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Matthias Stein lässt nicht locker

Matthias Stein lässt nicht locker

Ändern wird er wohl nichts mehr können, aber Hillesheims Stadtbürgermeister bleibt unverdrossen. Er plädiert per Brief an die Mitglieder des Verbandsgemeinderats für eine Zweier- (mit der Oberen Kyll) statt der Dreier-Fusion.

Hillesheim Matthias Stein hat es in den vergangenen Jahren zu einer persönlichen Mission gemacht, zu verhindern, dass Hillesheim im Zuge einer Fusion der Verwaltungssitz verloren geht. Durchschlagenden Erfolg hatte der Stadtbürgermeister damit aber nicht, denn heute befasst sich der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim mit der Fusionsvereinbarung, die mit Gerolstein und Oberer Kyll ausgehandelt worden ist. Und das Ergebnis ist absehbar: Eine Mehrheit wird zustimmen. Werden auch alle weiteren Hürden genommen, wird der Zusammenschluss am 1. Januar 2019 vollzogen - und der Name Hillesheim wird im VG-Namen nicht mehr auftauchen. Nur ein Punkt, der den Stadtbürgermeister sicher schmerzt, und wenn auch praktisch sicher ist, dass nach Gerolstein und Obere Kyll auch Hillesheim der Vereinbarung zustimmen wird, lässt es sich Stein nicht nehmen, noch einmal an die Ratsmitglieder zu appellieren. "Eine für die Zukunft des Hillesheimer Landes und historisch bedeutsame Entscheidung steht bevor", schreibt er. Und wählt deutliche Formulierungen: Nicht zuletzt durch die Teilnahme an den Sitzungen der Lenkungsgruppe und in Gesprächen mit vielen Bürgern sei bei ihm "objektiv der Eindruck entstanden, dass die VG Hillesheim ihr Schicksal nicht mehr selber in die Hand nimmt, sondern dem lautstarken Einfluss Einzelner und dem Diktat einiger weniger Personen überlässt." Der Bürgerwille und das Wohl eines heute finanziell starken Hillesheimer Landes werde durch den Entwurf der Fusionsvereinbarung aus den Augen verloren und nicht weiter berücksichtigt. Stein plädiert für die Option eines Zusammenschlusses von Hillesheim und Obere Kyll. Denn so entstünde "eine starke VG Kylltal mit 16 000 Einwohnern, die von der Fläche und Siedlungsstruktur von einer effizienten Verwaltung gut zu steuern" wäre. Hillesheim als möglicher Hauptverwaltungssitz würde "dauerhaft gestärkt", beide Schulstandorte (Hillesheim und Jünkerath) hätten durch die Zweierfusion eine "realistische Chance für einen dauerhaften Bestand". Stein geht aber auch konkret auf Ergebnisse der Verhandlungen ein. So will er, dass der Verwaltungssitz Hillesheim "dauerhaft und nicht nur für mindestens acht Jahre verbrieft" werde. Zudem fehlt ihm im Entwurf ein "eindeutiges Bekenntis zum Schulstandort Hillesheim". Weiterer Punkt: "Der Name der touristischen Einheit ist mit dem Namen der neuen Verbandsgemeinde zu überdenken. Alle müssen sich wieder finden." Noch habe man das Heft des Handelns in der Hand, "lassen Sie uns diese Chance zum Wohle des Hillesheimer Landes nutzen", appelliert Stein an die Ratsmitglieder, die "von ihrem freien Mandat" Gebrauch machen sollten und die "richtige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde treffen." Sein Fazit: "Ich bin mir sicher, dass ein Zusammenschluss mit der Oberen Kyll für beide Parteien die bessere Lösung ist und beide als Einheit gestärkt hieraus hervorgehen." KommentarMeinung

Bis auf den letzten DrückerMätti Stein wäre nicht Mätti Stein, wenn er nicht auch auf den letzten Drücker seine Sicht der Dinge noch einmal darlegen würde - wohl wissend, dass der Vorstoß unter dem Motto "Du hast keine Chance, also nutze sie" läuft. An knackigen Formulierungen lässt er es nicht fehlen, wenn er von "offenem Messer" und "Diktat einger weniger Personen" spricht. Aber das wird die Mehrheit des VG-Rats nicht mehr beeindrucken, und Stein ist auch lange genug im kommunalpolitischen Geschäft, um realistisch einzuschätzen, dass es an der Dreier-Fusion kein Weg mehr vorbeiführen wird. Was bleibt ihm dann noch? Juristisch vorgehen? Es sind zwar vollzogene Zusammenschlüsse per Gerichtsentscheid wieder aufgehoben worden, aber das waren Einzelfälle. Sein letzter Appell ist konsequent, er hat für sein Hillesheim gekämpft, unbestritten. Aber nach der Sitzung des VG-Rats sollten alle Gegner die demokratische Entscheidung ein für alle mal akzeptieren. s.sartoris@volksfreund.de