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Lob und Präsente, fehlende Worte und Tränen

Lob und Präsente, fehlende Worte und Tränen

Großer Bahnhof: 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Behörden und benachbarten Schulen sind am Freitag in die Berufsbildende Schule Gerolstein gekommen, um Heinz Brauns in den Ruhestand zu verabschieden. Für den 65-Jährigen, der 24 Jahre lang Leiter der Schule war, eine sehr bewegende Feier.

Gerolstein. Heinz Brauns ist bekannt als Mann des harten und mitunter lauten Wortes, aber auch als beharrlicher Vorkämpfer für seine Schule sowie als großmütiger Chef und Lehrer. Hart, aber herzlich eben.
Bei seiner Verabschiedungsfeier nach 24 Jahren an der Spitze der Berufsbildenden Schule Gerolstein aber wurde er ganz ruhig, blieben ihm zeitweise die Worte im Halse stecken. Und als er mit der Fassung ringend zum Taschentuch griff und erst einmal eine kurze Pause brauchte, brandete spontaner Applaus der rund 200 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Behörden und benachbarten Schulen auf. Allesamt Weggefährten des Oberstudiendirektors, in dessen Amtszeit die mit 1580 Schülern und 90 Lehrern größte Schule des Kreises Vulkaneifel auch eine der modernsten und breitgefächertsten in der gesamten Region Trier wurde. Und das mitten in der Eifel, in Gerolstein, Brauns Heimat.Kooperation mit der Wirtschaft


Vor allem für diese Leistung, die Brauns zwar natürlich nicht alleine erbracht hat, die ohne ihn aber undenkbar wäre, bekam er Beifall und Anerkennung.
Das unterstrich eine ganze Reihe von Rednern: angefangen von Landrat Heinz-Peter Thiel über den Leitenden Regierungsschuldirektor Ralf Britten und den Präsidenten der Handwerkskammer Trier, Rudolf Müller, bis hin zu Gerolsteins Bürgermeister Matthias Pauly und BBS-Personalratsvorsitzendem Thomas Andris.
"Sie haben die Schule enorm weiterentwickelt", sagte Britten und betonte vor allem die massiv intensivierte Kooperation mit den heimischen Unternehmen. So seien einerseits die Qualität der Ausbildung erhöht und andererseits Ausbildungsplätze geschaffen worden. Erneut Applaus für Brauns - und die Verabschiedungsurkunde. Wer sein Nachfolger wird, blieb aber offen.
Dieses war jedoch nur eines von unzähligen Geschenken, die der 65-Jährige bekam - darunter die der fünfköpfigen Delegation aus der 800 Kilometer entfernten Partnerschule in Polen - sowie auch viele ideelle Präsente. Dazu zählten ein Vortrag der Schülerschaft, mehrere Ständchen des Kollegiums und ein Ablassbrief zweier Theologie-Kollegen für seine Verfehlungen ("lautes Gebrüll", "digitale Dickköpfigkeit" für seine kategorische Ablehnung von multimedialem Teufelszeug, "suboptimales Zeitmanagement").Er hat das letzte Wort


Doch auch Brauns gab zurück: Dankesworte und Blumenpräsente - vor allem an seine drei Sekretärinnen Martina Pauly, Manuela Steffes und Mechthild Schütz. "Sie haben täglich meine Launen ertragen und das zum Teil mehr als 20 Jahre - so, als ob sie dies bräuchten", scherzte er. Auch seine Frau Elisabeth, mit der er seit 39 Jahren verheiratet ist, bekam Blumen. "Danke an alle!", verabschiedete er sich. Heinz Brauns hatte das letzte Wort - wie so oft.
Weitere Fotos unter www.volksfreund.de