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Landtagswahl Porträt Beate Härig-Dickersbach (AFD)

Landtagswahl : Atomenergie statt Windkraft

Der TV stellt alle Direktkandidaten und ihre Ziele für die Landtagswahl im März vor. Dieses Mal Beate Härig-Dickersbach aus Pelm, die für die AfD antritt.

Die gelernte Buchhändlerin Beate Härig-Dickersbach lebt direkt am Fluss in der elterlichen Mühle in Pelm. Dort betreibt sie derzeit einen Online-Handel für Bücher.

In die AfD eingetreten ist die 63-Jährige im Jahr 2014. Ausschlaggebend dafür war die Euro-Rettung. „Ich fand es gut, da einen Akzent zu setzen“. Die Einführung des Euro sehe sie immer noch zunehmend kritisch. Für eine einheitliche Währung in Europa sei das wirtschaftliche Gefälle zu groß. Die Rettungsschirme zahle letztendlich immer der „kleine Mann“. „Wir retten Banken, die irgendwo rumgezockt haben“, kritisiert Beate Härig-Dickersbach.

Ein Thema, das ihr am Herzen liegt ist die Landwirtschaft. „Die Bauern brauchen unsere Unterstützung“, sagt sie. Die Landwirte seien systemrelevant, findet die Politikerin. Sie habe selbst lange auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet und kenne daher die Problematik. Es gebe ein großes Höfesterben, das gestoppt werden müsse. Der Landwirt übe einen hochintellektuellen Beruf aus, und müsse von seiner Arbeit leben können.

Sie möchte die Bauern auch bei der Eigenvermarktung ihrer Erzeugnisse unterstützen. Gleichzeitig räumt Beate Härig-Dickersbach aber auch ein, dass man das Problem differenzierter betrachten müsse. Es gebe auch Menschen, die auf preiswerte Lebensmittel angewiesen seien.

Die Düngeverordnung sieht sie als einen fatalen Schritt an. Kein Bauer vergifte seinen eigenen Boden. Sie halte die neuen Bestimmungen für Schikane, die den Bauern das Leben unnötig schwer macht.

Ein weiteres Themengebiet, für das sich Beate Härig-Dickersbach stark machen möchte, ist die Umkehr der Energiewende, die sie für fatal hält. Die Landschaft werde mit Windrädern verschandelt und viele Hektar Wald würden vernichtet. Dagegen sei die Atomenergie mit einem Stigma behaftet.

Beate Härig-Dickersbach verweist auf neue Forschungen, die eine sichere Atomkraft ermöglichen sollen, die aber nicht gefördert werde. Mit dieser Technik könne nach ihrer Ansicht, der Strompreis gesenkt und die Frage des Atommülls gelöst werden. Sie hält es für verlogen, die Kernenergie im eigenen Land abzulehnen, aber dann Strom von der französischen Anlage in Cattenom zu beziehen, die veraltet und viel unsicherer sei.

Elektroautos hält die AfD-Politikerin für „völlig verrückt“. Man habe doch ohnehin zu wenig Strom. Außerdem werde mit der Produktion der E-Autos ihrer Ansicht nach die Kinderarbeit gefördert. Diese Technik sei erst sinnvoll, wenn garantiert werden könnte, dass die Arbeitsbedingungen verbessert würden.

Die AfD-Politikerin plädiert für eine Rückkehr der Verbrennungsmotoren, aber mit alternativen Kraftstoffen. Auch hier kritisiert sie, dass solche bereits vorhandene Möglichkeiten nicht zugelassen würden.

Ein weiteres Anliegen in Sachen Mobilität sind für die Buchhändlerin die Reaktivierung der Eifel-Querbahn und der Lückenschluss der A 1. Die fehlende Verbindung bezeichnet sie als Debakel. Auch für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich möchte sie sich einsetzen.

Beate Härig-Dickersbach ist für die AfD in der Vulkaneifel im Kreistag. 2017 hat sie für den Bundestag kandidiert. Für die Landtagswahl hofft sie auf acht bis neun Prozent für ihre Partei. Für sich selbst als Direktkandidatin möchte sie keine Prognose abgeben. Frei nach „Dinner for one“ sagt sie: „I will do my very best.“