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Lesung mit Norbert Scheuer in Gerolstein

Literatur : Norbert Scheuer liest in Gerolstein

Der Autor trägt am Dienstag im Rathaus aus seinem neuen, preisgekrönten  Roman „Winterbienen“ vor. Anlass ist der Gedenktag für die Holocaustopfer.

Der internationale Gedenktag für die Opfer des Holocaust – am Montag, 27. Januar – ist Anlass für das „Forum eine Welt“ Gerolstein, zusammen mit der Verbandsgemeinde zu einer Lesung einzuladen: Am darauf folgenden Dienstag, 28. Januar, gastiert deshalb der Eifeler Schriftsteller Norbert Scheuer im Foyer des Gerolsteiner Rathauses. Beginn ist um 19 Uhr.

Scheuer, in Prüm geboren und unter anderem in Birresborn, Stadtkyll und Kyllburg aufgewachsen, trägt an diesem Abend aus seinem neuen und mit dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichneten Roman „Winterbienen“ vor (der TV berichtete).

Die Handlung spielt im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs und wie alle von Scheuers Büchern weitgehend in Kall – und sie berührt auch das Thema des Gedenktags: Hauptfigur Egidius Arimond ist Bienenzüchter, in seinen Körben schmuggelt er flüchtige Juden über die Grenze nach Belgien. Scheuer war nach „Überm Rauschen“ 2009 mit diesem Roman bereits zum zweiten Mal für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Für die Vorsitzende des Forums, Ruth Bahadori, gibt es noch mehr Verbindungspunkte zu Scheuer und dessen Roman: „Ich wohne ja in Birresborn – und Herr Scheuer ist ja eine Zeit lang auch hier aufgewachsen. Das liest man auch raus, wenn man in Birresborn lebt.“

Der Autor, darauf angesprochen, gibt übrigens zu, dass er diesen Teil der Eifel als seine eigentliche Heimat betrachtet: „Die Birresborner Gegend hat mich mehr geprägt als alles andere“, sagt Scheuer und freut sich „total“ auf die Lesung. Immerhin sei er noch nie in Gerolstein aufgetreten. Und derzeit kreuz und quer durch ganz Deutschland unterwegs – Reutlingen, Stuttgart, Speyer, Trier, Düsseldorf oder Frankfurt: Das sind nur einige der Städte, in denen er auftrat oder noch gastieren wird.

Die Autorenherkunft ist aber nicht der einzige Grund, warum Ruth Bahadori den Roman schätzt: „Ich finde seine Sprache beeindruckend.“ Und eine Szene relativ früh im Buch – als Egidius Arimond ein kleines Mädchen zur Grenze bringe und während einer Kontrolle die Bienen im Korb das Kind einhüllen, sodass es nicht entdeckt werden kann. „Das hat mich als Mutter von vier Kindern sehr berührt. Es ist fast eine nebensächliche Szene – aber da hat’s mich gepackt.“

Die Vorsitzende ist nicht allein mit ihrer Einschätzung: Der Roman ist inzwischen nicht nur preisgekrönt, sondern hat seit der Veröffentlichung im vergangenen Juli auch ziemlich viele Leser gefunden. Bisher verkaufte sich kein Scheuer-Buch besser. Und es liege vielleicht am historischen Kontext, mutmaßt er, dass der Roman auch in der Eifel eine große Resonanz gefunden habe.

Der Eintritt zur Lesung ist frei. Das Forum stellt aber wieder seinen Spenden-Globus auf und würde sich freuen, wenn die Besucher etwas hineintun.

Der Holocaust-Gedenktag bezieht sich auf den 27. Januar 1945: Damals befreite die Rote Armee die Menschen im Vernichtungslager Auschwitz. Der Tag soll an alle Opfer des totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern.