Lücke schließen, Tücken bleiben

Lücke schließen, Tücken bleiben

In diesem Jahr wird das bislang nur provisorische Radwegeteilstück zwischen Pelm und Berlingen ausgebaut. Die Kosten für die Herstellung des rund 1800 Meter langen Verbindungsstücks werden auf knapp 230 000 Euro beziffert. Vom Land werden knapp 140 000 Euro Zuschuss erwartet, den Rest teilen sich die Gemeinden, die Verbandsgemeinde (VG) und der Kreis.

Gerolstein/Pelm/Berlingen. Wann genau die bestehende Lücke im Eifel-Ardennen-Radweg zwischen Pelm und Berlingen geschlossen wird, wollte niemand so genau sagen. Paul Schabio vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein kündigte lediglich einen Baubeginn "im Frühjahr 2009" an. Die Ortsbürgermeister der beiden betreffenden Gemeinden, Wolfgang Zapper (Pelm) und Heinz Meinen (Berlingen), warten bereits länger darauf, sagen sie doch unisono: "Dieses Stück ist seit Jahren der einzige Abschnitt des gesamten Radwegs, der nicht geteert ist."

Verbindung bis zum Nürburgring



Mit Fertigstellung soll das 1800 Meter lange Stück (Pelm: 1200 Meter, Berlingen: 600 Meter), das über einen Wald- und Wirtschaftsweg verläuft, komplett asphaltiert werden. Zudem wird der Fußweg verbreitert, der von der L 27 bis zur Unterführung der B 410 und entlang des Henkerbachs weiter in den Pelmer Ortskern führt und als Radweg ausgewiesen ist. Auf den rund 180 Metern wird der Weg auf eine Breite von zweieinhalb Metern ausgedehnt, damit dort sowohl Fußgänger als auch Radfahrer genügend Platz haben.

Die Gemeinden beteiligen sich anteilig an den Kosten. So entfallen auf Pelm 18 400 Euro, auf Berlingen 6250 Euro. Zudem beteiligt sich mit knapp 15 000 Euro die Verbandsgemeinde Gerolstein, die die Bauträgerschaft übernommen hat, da sie mit höheren Zuschüssen als die Ortsgemeinden rechnen kann. Und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Landkreises Vulkaneifel ist ebenfalls mit knapp 20 000 Euro dabei.

Eine Zuschusszusage des Landes über die erhofften 140 000 Euro (das entspricht 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten) gibt es noch nicht, in den betreffenden Kommunalparlamenten wurde das Vorhaben jedoch weitgehend einmütig abgesegnet. Kritik kam lediglich von Seiten der Grünen auf, die zwar das Radfahren befürworten, im 230 000 Euro teuren Ausbau eines bereits bestehenden Weges jedoch Geldverschwendung sehen. Ohnehin geht Tim Steen wegen der erheblichen Steigung - es geht zwischen Pelm und Berlingen kontinuierlich bergauf, an der steilsten Stelle gar acht Prozent - davon aus, dass der Radweg nur von wenigen, sehr sportlichen Radfahrern benutzt wird, nicht aber von Familien. Derzeit sind vor allem Mountainbiker und Wanderer auf der anspruchsvollen Strecke unterwegs, die in Berlingen direkt an der Berlinger Mühle herauskommt.

Nach Ansicht des LBM hat das Radwegeteilstück trotz seines Schwierigkeitsgrads eine gewisse Bedeutung, da es sich um einen Lückenschluss zwischen den Gemeinden Pelm und Berlingen im Zuge des Eifel-Ardennen-Radwegs handelt. Der führt von St. Vith (Belgien) über Pronsfeld, Prüm, Gerolstein, Daun und Kelberg zum Nürburgring.

Der Eifel-Ardennen-Radweg wiederum verbindet als West-Ost-Achse den Enz-Radweg, den Prüm-Radweg, den Nims-Radweg, den Kyll-Radweg, den Mineralquellen-Radweg, den Maare-Mosel-Radweg und endet an der Vulkanradroute-Eifel beim Nürburgring. "Somit obliegt dem Eifel-Ardennen-Radweg eine besondere Bedeutung. Von grenzübergreifender Wichtigkeit ist der Anschluss an das Nachbarland Belgien mit den weiterführenden Radwegen in Richtung Luxemburg und in den Bereich Aachens", hieß es aus dem LBM.