Lava-Abbau bleibt umstritten

Lava-Abbau bleibt umstritten

HILLESHEIM. Der Verbandsgemeinderat Hillesheim hat der vorgelegten Verordnung für den Naturpark Vulkaneifel zugestimmt. Die Zustimmung war aber alles andere als eindeutig.

Für kurzzeitiges Aufsehen vor der Abstimmung über die Naturpark-Verordnung sorgte nicht etwa Karl-Wilhelm Koch (Bündnis90/Die Grünen), da sein Nein absehbar war. Vielmehr waren es das ebenfalls ablehnende Votum von Landwirt Helmut Metzen (FWG) aus Kerpen sowie die Enthaltungen von Hans-Walter Blankenheim, Neuratsmitglied Edgar Nohn (Beide FWG) sowie Rainer Ballmann (CDU). In einem kurzen Plädoyer begründete der Ortsbürgermeister von Dohm-Lammersdorf sein Verhalten. In Anspielung auf die durch die Naturpark-Verordnung nicht weitere eingegrenzte Tätigkeit der Lava-Abbauer in der Eifel sagte er: "Dohm-Lammersdorf wird mittlerweile von allen Seiten abgegraben." Neben der Grube Bolsdorf 1, die noch erweitert werden solle, gebe es den Abbau in Rockeskyll sowie den auf der Gemarkung der Stadt Hillesheim. Daher könne er auch nicht verstehen, so Ballmann, "dass die Stadt sich das gefallen lässt". "Nicht gegen Naturpark, aber diese Verordnung"

Der Ortsgemeinderat jedenfalls habe sich dagegen ausgesprochen. "Wir sind nicht gegen den Naturpark, aber gegen diese Verordnung", sagte der Ortsbürgermeister. Erwartungsgemäß noch einen drauf setzte der Grüne Karl-Wilhelm Koch, für den die Naturpark-Verordnung "etwas suggeriere, was überhaupt nicht erreicht wird: der Schutz der einzigartigen Vulkanlandschaft". Vielmehr werde der Landschaftsschutz noch ein gutes Stück zurückgefahren zu Gunsten des Lava-Abbaus. Koch befürchtet, dass dadurch "die Vulkaneifel schon bald Holland gleicht". Für ihn nichts ins Konzept passe zudem, dass gleichzeitig die Landschaft zunehmend touristisch vermarktet werden solle. Er zog einen Vergleich: " Wenn der Kuchen erst einmal gegessen ist, kann man ihn nicht mehr verteilen.""Wir entscheiden auch weiterhin"

Ganz anders sah das CDU-Fraktionssprecher Bernhard Jüngling. Für ihn ist die Verordnung ein "Instrument, mit dem Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbunden werden können", denn vor allem sei zu "schützen, dass wir hier künftig nicht nur leben, sondern auch arbeiten können". Auch teilte er nicht die Befürchtungen der Kritiker, da auch künftig Genehmigungsverfahren vorzunehmen seien und die Rechte der Grundstückseigentümer gewahrt blieben - und dies seien ja vielfach die Ortsgemeinden. "Wir können auch weiterhin entscheiden, was wir wollen", sagte Jüngling. Das sah Koch wiederum anders und verwies auf die Streitigkeiten der Stadt Hillesheim in Sachen Lava-Abbau. Bürgermeisterin Heike Bohn wiederum hielt sich weitgehend zurück bei dieser erneuten Diskussion. Sie sagte nur, dass sie den Naturpark als regionales Entwicklungsinstrument als "unendlich wichtig" betrachte. Daher begrüße die VG Hillesheim auch die Ausweisung des Naturparks, da durch diesen "die regionale Identität gestärkt wird, und für die wirtschaftliche und touristische Weiterentwicklung eine zukunftsorientierte Ausrichtung erfolgt", heißt es im Beschluss. Dem angefügt wurden sechs von der Mehrzahl der Ortsgemeinden des Hillesheimer Landes verabschiedete Ergänzungspunkte (der TV berichtete). Durch diese sollen die Entwicklung der Gewerbegebiete, der Lava-Abbaugebiete, der Land- und Forstwirtschaft und die Veranstaltung der etablierten Motorsportveranstaltungen in der Region gewährleistet werden.

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