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Los entscheidet über Beigeordneten

Los entscheidet über Beigeordneten

Die FWG, mit zehn Sitzen stärkste Fraktion im 20-köpfigen Stadtrat Hillesheim, hat zwei der drei Beigeordnetenposten beansprucht - und bekommen. Ihr Vertreter Theo Valerius hat sich im Kampf um Platz drei nach dreimaligem Patt erst durch Losentscheid gegen Fritz Thiel (SPD) durchgesetzt. Erster Beigeordneter ist Christoph Bröhl (FWG), zweiter Beigeordneter Hermann-Josef Schmitz (CDU).

Hillesheim. Der Kampf um den dritten Beigeordneten in der Stadt Hillesheim ging bis zum Äußersten: Nach dreimaligem Patt mit je neun Stimmen für FWG-Mann Theo Valerius und SPD-Vertreter Fritz Thiel, einer Sitzungsunterbrechung und einem gescheiterten Vertagungsantrag musste das Los entscheiden. Die Namen beider Bewerber wurden auf zwei Zetteln notiert und in zwei gleiche Umschläge gesteckt. Dann betätigte sich Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU), der selbst kein Stimmrecht bei den Beigeordnetenwahlen besaß, als Losfee: Er nahm einen der beiden Umschläge aus der Wahlurne, öffnete ihn und las laut den Namen vor: Theo Valerius.
Der FWG-Mann ist somit neuer dritter Beigeordneter der Stadt Hillesheim. Nach seiner Vereidigung durch den Stadtbürgermeister sagte er: "Ich bedanke mich bei all jenen, die mich gewählt haben. Und ich verspreche Ihnen allen, dass ich mich bemühen werde, konstruktiv und vertrauensvoll mit allen Ratsmitgliedern zusammenzuarbeiten."
Nachdem CDU-Fraktionssprecher Stephan Hoffmann Fritz Thiel von der SPD als Kandidaten für den Posten des dritten Beigeordneten vorgeschlagen hatte, "damit alle Ratsfraktionen vertreten sind", schlug FWG-Fraktionssprecher Dieter Bernardy einen zweiten FWG-Vertreter für den Stadtvorstand vor: Theo Valerius. Seine Begründung: Die FWG als stärkste Fraktion wolle damit dem Wählervotum entsprechen. Und er sagte: "Theo Valerius hat die Kompetenz, er ist der bessere Kandidat."
Zuvor hatte der neue stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Kloep, der lange Jahre Büroleiter im Hillesheimer Rathaus war und allseits geachtet ist, noch versucht, auf eine einvernehmliche Einigung hinzuarbeiten: "Es ist gute Gepflogenheit, wenn alle Fraktionen zum Zug kommen. Außerdem ist ein gedeihliches Miteinander durch eine Kampfkandidatur direkt zu Beginn gefährdet."
Bei der Deutung des Kommunalwahlergebnisses lagen Kloep und Bernardy ebenfalls weit mit ihren Einschätzungen auseinander. Kloep rechnete vor, dass die CDU der einzige Wahlgewinner sei, da sie zwei Sitze hinzugewonnen hat. Die Freien Wähler hingegen seien von zwölf auf zehn Sitze geschrumpft. Damit spielte er darauf an, dass FWG und Wählergruppe Handwerk im alten Stadtrat jeweils sechs Sitze hatten. Nach der Auflösung der WG Handwerk wechselten etliche Mitglieder zur FWG. Deren Sprecher Bernardy hingegen meinte, dass man bei Wählergruppen nicht so einfach addieren dürfe. "Fest steht: Die FWG ist mit zehn Sitzen stärkste Fraktion im Rat. Wir fühlen uns als Wahlgewinner", sagte Bernardy.
Eindeutig verliefen hingegen die Wahlen der beiden anderen Beigeordneten: Zum ersten Beigeordneten ist Christoph Bröhl (FWG) mit 16 zu einer Stimme gewählt worden. Zum zweiten Beigeordneten ist Hermann-Josef Schmitz (CDU) mit 18 Ja-Stimmen gewählt worden - in Abwesenheit, da er im Krankenhaus ist.
Zuvor war Matthias Stein (71/CDU) erneut zum Stadtbürgermeister ernannt und ins Amt eingeführt worden - zum vierten Mal. Dazu wurde er von CDU und SPD knapp beglückwünscht, FWG-Sprecher Bernardy fügte zu seinem Glückwunsch noch etwas hinzu: " Wir wünschen Ihnen eine glückliche Hand und werden Ihnen stets hilfreich zur Seite stehen. Wir werden Ihr Tun aber auch kritisch begleiten!"Meinung

Vorbote für harte Gefechte
Die Wahl zum dritten Beigeordneten und die ersten Äußerungen von FWG-Fraktionssprecher Dieter Bernardy lassen darauf schließen, dass es künftig im Hillesheimer Stadtrat heftiger zugehen wird. Das wird sich spätestens bei der erneuten Auseinandersetzung mit der ortsnahen Umgehung zeigen, die CDU (acht Sitze), SPD (zwei Sitze) und Stadtbürgermeister Stein wollen, der Großteil der FWG (zehn Sitze) nicht. Somit könnte Stein das Zünglein an der der Waage werden. Die FWG als stärkste Fraktion hat direkt in der ersten Sitzung die Muskeln spielen lassen. Ob das so clever war, wird sich zeigen. Denn will sie künftig ihre Ideen durchsetzen, braucht sie trotzdem Verbündete. m.huebner@volksfreund.deExtra

 Der neue Hillesheimer Stadtvorstand (von links): Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU), der erste Beigeordnete Christoph Bröhl und der dritte Beigeordnete Theo Valerius (beide FWG). Der zweite Beigeordnete Hermann-Josef Schmitz von der CDU (Bild rechts) wurde in Abwesenheit gewählt. Er ist im Krankenhaus. TV-Fotos: Mario Hübner (3)
Der neue Hillesheimer Stadtvorstand (von links): Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU), der erste Beigeordnete Christoph Bröhl und der dritte Beigeordnete Theo Valerius (beide FWG). Der zweite Beigeordnete Hermann-Josef Schmitz von der CDU (Bild rechts) wurde in Abwesenheit gewählt. Er ist im Krankenhaus. TV-Fotos: Mario Hübner (3)
Los entscheidet über Beigeordneten

Die Fraktionen im neu gewählten Rat der Stadt Hillesheim und ihre jeweiligen Vorsitzenden: CDU (acht Sitze): Stephan Hoffmann. FWG (zehn Sitze): Dieter Bernardy. SPD (zwei Sitze): Fritz Thiel. Bau- und Finanzausschuss: CDU (drei Sitze): Stephan Hoffmann, Bernd Kloep, Anne Püllen; FWG (drei Sitze): Dieter Bernardy, Heike Plein, Herbert Valerius; SPD (ein Sitz): Fritz Thiel. Ausschuss für Stadtmarketing und Kultur: CDU (drei Sitze): Michael Becker, Ottmar Brück und Wolfgang Bauer; FWG (drei Sitze): Theo Valerius, Jürgen Meyers, Rainer Cornesse; SPD (ein Sitz): Fritz Thiel. Rechnungsprüfungsausschuss: CDU (drei Sitze): Ottmar Brück, Harald Blum und Bruno Meyer; FWG (drei Sitze): Paul Dissemond, René Blum und Herbert Valerius. SPD (ein Sitz): Dirk Brülls-Vonthron. mh