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"Lieber gemeinsam als einsam"

"Lieber gemeinsam als einsam"

Auf dem Programm eines Seminars standen die regionalen Entwicklungsmöglichkeiten aus dem Projekt "Nürburgring 2009", die Bedeutung der Geschichtsstraße und die Situation des Tourismus in der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg.

Kelberg. (bb) "Der Nürburgring wird mit einem massiven Investitionsprogramm zu einem Besuchermagneten ausgebaut", sagte Bürgermeister Karl Häfner (VG Kelberg) zu Beginn seines Vortrags über Maßnahmen zugunsten einer optimalen Wertschöpfung für die Region. Am Ende stand sein Appell: "Ziehen wir an einem Strang in die gleiche Richtung!" Direkte Auswirkungen für die VG seien von dem Ferienpark "Dorf Eifel" in Drees zu erwarten; außerdem sei ein Golfplatz in den Gemarkungen von Brücktal, Kirsbach und Welcherath weiterhin im Gespräch. An möglichen positiven Auswirkungen nannte Häfner neue Gästegruppen und höhere Einnahmen für das Gastgewerbe; möglicherweise wanderten aber traditionelle Gästegruppen ab, räumte er ein. Das Beherbergungsgewerbe müsse sich den neuen Herausforderungen stellen, sagte er mit Blick auf "offenkundigen Modernisierungs- und Entwicklungsbedarf" und das Hotelangebot als "aktuelle Schwäche" der Region. Unter dem Slogan "Lieber gemeinsam als einsam" stellte Häfner das Projekt "Grüne Hölle Club" vor. Der Club sei von den VGen Adenau, Kelberg und Vordereifel gegründet worden und offen für Organisationen, Institutionen und Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie, Beherbergung, Freizeit, Einzelhandel und Dienstleistung. "Mit ,Nürburgring 2009' tritt der Tourismus in eine völlig neue Dimension, und diese Chance gilt es zu nutzen", schloss Häfner.

Als Beispiel eines Projekts zur Stärkung der Heimat und des Tourismus stellte Peter Burggraaff, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Kelberg, der das Seminar ausrichtete, die Geschichtsstraße vor, an deren Konzeption und Realisation er seit der Ideengebung durch Erich Mertes 1993 wesentlich beteiligt war.

Als Meilensteine bezeichnete Burggraaff die Eröffnung des ersten (2001) und des zweiten (2008) Abschnitts, die Herausgabe des Wanderführers (2002) und die Anbindung an den Ferienpark in Gunderath (2005). Die Geschichtsstraße sei Ziel von wissenschaftlichen Exkursionen und Tagungsort von Lehrgängen, in Kürze beginne die Planung des dritten Abschnitts, sagte er. Auf eigene Rechnung der Ortsgemeinden Gunderath und Uersfeld und des Gewerbe- und Fremdenverkehrsvereins Uersfeld und Umgebung (gufu) erfolge die Verlängerung der Geschichtsstraße als Rundweg, berichtete gufu-Vorsitzender Werner Ritter. "Auch nur ein einziger unfreundlicher, schlecht organisierter Betrieb vergrault Gäste aus einer ganzen Region." So brachte Andrea Meyfarth ihre Erfahrungen als langjährige Leiterin der Touristinformation der VG Kelberg auf den Punkt. Sie wünsche sich mehr aktiv arbeitende und besser qualifizierte Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, bessere Angebote für Zielgruppen wie Wanderer und Radfahrer, und ihre Visionen zielten auf Kulturförderprogramme und Erlebnisgastronomie.