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Leseleidenschaft dank des Pfarrers

Leseleidenschaft dank des Pfarrers

ÜXHEIM. Seit 120 Jahren gibtes die Bücherei in Üxheim. Fünf ehrenamtliche Helfer und Leiterin Helga Müller halten zurzeit dort den Laden am Laufen.

"Das kostete Nerven, denn bis zuletzt haben wir gebangt, ob uns die Kisten mit den 300 Büchern rechtzeitig erreichen", sagt die Leiterin der katholischen öffentlichen Bücherei Üxheim, Helga Müller. Sie hatte beim Borromäus-Verein in Bonn die Bücher für die jährliche Ausstellung angefordert. Die Ausstellungsstücke waren aber zwei Tage vor dem feststehenden Termin noch nicht eingetroffen. Aber Helga Müller wusste sich zu helfen: Ein Anruf in Daun genügte. Dort erfuhr sie, dass die für die dortige Bücherei bestimmten - ebenfalls vom Borromäus-Verein zur Verfügung gestellten - Ausstellungbücher schon da waren. Kurz entschlossen machte sich die Büchereileiterin mit ihrem Mann auf den Weg in die Kreisstadt und lieh sich dort die Bücher aus. Mit Erleichterung begrüßten die anderen fünf ehrenamtlichen Helfer die Ankömmlinge. Die jährliche Bücherausstellung war für die Üxheimer in diesem Jahr ein besondere, denn auch das 120-jährige Bestehen der Bücherei wurde gefeiert. Die Geschichte der Bücherei reicht weit zurück: Auf einer Bescheinigung ist vermerkt, dass 1885 an den Borromäusverein in Bonn als Jahresbeitrag 72 Mark bezahlt wurden. Zwei Jahr später kam ein neuer Pfarrer nach Üxheim. Er war der Nachfolger des ein Jahr vorher gewaltsam zu Tode gekommenen Pfarrers Johann Mertes, der eine gut sortierte Bibliothek hinterließ. Man vermutet, dass während seiner Amtszeit von 1866 bis 1883 die Neugier auf Bücher im Dorf geweckt wurde. Die Bücherei befand sich im Pfarrhaus, die Ausleihe erfolgte nach der Sonntagsmesse. Auf Anraten der damaligen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Gisela Carnessali wurde die Bücherei 1986 wiederbelebt und zog ins Bürgerheim um. Im selben Jahr kam Helga Müller als Leiterin zum Team. "Gelesen habe ich schon als Kind viel. Besonders die Pippi-Langstrumpf-Geschichten gefielen mir sehr gut", sagt sie. Momentan liest sie den Roman "Bis auf den Grund des Ozeans". Positiv beurteilt Helga Müller die Zugehörigkeit zum Büchereiring Hillesheim. Neben Gedanken- und Erfahrungsaustausch besteht dort auch die Möglichkeit, kurzfristig Bücher auszuleihen. Zurzeit stehen 2700 Bände zur Verfügung. Im vergangenem Jahr sind 2550 Stück kostenlos ausgeliehen wurden. Unterstützung erfahren die Helfer der Bücherei der Pfarrei außerdem vom Bistum, der Ortsgemeinde, der Verbands- sowie der Kirchengemeinde. Seit Einführung des Euro hat es bei den Kinderbüchern eine beträchtliche Steigerung gegeben. Momentan sind 300 Leser eingetragen, darunter sind 80 Kinder. Die Mitarbeiter wechseln sich bei den Öffnungszeiten, dienstags von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr und mittwochs von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr, ab. Bei großen Veranstaltungen, so die Leiterin, sei die Arbeit nur gemeinsam zu schaffen: "Zum Glück kann man in unseren Dörfern jeden ansprechen, die Hilfsbereitschaft ist sehr groß." Im 20. Jahr ihrer Tätigkeit für die Bücherei ist Helga Müller immer noch mit viel Elan dabei, denn: "Der Kontakt mit Menschen und besonders mit lesebegeisterten Kindern gibt mir viel."