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Land erlaubt mehr Impfstoffe - Zum Einzelhandel noch keine Entscheidung

Corona-Lage in der Vulkaneifel : Impfzentrum Hillesheim kann unter Volllast fahren

Das Land erweitert die Lieferung von Impfstoffen. Neben einer größeren Menge des Vakzins von Biontech kommt ab Samstag das Serum von Moderna zum Einsatz.

(now) Ab kommenden Montag werden die Öffnungszeiten des Impfzentrums in Hillesheim erweitert, denn die  zentrale Vergabestelle des Landes wolle die Lieferungen der Impfstoffe erhöhen, sagt Kreiskoordinator Dieter Schmitz in der wöchentlichen Corona-Lagebesprechung in der Vulkaneifel. „Dann steht das Zentrum von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends zur Verfügung, auch Bundeswehrangehörige werden uns bei der Arbeit unterstützen.“

Impfberechtigt seien nun auch Menschen über 70, Personen mit Vorerkrankungen und bestimmte Berufsgruppen (Die vollständige Liste für Rheinland-Pfalz ist unter www.impftermin.rlp.de einsehbar).

„Ich appelliere an alle, sich möglichst zügig registrieren zu lassen“, sagt Schmitz. Ab Samstag könne nun auch der Impstoff des Unternehmens Moderna eingesetzt werden. „Es stehen dann rund 200 Dosen zur Verfügung.“ Wie groß die Liefermenge seitens der zentralen Vergabestelle des Landes letztendlich sein werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. „Uns wurde lediglich mitgeteilt, die Impfzentren des Landes sollten sich darauf einstellen, ab der kommenden Woche unter Volllast zu fahren“, sagt Schmitz. „Unsere Organisation steht, wir sind vorbereitet.“

Die Lieferungen mit dem Impfstoff der in die Kritik geratenen Firma AstraZeneca seien bereits in der vergangenen Woche stark zurückgegangen, berichtet der Koordinator. „Es kam in Hillesheim jedoch zu nur einer Handvoll Absagen der Termine, weil Astra Zeneca verimpft werden sollte.“ Das Vakzin sei in diesen Fällen an Nachrücker vergeben worden.

Volker Schneiders, der Chef des Gesundheitsamts, vermeldet beruhigende Zahlen: „Die Inzidenz lag heute Morgen bei 21,4, die insgesamt fünf Testzentren im Kreis sind sehr gut angelaufen und in den Schulen sind keine Hotspots entstanden.“ Lediglich zwei der Kindergärten im Kreis seien von Corona betroffen. „In Üdersdorf ist eine Erzieherin positiv getestet worden, dort befinden sich 20 Kinder und vier Mitarbeiter in Quarantäne - in Gillenfeld war eines der Kinder positiv, 15 Kinder und vier Erzieher sind in Quarantäne, alle anderen weisen negative Tests auf, kein Kindergarten musste geschlossen werden.“ Anhand der geringen Fallzahlen könne man sich jedoch nicht in Sicherheit wiegen, sagt Schneiders. „Die Infektionen werden auch in der Vulkaneifel wieder auf einen höheren Stand klettern, damit ist zu rechnen.“ Welche Verordnungen in dem Fall eines Anstiegs der Inzidenz auf mehr als 50 zu treffen seien, ob also auch die Läden wieder zum Termingeschäft zurückkehren müssten, sei von vielen Faktoren abhängig, sagt Landrat Heinz-Peter Thiel. „Die Zahl von 50 Neuinfektionen binnen sieben Tagen ist im Vulkaneifelkreis schnell erreicht“, sagt Thiel. Dazu reichten ein oder zwei Hotspots - wichtiger sei der Blick auf den klinischen Behandlungsaufwand. „50 positiv Getestete sind nicht automatisch 50 schwer Erkrankte.“ Man habe sich mit dem Land abgestimmt, lokal zu reagieren, es gebe keinen Automatismus, der einen Lockdown nötig mache, solange die Lage lokal gut zu steuern sei und kein Flächenproblem darstelle, sagt Thiel. „In dieser Situation greift eine Allgemeinverfügung des Landrats. Was wir unternehmen, wenn die Zahlen in die Höhe schnellen, können wir erst anhand der Lage  entscheiden. Klar ist: Jede Lockerung wird zu mehr Infektionen führen.“