Landgericht Trier verhandelt über mutmaßliche Straftaten eines 34-Jährigen

Kostenpflichtiger Inhalt: Gericht : Wochenendhaus als Angriffsziel

Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl und Sachbeschädigung werden einem 34-Jährigen vor dem Trierer Landgericht vorgeworfen. Allerdings geht die Anklage von verminderter Schuldfähigkeit aus.

Der hochgewachsene Angeklagte, über den die Dritte Große Strafkammer zu beraten hat, stammt aus Mönchengladbach. Er ist derzeit vorläufig in der psychiatrischen Klinik Nette-Gut untergebracht. Was ihn nach Gerolstein getrieben haben könnte, ist das dort stehende Wochenendhaus seines Vaters. Der hat den Sohn wohl selbst angezeigt.

Dazu die Anklageschrift von Staatsanwältin Frauke Straaten: Im Frühjahr 2019 soll der 34-Jährige in das Gerolsteiner Wochenendhaus des Vaters eingebrochen sein, um dort zu wohnen. Im Haus habe er in der Folgezeit zahlreiche Sachbeschädigungen begangen – sogar ein Waschbecken sei aus der Wand gerissen worden. Der Gesamtschaden an Haus und Einrichtung wird mit mehr als 50 000 Euro beziffert. Außerdem seien mehrere Elektrogeräte entwendet worden.

Am Abend des 20. Mai 2019 und am folgenden Abend soll der Angeklagte auch „außerhäuslich“ aktiv geworden sein, in dem er zwei geparkte Autos mit Fußtritten beschädigte. Am 22. Mai sollte er daraufhin in Polizeigewahrsam genommen werden. Dabei habe er sich gegen die Polizeibeamten gewehrt, wobei einer der Beamten durch einen Fußtritt erheblich verletzt worden sei. Staatsanwältin Straaten geht davon aus, dass der bereits vorbestrafte Mann schon seit Jahren an paranoiden Psychosen leiden könnte und daher in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt sei.

Vor Gericht will sich der 34-Jährige weder zur Person noch zu den Vorwürfen äußern. Wie seine Verteidigerin Martha Schwiering erklärt, hat er sich bisher auch einer Exploration für ein psychiatrisches Gutachten verweigert. Möglicherweise, so Schwiering, könnte er seine Meinung aber bei einer anderen Gutachterin ändern. Der Vorsitzende Richter Armin Hardt sagt aufmunternd zum Angeklagten: „Gucken Sie sich die neue Frau doch erst einmal an.“ Ansonsten fühle er sich im Nette-Gut wohl, bestätigt der 34-Jährige auf Nachhaken seiner Verteidigerin. Er habe ein offenes Einzelzimmer, dürfe sich frei auf der Station bewegen, nehme täglich seine Medikamente und fühle sich schon besser.

Zum Abschluss des ersten Sitzungstages präsentiert Hardt Post aus Mönchengladbach. Zum einen erklärt der Vater des Angeklagten, dass er seine Anzeige gegen den Sohn zurückziehen wolle. Und auch ein Brief von der Mutter liegt vor. Hardt zitiert daraus einige Stellen. Da ist die Rede von „der kriminell aufgestellten Mönchengladbacher Polizei“ und „mafiösen Zuständen“. Beide Eltern sind für den weiteren Verlauf des Verfahrens als Zeugen geladen. Vorsitzender Hardt vorausahnend: „Das kann noch lustig werden...“