1. Region
  2. Vulkaneifel

Manfred Wagner ist Vorsitzender des Handwerkervereins Üdersdorf

Menschen : Manfred Wagner führt Handwerkerverein seit fast 50 Jahren

Manfred Wagner ist seit fast 50 Jahren der Vorsitzende des Katholischen Handwerkervereins St. Josef zu Üdersdorf. Die Arbeit im Vorstand macht ihm viel Spaß. Aber auch für berufspolitische Entwicklungen interessiert er sich sehr.

Manfred Wagner aus Üdersdorf hat ein besonderes Amt. Er führt einen der zwei einzigen Handwerkervereine im Landkreis Vulkaneifel. Seit 1973 ist er Vorsitzender des „Katholischen Handwerkervereins St. Josef zu Üdersdorf“. Sicherlich ein wenig rekordverdächtig. In diesen 46 Jahren ist ihm „sein“ Verein, der 1908 gegründet und 1957 „wiederbelebt“ wurde, richtig ans Herz gewachsen.

Manfred Wagner, der seine langjährige Vereinsarbeit „Hobby“ nennt, hat es geschafft, während seiner Amtszeit die Zahl der Mitglieder trotz ständiger Nachwuchssorgen, die wie in jedem Club bestehen, von 40 auf 106 zu erhöhen, und er erklärt: „In unserem Verein herrscht eine echte familiäre Atmosphäre, und in unserem Vorstand besteht seit diesen Jahrzehnten eine andauernde, hervorragende Zusammenarbeit. So können wir ständige Aktivitäten entwickeln, die dem einzelnen, der Truppe und auch dem Dorf zugute kommen.“

Er ist 1960 als echter Handwerker, Installateur und Heizungsbauer dem Verein beigetreten und hat sich dann später als Vereinschef seit Amtsbeginn am 9. Mai 1973 vorgenommen, das Vereinsleben intern zu stärken und in die Ortsgemeinde zu integrieren. So blickt er zurück und plant gleichzeitig: „1983 wurde das Aarleykreuz vom Handwerkerverein wieder errichtet und im Jahre 2008, zu unserem 100-jährigen Bestehen, wurde das Ehrenmal auf dem Friedhof umgesetzt, renoviert und die Anlage rundum erneuert. 2009 haben wir auch das 1968 von den Handwerkern erbaute Pfarrheim mit neuem Verputz und Anstrich wieder auf Vordermann gebracht. Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen berufe ich regelmäßig ein, damit gemeinsame Vorhaben erörtert werden.“

Im Wechsel finden Grill-, Familienfeste, das Sommerfest oder Vereinsausflüge zu lohnenden Zielen wie zum Beispiel nach Koblenz statt. Der Vereinsausflug in diesem Jahr sei für alle Teilnehmer des Vereins ein angenehmer Tag gewesen und habe nach Montabaur, Bad-Ems und Lahnstein geführt. Vor einigen Jahren habe man eine Fahrt zur Loreley und nach St. Goar gemacht, um „Rhein in Flammen“ zu sehen. Mit dem Musikverein (MV) zusammen habe man „170 Jahre Vereinstradition“ (110 Jahre Handwerkerverein/ 60 Jahre MV) gefeiert. Auch für das kommende Jahr ist schon einiges geplant. So ist das Sommerfest beispielsweise ersten Augustwochenende.

Unter Wagners Regie ist viel passiert. Der 77-jährige wurde für seinen Einsatz schon etliche Male geehrt. So hat er für seine langjährige Mitgliedschaft die „Goldene Ehrennadel mit Edelstein“ vom Verein erhalten, und für seine Verdienste als Vorsitzender im Sinne der Dorfgemeinschaft wurde er von der Ortsgemeinde Üdersdorf mit dem „Gemeindewappen“ ausgezeichnet. Der Rentner, der mittlerweile Ehrenmitglied in seinem Verein geworden ist, erzählt weiter: „Unsere wertvolle, gestickte Vereinsfahne, das ‚Zeichen’ unserer Handwerkergemeinschaft, hüten wir wie unseren Augapfel und haben sie deshalb im Jahr 2008 zum Vereinsjubiläum  überarbeiten lassen.“

Der Üdersdorfer ist sehr rüstig und meint: „Wenn und wie es meine Gesundheit erlaubt, will ich meiner regen Gruppe als Vorsitzender noch lange zur Verfügung stehen, denn es macht Spaß, einen intakten Verein, einer der letzten seiner Zunft in der Region, mit engagierten Helfern zu leiten.“

Der Installations- und Heizungsbaumeister erinnert sich: „Früher mussten die Handwerker viel mehr schleppen und heben, denn es gab keine Hubwagen und Stapler. Es wurde intensivere, anstrengendere Handarbeit geleistet, und so wurden zum Beispiel Wandschlitze mit Hammer und Meißel geschlagen. Heute liegen starke Bohrhämmer und Schlitzmaschinen bereit. In meiner Lehrzeit bin ich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Daun gefahren. Fast jede Firma hatte mehrere Lehrjungen. Ich hatte drei junge Kollegen, und alle wurden wir Stift genannt.“ Er fährt fort: „Hat man früher spezielle Materialien benötigt, war die Beschaffung schwierig. Einst war  weniger Bürokratie vorhanden. Heute muss man für alles Belege haben, eine Situation, die für den Handwerksmeister eine Belastung ist. Ich plädiere dafür, dass für jedes Metier die Meisterprüfung verlangt wir. Sie ist das A & O für jeden Handwerker, der einen Betrieb führen will!“

Er denkt auch an die Entwicklung des Handwerks und bedauert, dass die Jugend keine Zukunft mehr in dieser Berufssparte sieht, sondern Gymnasialbildung, Büroarbeit und Studium vorzieht. Ein Minus für alle Handwerksbetriebe. Dies führe seiner meiner Meinung nach dazu, dass man in etwa 15 Jahren froh sein wird, wenn die Altmeister nochmals zum Handwerkszeug greifen. Ein sehr wichtiger Termin steht für Wagner am 26. November an. Dann erhält er für 50 Jahre Heizungsbauer- und Lüftungsmeister den „Goldenen Meisterbrief“.