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Marodes Dach, bröckelnder Putz

Marodes Dach, bröckelnder Putz

GEROLSTEIN-MÜLLENBORN. Das Dach ist marode, das Kellergewölbe bröckelt und der Außenanstrich ist abgeblättert: Die St.-Antonius-Kapelle Müllenborn wird für 50 300 Euro renoviert.

Die St.-Antonius-Kapelle wurde 1682 von Johann Carl Coels, dem damaligen Betreiber der Müllenborner Eisenhütte, als privates Bethaus gebaut. "Deshalb gibt es auch ein Kellergewölbe und einen Speicher, was für eine Kapelle sonst unüblich ist", erklärt Hermann-Josef Wirp, Vorsitzender des Kapellenvereins. Die mittlerweile 323 Jahre alte Kapelle ist die erste Kirche, die im 1112 Jahre alten Müllenborn gebaut wurde. Schon oft wurde an der Kapelle, die der Bauherr dem Dorf vermachte, gearbeitet. In den 50er Jahren wurden mit Hilfe von Spenden der Jagdpächter die Schäden beseitigt, die bei der Sprengung der nahen Oosbach-Brücke am 5. März 1945 entstanden waren. 1969 folgte eine Generalsanierung, bei der auch die Deckenmalereien restauriert wurden. An der aktuellen Renovierung beteiligt sich das Landesamt für Denkmalpflege mit 12 000 Euro. 30 300 Euro kommen von der Stadt Gerolstein, weitere 8000 Euro wurden in den Nachtragshaushalt eingestellt. "Zur Sicherheit, weil die Ausschreibungsergebnisse noch nicht vorlagen", sagt Wirp.Dachsanierung mit 25 000 Euro teuerster Part

Klaus Jansen, Leiter des Sachbereichs Bauen und Leben bei der Verbandsgemeinde Gerolstein, erklärt: "Wahrscheinlich werden wir aber ohne die 8000 Euro hinkommen." Mit gut 25 000 Euro ist die Dachsanierung der teuerste Part. "Teilweise ist der Dachstuhl morsch. Außerdem wird das Dach komplett neu mit Naturschiefer eingedeckt", sagt Wirp. Das Kellergewölbe wurde bereits in Eigenleistung neu verputzt und angestrichen und der Treppenabstieg überarbeitet. Kosten: 7000 Euro. Auch der Treppenaufgang wurde restauriert. Für die Ausbesserungen der Sandsteinelemente sowie die neue Sandstein-Abdeckung der Mauer steuerte der Kapellenverein 1000 Euro bei. Das Kleinod in der Ortsmitte liegt vielen Müllenborner Bürgern am Herzen. Jede Woche ist dort immer noch eine Messe. "Deshalb freuen wir uns auch über das große Wohlwollen, mit dem Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz, die Verwaltung und die Gremien das Projekt unterstützen", sagt Wirp. Er meint: "Ein Verein kann sich mehr um die Sachen kümmern, und die Leute zeigen mehr Solidarität mit einem Verein als mit einer Kommune." Immerhin seien innerhalb eines Jahres 50 der 600 Müllenborner Bürger Mitglied geworden. Es lägen bereits Spenden im fünfstelligen Bereich vor.