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Leidenschaft trifft auf Perfektion

Leidenschaft trifft auf Perfektion

Die rund 100 Zuhörer in der Dauner St.-Nikolaus-Kirche applaudierten dem Schweizer Chamber Aartists Orchestra lang und begeistert. Die Musiker spielten Stücke von Mozart, Tschaikowsky und Schumann.

Daun. Melodien, die modern klingen, dargeboten in einer modernen Kirche: Das hat das Chamber Aartists Orchestra in St. Nikolaus in Daun geboten. "Daun freut sich, dass wir zum ersten Mal bei den Mozartwochen dabei sein dürfen", sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen und sprach damit auch für die rund 100 Zuhörer, die zu dem Konzertabend gekommen waren.
Mit dem Divertimento D-Dur, der ersten Salzburger Sinfonie, stieg das Ensemble ins Konzert ein. Das Zwischenspiel gehört zu den Stücken, die Mozart "in der Tasche haben wollte, wenn er nach Italien reiste und zum Vorspiel geladen wurde", wie der künstlerische Leiter des Festivals, Georg Mais, erklärte.
Einzigartig war laut Veranstalter die Interpretation des Violoncellokonzertes a-Moll op. 129 in der Streichorchesterfassung des Chamber Aartists Orchestra. Komponiert hat es Robert Schumann, doch durch "das Ensemble von Individualisten", wie die Musiker ihre Konstellation selbst bezeichnen, bekam dieses Stück einen eigenen Klang. Hugo Pfeifer aus Daun, selbst Berufsmusiker, bemerkte, dass das Ensemble neben dem individualisierten Klang auch über einen eigenen Ausdrucksstil verfügt. "Das hört man selten, es scheint ein Kennzeichen der jungen Generation zu sein", vermutete er. Als Solist der "Individualisten" agierte Kira Kraftzoff, der zu den Solisten der jungen Cellisten-Generation zählt.
Unter dem Motto "Von Mozart zur Romantik" setzten die Musiker ihre Reise in die Welt der Emotionen fort. Mit dem Werk "Souvenir de Florence" von Peter Tschaikowsky. "Tschaikowsky hat es in Florenz entwickelt und in St. Petersburg vollendet", erklärte Andreas Fleck, Cellist und künstlerischer Leiter des Ensembles.
Das Konzert endete leidenschaftlich mit dem Andante cantabile für Violoncello und Orchester. Solist Kira Kraftzoff spielte, begleitet nur vom leisen Zupfen des Ensembles. Es wehte ein Hauch Romantik durch die Kirche, der sich an diesem Abend mit dem Geist von Peter Tschaikowsky dort vereint zu haben schien. red