LKW kracht gegen Haus in Hohenfels

LKW kracht gegen Haus in Hohenfels

Riesenschreck am Frühstückstisch: Ein LKW ist gestern gegen 6 Uhr in ein Haus an der abschüssigen B 410 in Hohenfels gekracht. Der Hausbewohner, der unverletzt blieb, rettete mit Passanten den schwerverletzten und eingeklemmten Fahrer aus dem Führerhaus. Die Bundesstraße war mehrere Stunden lang gesperrt.

Hohenfels-Essingen. Michael Müller (54) sitzt wie jeden Morgen um diese Uhrzeit am Frühstückstisch. Er berichtet: "Ich war beim Kaffeetrinken, als es auf einmal unglaublich laut gekracht hat. Ich dachte: Jetzt ist Krieg, eine Bombe hat eingeschlagen." Seine Lebensgefährtin Sonja Knapp, die noch im Schlafzimmer ist, fällt von dem Knall quasi aus dem Bett und stürmt die Treppe hinunter. Er wiederum springt auf und - obwohl noch in der Unterhose - rennt nach draußen. Dort sieht er dann den Grund für den Donnerschlag-Knall: Ein LKW ist mit voller Wucht in sein Haus gekracht, das Führerhaus total demoliert, der Fahrer eingeklemmt und blutüberströmt, aber ansprechbar.
Die Polizei wird später berichten, dass der unbeladene Sattelzug aus Richtung Dockweiler auf der regennassen Gefällstrecke am Ortseingang Hohenfels-Essingen beim Abbremsen ins Schleudern geriet und mit dem Führerhaus frontal in die Hausecke von Michael Müller krachte.
"Ich habe mir dann instinktiv die Leiter genommen, die draußen stand, damit die Scheibe auf der Beifahrerseite eingeschlagen und mit zwei anderen Leuten, die plötzlich auf dem Hof standen, den Mann aus dem Laster gezogen. Es war alles voller Blut."
Kurz darauf treffen die Rettungskräfte ein, die Müller zwischenzeitlich informiert hat. Der 29-jährige Fahrer aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm sitzt derweil zusammengekauert auf der Treppe des Hauses, wird anschließend notärztlich versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wird er laut Polizei noch am selben Tag operiert, Lebensgefahr besteht aber nicht.Haus erheblich beschädigt

Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"
Auf der abschüssigen Gefällstrecke der B 410 von Dockweiler nach Hohenfels fahren viele LKW. Nicht alle Fahrer halten sich dabei ans Tempolimit. Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"
Auf der abschüssigen Gefällstrecke der B 410 von Dockweiler nach Hohenfels fahren viele LKW. Nicht alle Fahrer halten sich dabei ans Tempolimit. Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"
Das Haus, in dem Michael Müller wohnt, ist vom LKW-Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Foto: klaus kimmling (kik), klaus kimmling ("TV-Upload kimmling"


Müllers Puls schlägt auch zwei, drei Stunden nach dem Unfall noch schnell: Noch immer schwirren die Bilder des verletzten Mannes und des LKW-Wracks in seinem Kopf herum, und ihn treiben die Sorgen um, was mit dem Haus passiert. Denn das wurde durch den Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen: Von außen sichtbar sind Risse im Sockel, die bis zur Treppe reichen. Dadurch hat sich der Türrahmen verzogen, sodass sich die Haustür nicht mehr schließen lässt. Innen, so Müller, gehe der Riss vom Sockel bis zum Dach, wo sich die Dachpfannen des erst vor einem halben Jahr erneuerten Daches abgesenkt hätten. Verputz sei abgeplatzt. Wie sehr die Statik des Hauses durch den Einschlag beeinträchtigt wurde, muss untersucht werden. Gemeinsam mit dem Hauseigentümer wartet Müller den gesamten Vormittag noch auf den Gutachter, der sich angekündigt hat. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden von Haus und LKW auf mehr als 100 000 Euro.
Die Bergung des LKW-Wracks geht hingegen schneller als geplant über die Bühne, die Straßensperrung wird bereits nach gut drei Stunden wieder aufgehoben. Im Einsatz waren neben der Polizei die Feuerwehren aus Hohenfels-Essingen, Pelm, Lissingen und Gerolstein mit rund 40 Leuten sowie der Rettungsdienst.
Während Müller wartet, fahren quasi im Minutentakt weiter die schwer beladenen LKWs auf der abschüssigen Bundesstraße an seinem Haus vorbei. Mutmaßlich viele schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer. Sein Kommentar: "Einige fahren hier wie die Bekloppten, kommen mit 80 bis 100 Sachen in den Ort rein. Das kann sich kaum einer vorstellen." Vor Jahren habe ein LKW den vor dem Haus geparkten Wagen seines Nachbarn zu Schrott gefahren.

Mehr von Volksfreund