehn mal wurden dabei Förderungen über jeweils 2000 Euro zugesprochen – macht also allein 26♦000 Euro zur Unterstützung des Ehrenamts. Das kann sich doch sehen lassen.

Weitere Infos zu allen Projekten und zur LAG Bitburg-Prüm im Internet unter: www.leader-vulkaneifel.de