Lückenschluss: Politiker fordern mehr Tempo

Lückenschluss: Politiker fordern mehr Tempo

Politiker aus dem Kreis Ahrweiler machen Druck auf die Landesregierungen Rheinland-Pfalz und Nordhein-Westfalen. Ihre Forderung: Die 25 Kilometer lange Lücke der A 1 zwischen Kelberg und Blankenheim soll möglichst schnell geschlossen werden.

Daun/Kelberg/Ahrweiler. "Der Bund steht zur A 1. Jetzt sind die beiden Landesregierungen am Zug!" So sehen das Landrat Jürgen Pföhler (Kreis Ahrweiler) und der Adenauer Bürgermeister Hermann-Josef Romes. Sie fordern mehr Tempo beim Thema Lückenschluss auf der Autobahn 1 (siehe Extra).
Rückenwind erhalten sie von 2000 Bürgern, die sich an einer Unterschriftenaktion des Kreises pro A 1 beteiligt haben. Und von Gewerbetreibenden im Adenauer Raum, denen der Anschuss von Norden ohne die A 1 fehlt. Das, sagen die beiden Politiker, benachteilige die Gewerbebetriebe und erhöhe die Verkehrsbelastung der Dörfer und Eifelstraßen.
Doch es gibt Licht am Horizont: Nordrhein-Westfalen hat kurzfristig die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den sechs Kilometer langen Abschnitt von Blankenheim bis Lommersdorf beauftragt.
Einwände abgearbeitet


Bürgermeister Romes sagt: "Die Anschlussstelle Lommersdorf ermöglicht die seit langem erwartete Anbindung des nördlichen Teils der Verbandsgemeinde Adenau. Damit wird neben dem Nürburgring auch die nach der Stadt Adenau einwohnerstärkste Gemeinde Wershofen mit ihrem Gewerbegebiet angeschlossen."
Dennoch: Ein klares Bekenntnis beider Regierungen zum Lückenschluss fehlt den Politikern. Und das, obwohl die erneute naturschutzfachliche Prüfung des Regierung in Mainz ein eindeutiges Ergebnis gebracht hat: Es gibt keine günstigere Variante als die bisherige Trassenführung. Pföhler und Romes finden: Alle bislang ins Feld geführten Einwände sind abgearbeitet.
Landrat und Bürgermeister fordern jetzt von Mainz und Düsseldorf, die noch erforderlichen planungsrechtlichen Schritte schnell abzuarbeiten. Schließlich sei der Lückenschluss im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen in den vordringlichen Bedarf eingestuft.
Also seien die Länder am Zug. Und zwar zügig. red
Extra

Die Lücke in der Eifel auf der A 1 zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und der Anschlussstelle Kelberg (bei Dreis-Brück) ist noch rund 25 Kilometer lang. Derzeit wird in der Vulkaneifel noch auf dem 2,2 Kilometer langen Teilstück zwischen der Anschlussstelle Gerolstein und der Anschlussstelle Kelberg gebaut. Die Kosten für den Lückenschluss werden vom rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium auf etwa 320 Millionen Euro geschätzt. Rheinland-Pfalz ist zuständig für den rund zehn Kilometer langen Abschnitt von der Anschlussstelle Kelberg bis zur Anschlussstelle Adenau. Zu Jahresbeginn sind rund 36 000 Unterschriften aus der Vulkaneifel für den Lückenschluss im Verkehrsministerium in Mainz abgegeben worden. Im Kreis Ahrweiler wurden 2000 Unterschriften gesammelt.mh/sts