Von der Hauswirtschaft zur Kunst Galeristin Marita May aus Daun-Pützborn blickt zurück auf 25 Jahre Selbstständigkeit

Daun-Pützborn · Vor 25 Jahren gründete Marita May in der ehemaligen Pützborner Schule eine Galerie und Rahmenwerkstatt. Anlass genug für einen Streifzug durch ein Vierteljahrhundert, einen Blick auf die Vorgeschichte und darauf, was noch in Planung ist.

 Was vor 25 Jahren mit einem mutigen Schritt begann, ist heute noch Marita Mays Leidenschaft: das Einrahmen von Kunst und deren Präsentation.

Was vor 25 Jahren mit einem mutigen Schritt begann, ist heute noch Marita Mays Leidenschaft: das Einrahmen von Kunst und deren Präsentation.

Foto: Brigitte Bettscheider

Ein kleiner Zeitsprung in die Anfangstage: Es ist einer von Marita Mays ersten Großaufträgen im ersten Jahrzehnt nach der Gründung der Galerie und Rahmenwerkstatt in der ehemaligen Pützborner Dorfschule. Ihr Auftraggeber ist der Direktor einer Privatbank in Frankfurt/Main. Mit seinem Auftrag nahm Mays Geschäft an Fahrt auf.

An die Worte ihres ersten Kunden nach der Besichtigung der von ihr mit Kunst neu gestalteten Räumlichkeiten erinnert die Galeristin sich bis heute: „Sehr schön, Frau May, das haben Sie hervorragend gemacht.“ Es kommt zu einem Folgeauftrag für ein Bankhaus in Berlin. Und überhaupt spricht sich im Raum Eifel, Ahr und Rhein und darüber hinaus immer mehr herum, dass sie gut berät und gute Arbeit liefert. Ihr „Gesellenstück“ befinde sich in einem Geldinstitut in Mayen, ihr „Meisterstück“ in einer Bank in Neuwied, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Um das Bestehen ihres Betriebs seit 25 Jahren geht es; wobei die Vorgeschichte nicht weniger interessant ist. Denn die aus Darscheid stammende heute 66-Jährige hatte zunächst – anstatt ihr Interesse an Kunst auf irgendeine Weise zum Beruf zu machen - Hauswirtschaft gelernt. Sie bewirbt sich dann mit dem Abschluss in der Tasche um eine Stelle im Privathaushalt der damals bundesweit einzigen Frau an der Spitze eines Auktionshauses: bei Carola van Ham-Eisenbeis in Köln.

„Ich war vom ersten Augenblick an fasziniert von der Einrichtung mit Rokoko- und Barock-Möbeln und ultramodernen Designer-Stücken“, erinnert sich Marita May. „Sie hatten einen dreijährigen Sohn, einen Hund und viele Bilder“, zählt sie lachend auf, „und mein Bauchgefühl sagte mir: Das kann nur gut sein.“ Sie bekam die Stelle und blieb viereinhalb Jahre bis zu ihrer Heirat und der Rückkehr in die Eifel. Die Verbindung zur Familie van Ham besteht heute noch.

Als Marita Mays Leben 1994 einen Neuanfang erfordert, zieht sie mit den beiden Töchtern nach Pützborn. „Da hatte ich den Plan einer Galerie im Kopf, wusste aber nicht, wo und wie“, erzählt sie. Hier kommt die Kölner Auktionärin wieder ins Spiel. Carola van Ham-Eisenbeis rät ihr, sich mit Einrahmungen selbstständig zu machen. Marita May erwirbt und renoviert zum einen die ehemalige Schule, parallel besucht sie Messen und Lehrgänge, lässt sich in einer Rahmenwerkstatt ausbilden, schafft sich die entsprechende Ausstattung an.

Am 25. Februar 1996 eröffnet sie ihr eigenes Unternehmen „Galerie & Einrahmungen“ und zeigt schon im gleichen Herbst die erste Ausstellung mit Farbradierungen und Farbholzschnitten von Jutta Votteler. In den Folgejahren präsentiert sie in dem früheren Klassensaal Malerei und Grafik unter anderem von Christine Henn, Bruno Müller-Linow, Werner Persy, Otmar Alt und Wolfgang Kutzner sowie Skulpturen von Renate Wittkuhn-Ring. Einmal ist die Galerie die Bühne für das künstlerische Schaffen von Menschen der Weggemeinschaft Vulkaneifel – „das war mir eine besondere Ehre und Freude“, sagt Marita May. Krimiautoren sind ebenso mit Lesungen zu Gast wie die Schriftstellerin Ute Bales mit ihrem vorletzten Roman „Bitten der Vögel im Winter“.

So lange wie möglich möchte Marita May die Galerie und die Rahmenwerkstatt noch führen. Und 2023 eine Ausstellung mit Bildern der Eifel von zeitgenössischen Künstlern zeigen. „Weil ich ein Eifler Kind bin und in Feld, Wald und Wiesen groß geworden“, begründet sie ihre Motivation.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort