Löschwasser zu knapp: Landwirte bei Flächenbrand-Einsätzen in der VG Daun

Brandbekämpfung : Wenn das Löschwasser mal knapp wird, sind die Bauern zur Stelle

Dank der Unterstützung der Landwirte bei Flächenbrand-Einsätzen der Feuerwehren konnte Schlimmeres verhindert werden. Verbandsgemeinde Daun wird nun nachrüsten.

Dienstag, kurz nach 18 Uhr: Auf einem Gelände bei Udler gerät eine Ballenpresse in Brand, auch ein Teil des Stoppelfelds, auf dem das landwirtschaftliche Gerät im Einsatz war, fängt Feuer. Die Feuerwehren aus Gillenfeld und Udler bekommen die Situation schnell unter Kontrolle – auch dank der Unterstützung eines Landwirts, der mit einem Wasserfass zum Einsatzort gekommen ist. Kein Einzelfall in jüngster Vergangenheit, wie Thomas Simonis, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Daun, berichtet: „Es ist echt Wahnsinn, wie sehr wir unterstützt worden sind. Dass ist Hilfsbereitschaft pur, da fragt keiner nach Geld, es wird einfach gemacht.“

Der Klimawandel und die damit verbundenen Dürreperioden stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Mussten die Feuerwehren der VG in den vergangenen Jahren vermehrt bei Überschwemmungen ausrücken, häufen sich in diesem Sommer wegen der anhaltenden Trockenheit die Flächenbrände.

Bei Winkel drohte vergangene Woche der Brand auf einem Feld auf ein angrenzendes Waldgebiet überzugreifen. Mit den  Löschfahrzeugen aus Gillenfeld, Mehren und Daun verfügten die Wehren über etwa 8000 Liter Löschwasser. Um den Brand zu bekämpfen und ein Übergreifen auf den benachbarten Wald zu verhindern, war das allerdings nicht genug. „Es war eine wirklich bedrohliche Situation“, erzählt Simonis. „Wenn das Feuer auf den Wald übergegriffen hätte, hätten wir noch viel mehr Feuerwehrleute gebraucht. Wir hatten uns schon Gedanken gemacht, welche Wehren wir zur Unterstützung alarmieren müssen.“

Dass zusätzliche Leute aber nicht erforderlich waren, weil letztlich genügend Wasser zur Brandbekämpfung zur Verfügung stand, sei eben auch der schnellen und unkomplizierten Hilfe von Landwirten aus dem näheren Umkreis des Brandorts zu verdanken, lobt der Wehrleiter: „Einer kam mit einem 22 000-Liter-Tank, einer mit einem 14 000-Liter-Tank, so konnte Schlimmeres verhindert werden konnte.“ Durch die große Menge an Löschwasser, die so zur Verfügung stand, habe der Flächenbrand effektiv bekämpft werden können. Zwei weitere Landwirte hätten das Feld umgegraben und so Brandschneisen geschaffen.

Da die Flächenbrände zumeist außerhalb der Ortschaften entstehen, stehen keine Hydranten zur Löschwasserentnahme zur Verfügung, „und die Bäche führen so wenig Wasser, aus denen können wir momentan keine Mengen pumpen, die uns helfen“, erläutert Simonis. Auch bei größeren Flächenbränden zwischen Gillenfeld und Strohn, am Weinfelder Maar und auf dem Radersberg bei Dreis-Brück führte die Unterstützung von Landwirten nach Mitteilung der VG Daun zu einem schnelleren Erfolg bei der Brandbekämpfung. Die VG-Wehrleitung fragte daraufhin bei Landwirten nach, ob eine Bereitschaft zur Unterstützung bei größeren Flächenbränden bestehe.

Das Ergebnis: „Innerhalb weniger Tage meldeten sich fast 30 Landwirte, die künftig ihre Traktoren mit Fässern zur Verfügung stellen werden.

Eine tolle Bilanz, die uns sehr freut“, erklärt der Wehrleiter. „Einer der Landwirte hat zu mir gesagt: In der Feuerwehr aktiv zu sein, fehlt mir die Zeit, aber ansonsten bin ich gern bereit, euch im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen. Eine tolle Einstellung, wie ich finde!“

Die Unterstützung der Landwirte mit Fässern und sonstigem Gerät stellt für die Feuerwehr zwar eine große Hilfe dar, allerdings sieht sich auch die VG veranlasst, weitergehende Vorkehrungen zu treffen. So ist für das kommende Jahr bereits geplant, große Faltbehälter zum Sammeln von Löschwasser zu beschaffen. Zudem ist für 2019 die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs mit einem 5000 Liter fassenden Tank vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die VG weist darauf hin, dass der  Einsatz der Landwirte wegen der Rauchgasbildung und der schnellen Ausbreitung der Brände nicht ungefährlich ist. „Umso erstaunlicher ist nicht nur die große Resonanz auf die Anfrage der Wehrleitung, sondern auch die Tatsache, dass die Landwirte für ihren Einsatz keinen Kostenersatz von der VG verlangen. Die Landwirte leisten hier einen nicht unerheblichen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt.

Landwirte unterstützen die Feuerwehr mit Fässern bei der Bekämpfung eines Flächenbrands. Foto: VG Daun/TV
Ein Landwirt gräbt Streifen eines in Brand stehenden Stoppelfeldes zwecks Bildung einer Brandschneise um. Foto: TV/VG Daun
Landwirte unterstützen die Feuerwehr mit Güllefässern bei der Brandbekämpfung. Foto: VG Daun/TV

Die VG-Verwaltung, die Wehrleitung und alle Feuerwehreinheiten danken den Landwirten für ihren Einsatz und ihre Unterstützung.“

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