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Landtagswahl: Knapp 48000 Wahlberechtigte im Kreis Vulkaneifel

Landtagswahl : Besonderer Service für die Wahlhelfer

Eigens für sie eingerichteter Termin: Wer in der Verbandsgemeinde Daun im Wahlokal im Einsatz ist, kann sich auf Corona testen lassen. Im ganzen Kreis wird wie erwartet rege von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Spuckschutzwände, Abstandsregeln, FFP2-Masken: Wer hätte gedacht, dass diese Begriffe mal in Zusammenhang mit einer Wahl verbunden sein würden. Die Wähler im Kreis Vulkaneifel haben Ende vergangenen Jahres ihre Erfahrungen mit Wahlen unter Corona-Bedingungen schon gemacht, aber viele Rheinland-Pfälzer werden am Sonntag zum ersten Mal ein Wahllokal betreten, in dem die Einhaltung der Hygienevorgaben oberste Priorität hat.

Aber mitten in der Pandemie an die Wahlurne? Mit diesem Gedanken kann sich nicht jeder anfreunden. Kein Wunder, dass die Möglichkeit zur Briefwahl rege in Anspruch genommen wird. So auch in der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein: „Wir haben die 10 000er Marke geknackt“, berichtet Büroleiter Hans-Josef Hunz. Was bedeutet: Mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten  – von denen es in der VG Gerolstein 23 896 gibt — haben schon gewählt. Wie sieht es in den beiden anderen VGen im Kreis Vulkaneifel aus? In der VG Daun mit 18 031 Wahlberechtigten wurden laut Büroleiter Thorsten Loosen für knapp 7200 die Briefwahlunterlagen ausgestellt (Stand Mittwoch). In der VG Kelberg haben von 5788 Wahlberechtigten mittlerweile fast 2500 Briefwahl beantragt.

Wenn es schon so viele Briefwähler gibt, braucht es da nicht weniger Wahlhelfer? „Nein“, erklärt Karin Ternes, Büroleiterin der Kelberger Verwaltung. Denn bei der Wahlhandlung müssten immer mindestens drei Personen (Wahlvorsteher, Schriftführer oder deren Stellvertreter und ein Beisitzer) anwesend sein. Zusätzlich werde in der Regel eine Person benötigt, um die Corona-Vorgaben zu erfüllen, „so dass sich die Briefwahl nicht auf die Anzahl der eingesetzten Personen auswirkt.“ Die Gerolsteiner Verwaltung hat den Wahlvorstehern die Mindestbesetzung mit sechs Leuten empfohlen. Büroleiter Hunz: „Viele haben sich aber für eine etwas stärkere Besetzung entschieden und etwa sieben bis acht Wahlvorstandsmitglieder berufen, die in mindestens zwei Schichten arbeiten werden.  Insgesamt werden in unserem Zuständigkeitsbereich etwa 460 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz sein.“ In der VG Kelberg werden das 292 Personen in 37 Wahllokalen sein.

In der VG Daun werden rund 450 Wahlhelfer im (ehrenamtlichen) Dienst sein, und denen wird auf Initiative von Bürgermeister Thomas Scheppe und Stadtbürgermeister Friedhelm Marder ein besonderer Service angeboten. Wer will, kann sich am Samstag im Forum Daun auf Corona testen lassen. Dort befindet sich das Testzentrum des DRK-Ortsvereins Daun. Die VG-Verwaltung Kelberg verweist auf die im Vulkaneifelkreis an verschiedenen Stellen angebotenen kostenlosen Corona-Schnelltests, „es ist den Wahlhelfern freigestellt, das zu nutzen.“ In der VG Gerolstein hat man keine Corona-Testung für Wahlvorstände vorgesehen.

Desinfizierte Kugelschreiber, Flächendesinfektion nach jedem Kabinenaufenthalt der Wähler, vorgegebene Laufwege, Maskenpflicht: Ein erfahrener Wahlhelfer wie der Dauner Klaus Manderscheid nimmt’s gelassen. Für ihn kein Grund, sich nicht zu engagieren – auch wenn er im Juni 80 Jahre alt wird und schon sehr häufig Dienst in einem Wahllokal getan hat.

So oft, dass er sich nicht mehr ganz genau erinnern kann, wann er das erste Mal dabei war: „Aber auf jeden Fall schon einige Jahrzehnte.“ Warum ist er immer noch dabei? „Es ist nie langweilig. Es gibt interessante Gespräche mit alten Bekannten, aber ich lerne immer auch neue Leute kennen.“

 Am Sonntag sind sie wieder im Wahllokal im Dienst: Klaus Manderscheid (rechts) und Helmut Schäfer, hier bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr.
Am Sonntag sind sie wieder im Wahllokal im Dienst: Klaus Manderscheid (rechts) und Helmut Schäfer, hier bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr. Foto: TV/Stephan Sartoris

Und nicht zu vergessen: „Es ist einfach auch ein sehr netter Haufen, was unser  eingespieltes Wahlhelfer-Team angeht. Da mach ich gern mit, Corona hin, Corona her.“ Aber damit nicht genug: Für Klaus Manderscheid beginnt bald eine kommunalpolitische „Karriere“. Mit 79 zieht er erstmals in den Dauner Stadtrat ein – als Nachrücker für die künftige Landrätin Julia Gieseking.