Leere Häuser mit neuem Leben füllen

Leere Häuser mit neuem Leben füllen

Nicht länger als zwei Jahre sollen ältere Häuser künftig in der Verbandsgemeinde (VG) Kaisers-esch leer stehen. Besser noch: Es soll erst gar nicht dazu kommen, dass Immobilien nicht mehr genutzt werden.

Kaisersesch. Der Verbandsgemeinderat Kaisersesch ist sich einig: Er hat einstimmig das Förderprogramm Leerstandmanagement unter dem Titel (Frei-)Raum für die Zukunft beschlossen. Im Haushalt 2013 sind dafür 45 000 Euro vorgesehen. Entwickelt wurde das Programm aus der Leader-Studie "Kaisersesch 2030, Initiative Zukunft", die auf zu viele leerstehende Gebäude aufgrund des demografischen Wandels hinweist. So wird die Einwohnerzahl der VG Kaisers-esch bis 2030 um rund 1600 Einwohner schrumpfen. Derzeit gibt es 4490 Wohngebäude, wovon etwa 140 Häuser bereits komplett leer stehen. Das ist eine Leerstandsquote von etwa 3,1 Prozent.
Bürgermeister Albert Jung erklärte, eine Kommune mit sichtbarem Leerstand werde als sterbende Kommune wahrgenommen. "Leerstandsbewältigung" sei kein Selbstzweck, sondern zur Erhaltung der Vitalität der Gemeinden unabdingbar.
Im Einvernehmen mit den örtlichen Banken wurden zunächst zwei Fördermöglichkeiten aufgelegt: Förderprogramm "Abriss - Platz da" Auch vor der Abrissbirne sollten Eigentümer von nicht mehr genutzten Gebäuden keine Angst haben, nämlich da, wo die Bausubstanz so marode ist, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kommt. Diese Häuser sollen beseitigt werden, um neuen Freiraum oder neue Baugrundstücke zu erschließen.
Gefördert wird der Abriss von Objekten, die vor 1970 errichtet und bislang nicht saniert wurden und seit mindestens fünf Jahren leer stehen. Die Höhe der Förderung beträgt einmalig 3000 Euro je Objekt. Bei besonders exponierten Gebäuden können bis zu 10 000 Euro Zuschuss gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass der Abschluss der Arbeiten nachgewiesen wird.
Während die Abrissförderung für Eigentümer älterer Immobilien entwickelt wurde, richtet sich das Förderprogramm "Vitalisierung" insbesondere an junge Familien, die leer stehende Wohnhäuser erwerben, um diese instand zu setzen und zu modernisieren. Gefördert werden auch der Abriss von nicht sanierungsfähigen Gebäudeteilen sowie Beratungs-, Planungs-, und Herstellungskosten. Die Förderung liegt je nach Kinderzahl bei mindestens 3000 Euro, maximal bei 8000 Euro.
VG-Mitarbeiter Lothar Schaden steht künftig Hauseigentümern, Ansiedlungswilligen und den Ortsbürgermeistern als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung. Als fachkundiger Kümmerer soll er unter anderem die Leerstände erfassen und auswerten, über geeignete Förderprogramme informieren und zwischen Eigentümer und Interessenten vermitteln.
Info: Leerstandsmanager der VG Kaisersesch, Telefon 02653/999645.

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