Lückenschluss im Dorf soll Neubürger anziehen

Lückenschluss im Dorf soll Neubürger anziehen

In Dockweiler lässt sich gut leben, das finden immer mehr Neubürger. Deshalb hat die Gemeinde nun den Lückenschluss vollzogen und zwischen dem "alten" Baugebiet und dem Ortskern das Neubaugebiet "Hinter der Kirch" ausgewiesen. Das erste Baugrundstück ist bereits verkauft.

Dockweiler. Mario und Ingrid Hunz, die zurzeit noch in Üdersdorf wohnen, haben sich endgültig entschieden: Die Gemeinde Dockweiler soll ihre neue Heimat werden, hier wollen sie bauen und sich wohlfühlen. Im neuen Baugebiet "Hinter der Kirch" haben sich der 39-jährige Industriekaufmann und seine 35-jährige Frau, die als Bürokauffrau in Prüm arbeitet, ein 735 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, und noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein. Was war für beide entscheidend, sich in Dockweiler niederzulassen? "Die bessere Verkehrsverbindung zum Arbeitsplatz meiner Frau, die Bundesstraße und Autobahn vor der Haustür, die Südwestausrichtung des Grundstücks und natürlich der günstige Preis des Baugrundstücks waren die entscheidenden Punkte", sagt Mario Hunz. Ortsbürgermeister Bruno von Landenberg freut der erste Verkaufserfolg beim Neubaugebiet, und er sieht die Gemeinde auf dem richtigen Weg, um zu wachsen. "Wir haben im Ort eine überdurchschnittlich gute Entwicklung, was den Altersdurchschnitt der Bürger angeht. Dass viele junge Menschen hier wohnen, liegt sicher auch an der guten Infrastruktur mit vielen Betrieben, und auch mit Geschäften sind wir noch relativ gut versorgt". Dockweiler hat zurzeit 750 Einwohner, eine Überalterung der Bevölkerung wie in anderen Dörfern der Eifel soll verhindert werden. "Wir wollen alles tun, damit wir nicht in eine solche negative Entwicklung kommen, was bisher auch gut funktioniert hat", sagt von Landenberg. Um die jungen Menschen im Dorf zu behalten und Neubürger anzulocken, ist eine gute Infrastruktur wichtig, und die hat Dockweiler. "Was man immer beobachten kann, ist, dass Interessenten für Bauplätze darauf achten, ob es im Ort einen Kindergarten, Grundschule und DSL-Anschluss gibt. Das sind die wichtigsten Punkte, aber auch Geschäfte und Arbeitsplätze spielen eine Rolle. Dockweiler hat von allem einiges, nur Bauplätze gab es zu wenig. "Die Gemeinde hatte nur noch drei eigene Baustellen, und die kamen nicht so gut an, obwohl sie mit 26 Euro pro Quadratmeter voll erschlossen sehr günstig waren", erklärt der Bürgermeister. 2007 wurde deshalb der Beschluss gefasst, neue Baugrundstücke auszuweisen. Als Baugebiet wurde das Areal zwischen dem in den 60er Jahren begonnenen Baugebiet "Unter Fels/In den Steinen" und dem alten Ortskern ausgewählt. "Das ist kein klassisches Neubaugebiet am Rand des Dorfes, sondern eine Art Lückenschluss", sagt Bruno von Landenberg. Doch dafür musste die Gemeinde die Flächen zunächst von den privaten Eigentümern erwerben, was auch gut klappte. "Wir hatten uns gesagt, dass wir es nur dann machen, wenn wir überwiegend im Besitz der Grundstücke sind. Mit den Besitzern sind wir beim Erwerb gut klargekommen", erzählt von Landenberg. Elf neue Baugrundstücke, wobei acht von der Gemeinde und drei Grundstücke von der Kirche verkauft werden, stehen nun in Größen von 600 bis 1000 Quadratmetern zum Verkauf. Voll erschlossen kosten die Grundstücke im Neubaugebiet "Hinter der Kirch" 35 Euro pro Quadratmeter. Die Gemeinde wird aus Kostengründen und im Hinblick auf die weitere Entwicklung vorerst aber nur einen Abschnitt der Straße ins Neubaugebiet bauen. "Wenn die Entwicklung gut ist, wird die Straße weiter ausgebaut", sagt von Landenberg. HG
In der Verbandsgemeinde Daun gibt es neben dem in Dockweiler größere Neubaugebiete in Daun-Rengen mit 13, in Daun-Pützborn mit neun, in Kirchweiler mit 24, in Hinterweiler mit zehn, in Immerath mit 20, in Mehren mit 34, in Nerdlen mit 14 und in Üdersdorf mit 14 Baustellen. Im vergangenen Jahr wurden von der VG Daun 53 Baugenehmigungen für Wohngebäude (Neubauten) erteilt. 1996 (vor dem Wegfall der Eigenheimzulage) waren es 125.

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